Emittent

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Inhalt:

    Was ist ein Emittent?

    Der Begriff „Emittent“ leitet sich von dem lateinischen Wort „emittere“ ab, was soviel wie „aussenden, herauslassen“ bedeutet. Im Bereich des Finanzwesens und Kapitalmarktes bezeichnet es den Herausgeber von Wertpapieren, Finanzprodukten und vergleichbaren Urkunden.
    Bekannt ist der Begriff heute auch aus dem Bereich des Umweltschutzes; hier bezeichnet es den Verursacher von (Schadstoff-) Emissionen .

    Im Bereich des Kapitalmarktes und der Finanzen werden von Unternehmen, Banken, Staaten oder weiteren emissionsberechtigten Körperschaften Emissionen getätigt.

    Mit einer solchen Emission beschafft sich der Emittent je nach gewählter Emissionsform Eigen- oder Fremdkapital : Werden Aktien ausgegeben, so handelt es sich um eine Eigenkapitalerhöhung; werden Anleihen emittiert, wächst das Fremdkapital.

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      Emittent und Emission – Beispiele

      Eine typische Form der Aktien-Emission ist der Börsengang eines Unternehmens, während beispielsweise Staaten die Ausgabe von Anleihen als Mittel zur Geldbeschaffung wählen – Eigenkapital verschafft in der Regel Mitsprache- und Entscheidungsrechte, Fremdkapital nicht (oder, bei besonderen Formen, zumindest in geringerem Maße).

      Ein weiterer großer und wichtiger Bereich von Emissionen besteht im Auflegen von Investmentfonds: Wer einen Fonds auf den Markt bringt, wird ebenfalls als Emittent bezeichnet. Dabei gilt es generell zwischen „normalen“ Fonds und Alternativen Investmentfonds (AIF) zu unterscheiden. Erstere beinhalten Wertpapiere (=Effekten), Zweitere investieren in Sachwerte wie zum Beispiel Immobilien, Infrastruktur, Schiffe oder auch Flugzeuge.

      Darüber hinaus gibt es Mischformen (sogenanntes Mezzanine-Kapital ) wie Genussscheine und Wandelobligationen , deren Besonderheit unter anderem in der unterschiedlichen Vorranggewichtung beim Ausfallrisiko besteht.

      Emissionen von Wertpapieren und Investmentzertifikaten unterliegen in weiten Teilen verschiedenen gesetzlichen Regelungen. Insbesondere müssen die allermeisten Wertpapier-Emissionen von Kreditinstituten durchgeführt werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass eine gewisse Öffentlichkeit und Kontrolle mit der Kapitalbeschaffung einhergeht. Die Emission von Investmentzertifikaten unterliegt den Regelungen des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) .

      Emittent – Definition und rechtliche Grundlagen

      Ein Emittent ist die juristische Person, die Wertpapiere oder Fondsanteile ausgibt und damit Kapital am Markt aufnimmt.
      Bei Wertpapieren (z. B. Aktien, Anleihen, Zertifikate) ist der Emittent regelmäßig eine Aktiengesellschaft, SE (Societas Europaea, europäische Aktiengesellschaft), GmbH, Bank oder öffentliche Körperschaft.

      Mit der Emission entstehen schuldrechtliche oder mitgliedschaftliche Ansprüche der Anleger (z. B. Zins- und Rückzahlungsansprüche bei Anleihen, Dividenden- und Stimmrechte bei Aktien). Die rechtliche Einordnung des Emittenten ist dabei von erheblicher Bedeutung für die Frage, wer die jeweiligen Informations-, Haftungs- und Erfüllungspflichten trägt.

      Zentrale Rechtsgrundlagen bilden das Wertpapierprospektgesetz (WpPG), das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie die EU-Prospektverordnung.

      • Art. 3 EU-Prospektverordnung statuiert die Prospektpflicht beim öffentlichen Angebot oder bei der Zulassung zum Handel an einem geregelten Markt.
      • Art. 6 EU-Prospektverordnung konkretisiert die inhaltlichen Mindestangaben (u. a. Angaben zum Emittenten, zu Risiken und zu den Wertpapieren).
      • § 3 WpPG regelt das Verbot des öffentlichen Angebots ohne gebilligten Prospekt in Deutschland.
      • §§ 97 ff. WpHG enthalten die Ad-hoc-Publizitätspflichten für Emittenten börsennotierter Wertpapiere (unverzügliche Veröffentlichung von Insiderinformationen).

      Bei Alternativen Investmentfonds (AIF) ist zwischen dem Fonds als Rechtsträger und Emittent (z. B. Investmentkommanditgesellschaft) auf der einen Seite und der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) als konkret für den Fonds handelnde Instanz auf der anderen Seite zu unterscheiden.

      Maßgeblich ist hier das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), das auf der europäischen AIFM-Richtlinie beruht.

      • § 1 KAGB definiert u. a. Investmentvermögen und AIF.
      • §§ 20 ff. KAGB regeln die Erlaubnispflicht und organisatorischen Anforderungen an die KVG.
      • §§ 293 ff. KAGB betreffen besondere Vorschriften für geschlossene inländische Publikums-AIF.

      Der Emittent ist also die entscheidende Rechtsperson hinter einem Finanzinstrument oder Fondsanteil. Er trägt die rechtliche Verantwortung für Information, Transparenz und – im Fall von Schuldverschreibungen – für die Erfüllung der eingegangenen Zahlungsversprechen.

      Unterschied zwischen Emittent und Investor

      Der Unterschied zwischen Emittent und Investor liegt in ihrer jeweiligen Rolle am Kapitalmarkt. Der Emittent ist diejenige juristische Person, die Wertpapiere oder Fondsanteile ausgibt, um Kapital zu beschaffen. Typische Emittenten sind Unternehmen, Kreditinstitute oder staatliche Einrichtungen.
      Durch die Ausgabe von Wertpapieren – etwa Aktien oder Anleihen – nimmt der Emittent Geld von Anlegern auf und verpflichtet sich im Gegenzug zu bestimmten Leistungen. Bei Aktien kann dies beispielsweise die Beteiligung am Unternehmen sowie mögliche Dividendenzahlungen sein, während bei Anleihen vor allem Zinszahlungen und die Rückzahlung des investierten Kapitals im Vordergrund stehen.

      Der Investor hingegen ist die Person oder Institution, die Kapital anlegt, indem sie die vom Emittenten ausgegebenen Wertpapiere erwirbt. Investoren können private Anleger, institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Investmentfonds oder auch staatliche Einrichtungen sein. Ihr Ziel besteht in der Regel darin, eine Rendite zu erzielen, etwa durch Dividenden, Zinsen oder Kursgewinne.

      Rechtlich betrachtet steht der Emittent im Mittelpunkt kapitalmarktrechtlicher Regulierung, da er umfangreiche Informations- und Transparenzpflichten erfüllen muss. Diese ergeben sich unter anderem aus der EU-Prospektverordnung sowie aus dem Wertpapierhandelsgesetz.

      Investoren hingegen werden primär durch Anlegerschutzvorschriften geschützt.

      Emittenten sind also, kurz gesagt, „Kapitalnehmer“, Investoren hingegen „Kapitalgeber“.

      Beispiele für bekannte Emittenten

      Unter den bekanntesten Emittenten befinden sich zum einen Staaten, zum anderen weltweit tätige Unternehmen.

      Staaten finanzieren sich vor allem durch die Ausgabe von Staatsanleihen. Zu den größten staatlichen Emittenten gehören

      • die Vereinigte Staaten mit US-Treasuries: Die ausstehenden Schuldtitel (= emittierte Anleihen, „Staatsverschuldung“) belaufen sich mittlerweile auf rd. 38 Bio. USD;
      • Japan mit japanischen Staatsanleihen: rd. 8,8 Bio. USD.
      • sowie Deutschland mit Bundesanleihen: rd. 3,3 Bio. USD.

      Diese Wertpapiere dienen der Finanzierung staatlicher Haushalte und gelten häufig als besonders sichere Anlageformen. Problematisch kann es allerdings werden, wenn Staatsschulden aus dem Ruder laufen.

      Unter den weltweit größten Emittenten, die Unternehmen sind, finden sich vor allem große Technologieunternehmen. Sie emittieren zum einen Aktien (Eigenkapital), zum anderen Unternehmensanleihen.

      Beispiele:

      • Nvidia (Computerchips, KI): Marktkapitalisierung rd. 4 Bio. USD, ausgegebene Anleihen rd. 10 Mrd. USD;
      • Apple Inc. (Unterhaltungselektronik und Software): Marktkapitalisierung etwa 3,7 Billionen USD, Wert der ausgegebenen Unternehmensanleihen rd. 77 Mrd. USD;
      • Microsoft (Software, Cloud-Computing und digitale Dienstleistungen): Marktkapitalisierung rd. 3 Billionen USD.

      Zu den größten Emittenten in Europa gehören beispielsweise

      • LVMH (Louis Vuitton – Moet Hennessy, Luxusgüterbranche, Frankreich): rund 374 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung;
      • ASML (Advanced Semiconductor Materials Lithography, Halbleiter, Niederlande): etwa 300–400 Milliarden USD Marktkapitalisierung;
      • Nestlé (Lebensmittelindustrie, Schweiz): über 200 Milliarden USD Marktkapitalisierung.

      Auch Deutschland verfügt über bedeutende Emittenten. Dazu zählen SAP aus der Softwarebranche mit etwa 240 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung, Siemens aus der Industrie- und Technologiebranche mit rund 170 bis 200 Milliarden US-Dollar, die Deutsche Telekom mit 180 Mrd. USD sowie die Allianz SE aus der Versicherungsbranche mit etwa 140 Milliarden Euro Marktkapitalisierung.

      Im Bereich der Zertifikate und strukturierten Wertpapiere sind es große internationale Kreditinstitute wie Goldman Sachs, JPMorgan (beide USA) oder auch die europäische Société Générale (Frankreich), die als Emittenten auftreten. Hier liegen die monatlichen Umsätze z.B. in Deutschland bei mittlerweile mehreren Mrd. Euro.

      Emissionsprozess – Ablauf und Anforderungen

      Der Emissionsprozess beschreibt den Ablauf, mit dem ein Emittent neue Wertpapiere am Kapitalmarkt ausgibt und Anlegern zum Erwerb anbietet. Ziel ist es, Kapital für Investitionen, Unternehmenswachstum oder staatliche Finanzierung zu beschaffen.

      Dieser Prozess beginnt in der Regel mit der internen Entscheidung des Emittenten über Art, Umfang und Struktur der Emission, beispielsweise ob Aktien, Anleihen oder andere Finanzinstrumente ausgegeben werden sollen.
      Anschließend erfolgt meist die Einbindung von Banken oder Konsortien, die den Emittenten bei der Strukturierung, Preisfestsetzung und Platzierung der Wertpapiere unterstützen. Diese sogenannten Emissionsbanken übernehmen häufig auch die Vermarktung der Wertpapiere gegenüber institutionellen und privaten Investoren.

      Ein zentraler Schritt im Emissionsprozess ist die Erstellung eines Wertpapierprospekts. Dieser enthält umfassende Informationen über den Emittenten, seine wirtschaftliche Lage, die Eigenschaften des angebotenen Wertpapiers sowie mögliche Risiken für Anleger. Die Pflicht zur Veröffentlichung eines solchen Prospekts ergibt sich grundsätzlich aus Art. 3 der EU-Prospektverordnung. Die inhaltlichen Mindestangaben werden insbesondere in Art. 6 dieser Verordnung festgelegt.

      In Deutschland darf ein Wertpapierprospekt erst veröffentlicht werden, nachdem er von der zuständigen Aufsichtsbehörde gebilligt wurde. Diese Aufgabe übernimmt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht / BaFin. Die entsprechende Regelung findet sich unter anderem in § 3 des Wertpapierprospektgesetzes.

      Nach der Billigung und Veröffentlichung des Prospekts erfolgt die eigentliche Platzierung der Wertpapiere am Markt. Investoren können die Wertpapiere zeichnen oder über die Börse erwerben. Damit ist der eigentliche Emissionsprozess abgeschlossen. Der Emittent erhält durch den Verkauf von Anteilen nach und nach das eingeworbene Kapital.

      Was ist ein Börsengang?

      Man spricht vom Börsengang oder IPO (Initial Public Offering) oder going public, wenn ein Unternehmen sein Eigenkapital durch Aktienausgabe finanziert. In aller Regel wird ein Börsengang von einer Bank organisiert. Der Vorgang selber ist äußerst aufwändig und vom Gesetzgeber streng nach dem Börsengesetz (BörsG) und der Börsenzulassungs-Verordnung ( BörsZulV ) reglementiert und kontrolliert.

      Zulassungsvoraussetzungen sind z.B.:

      • Das Unternehmen muss bereits mindestens drei Geschäftsjahre absolviert haben.
      • Die Jahresabschlüsse dieser mindestens drei Geschäftsjahre müssen vom Emittenten (z.B. der Bank) offengelegt werden.
      • Ein umfangreicher Zulassungsprospekt muss erstellt und veröffentlicht werden.
      • Die Zulassung muss im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.

      Nach dem Börsengang muss das nun an der Börse geführte und gehandelte („notierte“) Unternehmen regelmäßig Quartalszahlen und Jahresberichte veröffentlichen und über wichtige außergewöhnliche Umstände informieren, die den Kurs der Aktie beeinflussen könnten (z.B. neue Vorstandschaft, Schließung von Standorten).

      Neben der Kapitalbeschaffung erlangt eine Firma durch den Börsengang natürlich eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit, was sich für den Produktabsatz positiv auswirken kann. Durch die verbesserte Eigenkapitalquote wird es in aller Regel auch günstigere Kreditbedingungen erhalten.

      Nachteilig an einem Börsengang kann es sein, dass das Unternehmen nun Ziel von Kurs- oder Übernahmespekulationen werden kann – man betrachte nur die immer wieder aufkommenden Übernahmespekulationen zur Deutschen Bank, wenn der Aktienkurs aufgrund von Tiefständen solche Übernahmen möglich erscheinen lässt.

      Die wichtigsten Formen von Emissionen auf dem Kapital- und Investmentmarkt

      Wie schon gesagt, gibt es viele verschiedene Formen von Emissionen. Sie dienen unterschiedlichen Zwecken und zeitigen unterschiedliche Konsequenzen.
      Hier zunächst eine Auswahl der wichtigsten Emissionen und für welche Ziele ein Emittent diese Form der Kapitalbeschaffung wählen könnte:

      Aktien

      Der Börsengang und damit die  Aktienausgabe ist für Unternehmen die häufigste Form der Eigenkapitalbeschaffung. Dabei gilt: Wer die Mehrheit an den Aktien hält, hat zugleich den größten Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen, denn Aktien stellen Eigentumsverhältnisse dar. Man spricht von Streubesitz, wenn kein einzelner Aktionär in nennenswertem Umfang Anteile bündelt; andernfalls spricht man von Groß- (ab 25% der Anteile) und Mehrheitsaktionären (ab 50% der Unternehmensaktien).

      Eine weitere wichtige Schwellen im Aktienbesitz an einem Unternehmen liegt bei 3% der ausgegebenen Aktien, sie wird Meldeschwelle genannt: Überschreitet sie ein Anteilseigner, muss er öffentlich gemacht werden. Bis zur Schwelle von 25% spricht man auch von Minderheitsaktionären, weil mit 75% der Anteile wichtige Entscheidungen nicht blockiert werden können, ab 25% aber sehr wohl.

      Hält ein einzelner Akteur mehr als 95% der Anteile, kann er die Minderheitsaktionäre gegen eine angemessene Abfindung sogar ganz aus dem Besitzverhältnis drängen (ein sogenannter squeeze-out).

      Als Vermögensanlage sind Aktien in zweierlei Hinsicht interessant. Zum einen, wenn man aufgrund der Unternehmensentwicklung auf steigende Börsenkurse setzt (um die Aktien zu einem geeigneten Zeitpunkt teurer verkaufen zu können, als man sie eingekauft hat) und zum anderen da man an erwirtschafteten Gewinnen über die jährliche Aktiendividende beteiligt wird.

      Aktien haben einen Nennwert und einen Kurswert ; der Nennwert gibt an, welchen Anteil am gesamten Grundkapital des Unternehmens man erworben hat, während der Kurswert den momentan an der Börse erzielbaren Preis für diesen Anteil beziffert – der durchaus unter dem Nennwert der Aktie liegen kann. Davon noch einmal unterscheidet sich der Emissionskurs: Es ist der Kurs, der bei der Emission der Aktie als Verkaufspreis festgelegt wird und sich meist irgendwo zwischen dem Nennwert und einem zukünftig erwarteten höheren Kurswert der Aktie befindet. Der Emissionskurs darf laut Gesetz nicht unter dem Nennwert liegen.

      Anleihen/Schuldverschreibungen

      Im Kontrast zur Aktie verschafft die Anleihe kein Eigentumsverhältnis an dem Unternehmen/der Körperschaft, denen das Geld zur Verfügung gestellt wird. Sie stellen einen Bereich des Fremdkapitals dar. Anleihen sind für Staaten wichtige Instrumente der eigenen Haushaltspolitik, denn sie verschaffen ihnen Geldmittel ohne Mitbestimmungsrechte über die Mittelverwendung – mit anderen Worten, sie sichern die Liquidität des Staates bei gleichzeitiger Wahrung seiner Freiheit.

      Anleihen sind sogenannte festverzinsliche Wertpapiere; während ihrer Laufzeit erhält der Anleger jährliche Zinszahlungen. Am Ende der Laufzeit wird der Nennwert (Nominalwert) der Anleihe zurückgezahlt. Anleihen waren über viele Jahre hochinteressante Kapitalanlagen, weil ihre Verzinsung weit über der Inflationsrate lag und sie als extrem risikoarm gelten. Mittlerweile liegt die Verzinsung von Schuldverschreibungen allerdings aufgrund der staatlichen Niedrigzinspolitik in den großen Volkswirtschaften derart niedrig, dass Anleger verstärkt nach rentableren Finanzprodukten suchen.

      Investmentzertifikate

      Mit ihnen bewegen wir uns auf dem Boden der Investmentfonds und der emittierenden Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG) , der in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen hat. Diese Zertifikate verleihen zwar ähnlich wie Aktien ein Miteigentumsrecht; es besteht aber nicht an einem Unternehmen, sondern an einem rechtlich eigens geschützten Sondervermögen.

      Investmentzertifikate werden oft auch einfach (Fonds-)Anteile oder (Fonds-)Beteiligungen genannt. Vor dem Verkauf von Investmentzertifikaten muss der Anleger mit für das Anlageprodukt wesentlichen (kennzeichnenden) Informationen ausgestattet werden, den sogenannten WAI (=Wesentliche Anlegerinformationen). Darin wird insbesondere über die genaue Art des Investments und die damit verbundenen Risiken informiert. Zwei grobe Klassen von Investmentfondsanteilen sind besonders wichtig, die Wertpapierfonds und die Alternativen Investmentfonds (AIF). Erstere bestehen, wie der Name schon sagt, aus einem Portfolio verschiedener Wertpapiere, während Alternative Investmentfonds in Sachwerte investieren. Nach den starken Börsenschwankungen im Zuge der Finanzkrise ab 2007 wurde vom deutschen Gesetzgeber regulierend in den Markt der Fonds eingegriffen; seitdem gibt es klar umrissene Vorgaben, für welche Objekte ein AIF aufgelegt werden darf. Investmentzertifikate spielen eine wachsende Rolle bei Finanzanlagen, weil sie bessere Renditen erzielen als beispielsweise Anleihen und gleichzeitig im Vergleich zu Aktien in sich bereits eine Risikodiversifizierung bieten.

      Wandelobligationen und Wandelanleihen

      Zwei weitere Formen von Emissionen seien noch genannt, die aber insgesamt eine viel kleinere Rolle spielen als die bereits genannten.

      1. Wandelobligationen/Wandelanleihen sind Anleihen (also Fremdkapital), die zu einem niedrigeren Zins als normale Anleihen ausgegeben werden und das Recht beinhalten, sie während einer Wandlungsfrist in Aktien umzutauschen; andernfalls ist die Wandelanleihe am Ende der Laufzeit zur Rückzahlung fällig. Wird die Anleihe in Aktien gewandelt, wandelt sich das eingesetzte Kapital gleichzeitig vom Fremd- zum Eigenkapital des Unternehmens. Voraussetzung für die Ausgabe von Wandelanleihen ist ein Hauptversammlungsbeschluss des Unternehmens mit Dreiviertelmehrheit.

      2. Für die Ausgabe von Genussscheinen gilt die gleiche Voraussetzung wie bei Wandelanleihen, nämlich die Dreiviertelmehrheit auf der Hauptversammlung. Genussscheine verbriefen dem Inhaber vermögensrechtliche Ansprüche gegenüber einem Unternehmen, z.B. Beteiligung am Gewinn oder bestimmten Erträgen, ohne ein Stimmrecht zu verleihen. Sie gelten als eine Form des Mezzanine Kapitals, da sie weder eindeutig dem Eigen- noch dem Fremdkapital zugeordnet werden können. Sie werden im Ranking der Finanzprodukte als sehr risikoreich eingestuft und sind möglicherweise sogar mit Vereinbarungen zur Beteiligung an möglichen Verlusten verknüpft.

      Die genannten Finanzprodukte stellen sozusagen den Inhalt der Emissionen dar.

      Rolle des Emittenten bei Wertpapieren

      Der Emittent spielt bei Wertpapieren eine zentrale Rolle, da er als Herausgeber des Finanzinstruments auftritt und die rechtliche sowie wirtschaftliche Grundlage für die Anlage schafft.
      Durch die Emission der Wertpapiere beschafft sich der Emittent Kapital von Investoren, das zur Finanzierung von Unternehmensinvestitionen, zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten oder – im Falle staatlicher Emittenten – zur Deckung öffentlicher Haushaltsbedarfe verwendet werden kann.

      Je nach Art des Wertpapiers entstehen unterschiedliche Rechtsbeziehungen zwischen Emittent und Anleger. Bei Aktien begründet die Emission eine mitgliedschaftliche Beteiligung am Unternehmen, wodurch Aktionäre unter anderem Anspruch auf Dividenden sowie bestimmte Mitwirkungsrechte erhalten. Aus Sicht des Emittenten sind Aktien Eigenkapital.
      Bei Anleihen hingegen handelt es sich um ein schuldrechtliches Verhältnis: Der Emittent verpflichtet sich zur Zahlung von Zinsen und zur Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zu einem festgelegten Zeitpunkt.

      Zertifikate und strukturierte Wertpapiere stellen eine spezielle Form der Emission dar. Denn nicht das Unternehmen, auf dessen Aktien oder Anleihen sich der Basiswert bezieht, ist der Emittent des Wertpapiers, sondern eine Bank. Damit bürgt letztlich nicht das Unternehmen für den Wert oder Wertverlust solcher Wertpapiere, sondern die emittierende Bank. Hierbei handelt es sich für den Emittenten um Fremdkapital.

      Generell trägt der Emittent umfangreiche Informations- und Transparenzpflichten. Vor der öffentlichen Platzierung von Wertpapieren muss immer ein Prospekt erstellt, geprüft, genehmigt und veröffentlicht werden, der detaillierte Angaben über die wirtschaftliche Situation des Emittenten, die Struktur des Wertpapiers sowie bestehende Risiken enthält (vgl. Art. 3 und 6 der EU-Prospektverordnung).

      Für börsennotierte Emittenten bestehen darüber hinaus laufende Veröffentlichungspflichten, etwa die Pflicht zur unverzüglichen Veröffentlichung von Insiderinformationen nach Art. 17 der Marktmissbrauchsverordnung, die im nationalen Recht durch Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes ergänzt wird.

      Damit ist der Emittent nicht nur in der Rolle des Kapitalnehmers, sondern fungiert zugleich als zentraler Informations- und Verantwortungsträger im Verhältnis zu den Anlegern und zum Kapitalmarkt.

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        Unterschiede in der Emissionsweise

        Darüber hinaus kann man nach der Art der Emissionsweise unterscheiden. Hier gibt es zum einen öffentliche (wie den Börsengang ) und nicht-öffentliche Emissionen (ein sogenanntes Private Placement oder auch Formen von Club Deals, bei denen die Wertpapiere vom Emittenten direkt einem ausgewählten Kreis von Investoren angeboten werden und die weniger strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen unterliegen).

        Fremdemission versus Eigenemission

        Zum anderen wird nach Fremd- und Eigenemission unterschieden. Fremdemissionen werden beispielsweise von einem oder mehreren Kreditinstituten (einem Emissionskonsortium) im Auftrag eines Unternehmens vorgenommen, während Eigenemissionen insbesondere im Bereich von Fondsgesellschaften vorkommen und in deren eigener Verantwortung liegen.

        Neuemittent

        Des weiteren spricht man von Neu-Emittent, wenn eine emissionsberechtigte Institution zum ersten Mal (oder erstmals nach langer Zeitspanne) Wertpapiere, Finanzprodukte oder vergleichbare Urkunden auf den Markt bringt (Börse oder Sachwert-Märkte). Die Zahl der Börsengänge/Neu-Emissionen ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Industrienationen allerdings nach wie vor auf einem niedrigen Niveau – waren es vor 25 Jahren im Zeitraum von 4 Jahren knapp 100 in Deutschland, kam Großbritannien im gleichen Zeitraum auf über 1.000, die USA sogar auf knapp 3.000. An den Zahlenverhältnissen hat sich seitdem wenig geändert.

        Gründe dafür liegen neben der in Deutschland vorhandenen grundsätzlichen Skepsis gegenüber dem Kapitalmarkt auch darin, dass es hierzulande nach wie vor einen breiten Mittelstand mit vielen Firmen in Familienhand gibt – der Kapitalbedarf dieser Betriebe lässt sich oftmals mit eigenen Mitteln abdecken, während Börsengänge Geldmittel in einem Umfang verschaffen können, die für ambitionierte Expansionsziele oder andere Großprojekte erforderlich sind.

        Neu-Emissionen in Form von sogenannten Börsengängen unternahmen 2021 beispielsweise Daimler Truck und Bike24.
        Dem Neu-Emittent gegenüber steht begrifflich der Dauer-Emittent, der fortlaufend auf einem oder verschiedenen Märkten tätig ist, um (sich oder anderen) Kapital zu beschaffen. Beispiel für Daueremittenten sind Staaten, die fortwährend über Anleihen ihren Geld-Bedarf abdecken.

        Der „gute“ Emittent – wie findet man ihn und was zeichnet ihn aus?

        Der Herausgeber von Wertpapieren und anderen Finanzprodukten hat ein Interesse daran, dass seine Angebote auch gekauft werden – sonst könnte man sich den ganzen Vorgang, den damit verbundenen Aufwand und die Kosten ja sparen. Die Anleger wiederum möchten ihr Geld in Objekte und Wertpapiere anlegen, die – unter vielen anderen Motivationen – vor allem ein gutes Verhältnis von Risiko zu Rendite bieten. Die emittierenden Institutionen müssen also eine Perspektive zeichnen, durch welche die Investition ihn ihre Wertpapiere und Finanzprodukte als attraktiv auf dem Markt erscheinen lässt und das Interesse der potenziellen Anleger weckt.

        Emittent hat eine erfolgreiche Geschichte

        Ein „guter“ Emittent wirbt dabei nicht nur mit farbenfrohen Prognosen, sondern kann auf eine gute Historie verweisen. Das ist zum Beispiel möglich, indem man mit einschlägigen Kennzahlen auf die bisherige Erfolgsgeschichte des Unternehmens verweist, das an die Börse gebracht werden soll; im Fall eines erst entstehenden oder anzuschaffenden Sachwertes (wie eine Immobilie oder ein Flugzeug) kann man als Emittent auf Vorgängerprojekte verweisen, die man erfolgreich auf dem Markt platziert und umgesetzt hat.

        Emittent verfügt über Bonität

        Um als guter Emittent bezeichnet werden zu können, ist darüber hinaus die Kreditwürdigkeit des emittierenden Instituts oder Unternehmens eine wichtige Kennzahl. Finanzexperten, ob in Banken oder in anderen auf den Kapitalmarkt spezialisierten Institutionen, nehmen je nach bereits vorhandener Kreditlast, der Gewichtung von Eigen- zu Fremdkapital, der bisher erzielten Gewinnmarge, vorhandenen Sachwerte (Mobilien und Immobilien), möglichen creditreform und SCHUFA-Einträgen sowie weiteren Daten eine Bonitätsprüfung vor, um Emittenten auf ihre Stabilität und damit auch auf ihre Kredit-Rückzahlungsfähigkeit zu untersuchen. Je höher die Bonität , desto stabiler und damit kreditwürdiger gilt ein Emittent.

        Emissionsvolumen

        Auch der Umfang der mit den Wertpapieren angezielten Kapitalbeschaffung kann erfahrenen Anlegern gewisse Hinweise für den möglichen Erfolg der Geldanlage geben. In welchem Verhältnis zu den bisher vorhandenen Geldmitteln steht die Emission? Wie realistisch ist die angezielte Kapitalaufnahme für das Erreichen des prognostizierten Ergebnisses? In welchem Verhältnis stehen eingesetzte Mittel zum erwarteten Ertrag?

        Volatilität

        Die Schwankungen im Kurswert von Unternehmen, die sich bereits auf dem Markt befinden, können eine gewisse Auskunft über die Stabilität der emittierenden Unternehmung oder Institution geben. Gibt es große Kursschwankungen, wird der Emittent offensichtlich von den anderen Marktteilnehmern über bestimmte Zeiträume als sehr unterschiedlich im Wert angesehen. Natürlich ist das nicht alleine ausschlaggebend für die Prognose der Wertentwicklung, gibt aber doch einen Hinweis. Geringe Volatilität kann damit zusammenhängen, dass Emittenten als sehr stabil in ihrem Wert und/oder ihrer Wertentwicklung angesehen werden. Gründe für eine hohe Volatilität können auch im geringen Anteil an Sachwerten liegen, die im Hintergrund einer Unternehmung stehen (beispielsweise können „Ideen“, die hinter einer Unternehmensgründung stehen, manchmal schneller an Wert verlieren, als das bei Immobilien und anderen Vermögensgegenständen der Fall ist).

        Offene Kommunikation auch der Risiken

        Über die erwarteten Renditen werden die Herausgeber von Wertpapieren und anderen Finanzprodukten gerne und viel sprechen – nur so sind ihre Angebote interessant für potenzielle Investoren auf dem Kapitalmarkt. Emittenten sollten Investment-Interessenten aber auch offenlegen, welches Risiko mit der geplanten Emission und den damit verbundenen Geschäftszielen verbunden sind.

        Letztlich müssen viele Punkte zusammenkommen, damit ein Investor dem Herausgeber von Wertpapieren – ob an der Börse oder auf anderen Märkten – das Vertrauen entgegenbringt, sein Geld in gute, stabile und damit letztlich erfolgreiche Hände zu geben.

        Was bedeuten Emittentenrisiko und Insolvenzrisiko?

        Gibt ein Emittent oder ein Emissionskonsortium Anleihen aus, muss der Anleger mit dem sogenannten Emittentenrisiko rechnen. Damit wird der Umstand benannt, dass der Herausgeber dieser Wertpapiere in die Situation gerät, den Nennwert der ausgegebenen Papiere nicht zurückzahlen zu können. Kommt ein Emittent in finanzielle Schieflage, kann es für den Anleger bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Geldes kommen (das bekannteste Beispiel ist wohl der Zusammenbruch der Bank Lehmann Brothers, deren Zertifikate im Jahr 2008 vom Börsenhandel ausgesetzt wurden – ein Totalverlust für rund 50.000 Anleger).

        Bei Aktien spricht man hingegen von Insolvenzrisiko : Weil sie ohne feste Laufzeit gehandelt werden, liegt die Gefahr nicht so sehr in der Zahlungsunfähigkeit bei Zinsleistungen oder Rückzahlungen, sondern in massiven Kursverlusten im Handel an der Börse. In solch einem Fall werden oft auch keine Dividenden mehr ausgezahlt. Aktuelles Beispiel ist auch 2021 immer noch Wirecard, dessen Kurs im Juni 2020 innerhalb von zwei Wochen von gut 100€ pro Aktie auf unter fünf Euro abstürzte.

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          Wie können solche Risiken minimiert werden?

          Um diese Risiken einschätzen zu können, haben sich eigens gegründete Rating-Agenturen darauf spezialisiert, anhand von einschlägigen Kennzahlen die Bonität nahezu sämtlicher Marktteilnehmer zu überprüfen und einzustufen. Viele Emittenten lassen ihre Kreditwürdigkeit von solchen Agenturen überprüfen, um bei den potenziellen Anlegern Vertrauen herzustellen.

          Emittenten von Sachwertanlagen (Alternative Investmentfonds) müssen seit 2013 nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) ihre Investments als Sondervermögen strukturieren, was den Anlegern in diesem Bereich einen besonderen Schutz im Falle der Insolvenz des Emittenten bietet.

          Natürlich können Ratings nicht immer vollkommen verlässlich sein, Sachwerte ihre Wertzuschreibung verfehlen oder verlieren – denn niemand kennt die Zukunft, Unerwartetes kann jederzeit eintreffen und jede Prognose durcheinander bringen. Daher raten erfahrene Anlageberater zu einer Diversifikation im Anlage-Portfolio; das bedeutet, die für die Geldanlage vorhandenen Finanzen auf verschiedene Anlagemöglichkeiten und Finanzprodukte zu verteilen, also beispielsweise zu einem Teil in Aktien, zu einem anderen in Anleihen und zu einem weiteren Teil in Sachwerte zu investieren. Mögliche Verluste können dann durch gute Entwicklungen in anderen Bereichen abgefedert, wenn nicht sogar egalisiert werden.

          Risiken für Anleger durch den Emittenten

          Für Anleger verbindet sich mit dem Emittenten ein spezifisches Risiko, das sogenannte Emittentenrisiko. Es bezeichnet die negative Möglichkeit, dass der Herausgeber eines Wertpapiers seine finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann.

          Dieses Risiko hängt maßgeblich von der wirtschaftlichen Stabilität, der Bonität und der finanziellen Situation des Emittenten ab. Gerät der Emittent in wirtschaftliche Schwierigkeiten oder wird sogar zahlungsunfähig, kann dies erhebliche Auswirkungen auf den Wert der betreffenden Wertpapiere haben.

          Besonders deutlich zeigt sich das Emittentenrisiko bei Schuldverschreibungen wie Unternehmensanleihen. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass der Emittent die vereinbarten Zinszahlungen oder die Rückzahlung des investierten Kapitals bei Fälligkeit nicht leisten kann. Im Extremfall, etwa bei einer Insolvenz, droht Anlegern ein teilweiser oder vollständiger Verlust ihrer Investition.
          Auch bei strukturierten Produkten wie Zertifikaten spielt das Emittentenrisiko eine wichtige Rolle, da diese rechtlich häufig als unbesicherte Forderungen gegenüber dem Emittenten ausgestaltet sind. Außerdem ist der Emittent bei strukturierten Produkten nicht das Unternehmen, auf dessen Wertpapiere sich das Zertifikat bezieht, sondern eine Bank.

          Bei Aktien wirkt sich eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Emittenten ebenfalls direkt auf den Wert der Anlage aus, etwa durch sinkende Unternehmensgewinne oder ausbleibende Dividendenzahlungen. In schweren Fällen kann eine Insolvenz des Unternehmens eintreten, die nach den Vorschriften der Insolvenzordnung abgewickelt wird.

          Für Anleger ist es daher wichtig, die Bonität eines Emittenten sorgfältig zu prüfen, etwa anhand von Unternehmenskennzahlen oder Bewertungen durch Ratingagenturen.

          Fazit: Bedeutung des Emittenten am Kapitalmarkt

          Der Emittent spielt eine enorm wichtige Rolle am Kapitalmarkt. Als Herausgeber von Wertpapieren oder Fondsanteilen knüpft er die Verbindung zwischen Kapitalnachfrage und Kapitalangebot.
          Durch die Emission von Finanzinstrumenten stellt der Emittent das notwendige Kapital für Unternehmen, Banken oder Staaten bereit, um Investitionen, Projekte oder öffentliche Aufgaben zu finanzieren. Ohne Emittenten wären liquide und funktionierende Kapitalmärkte kaum denkbar, da die Bereitstellung von Finanzmitteln und die Risikoverteilung auf Investoren wesentlich von ihrer Aktivität abhängen.

          Darüber hinaus ist der Emittent zentral für Transparenz und Informationsversorgung am Markt. Er ist verpflichtet, Prospekte zu erstellen, laufende Berichtspflichten zu erfüllen und wichtige Entwicklungen unverzüglich zu kommunizieren. Dadurch wird das Vertrauen der Investoren gestärkt, und der Markt kann effizient funktionieren.

          Gleichzeitig verbindet sich mit dem Emittenten das sogenannte Emittentenrisiko, das Anleger beeinflusst und dessen Management für die Stabilität der Finanzmärkte von großer Bedeutung ist.

          Emittenten sind also nicht nur Kapitalnehmer, sondern auch zentrale Akteure, die für die Funktionsfähigkeit, Stabilität und Transparenz der Kapitalmärkte entscheidend sind. Ihre Rolle wirkt sich direkt auf die Investitionsbereitschaft der Anleger und die Effizienz des gesamten Finanzsystems aus.

          FAQ

          Was ist ein Emittent?

          Ein Emittent ist eine juristische Person, die Wertpapiere oder Fondsanteile ausgibt, um Kapital von Investoren zu beschaffen. Typische Emittenten sind Unternehmen, Banken oder Staaten. Sie werden durch internationale Agenturen mit einem Rating bewertet, das maßgeblich über die Zahlungsfähigkeit des Emittenten und damit die Sicherheit des Investments Auskunft gibt.

          Durch die Emission entstehen Rechte und Pflichten gegenüber den Anlegern (z.B. Zinszahlungen bei Anleihen, Dividendenzahlungen bei Aktien).

          Der Emittent trägt außerdem Informationspflichten, erstellt Prospekte und haftet für die Erfüllung der vereinbarten Zahlungen.

          Welche Risiken trägt ein Emittent?

          Mit einem Emittenten verbinden sich verschiedene Risiken, die sich vor allem auf seine Fähigkeit zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber Anlegern beziehen. Dazu zählen vor allem das Bonitäts- und Zahlungsrisiko, also die Gefahr, Zinsen oder Rückzahlungen nicht leisten zu können, sowie wirtschaftliche Risiken durch schwankende Geschäftsergebnisse oder Marktbedingungen. Man spricht auch vom Emittentenrisiko als der Gefahr, dass er insolvent (zahlungsunfähig) wird.

          Darüber hinaus bestehen regulatorische Risiken, etwa aus Verstößen gegen Prospekt- oder Transparenzpflichten, und Reputationsrisiken, die das Vertrauen der Investoren beeinträchtigen können.

          Worin unterscheiden sich Emittent und Investor?

          Ein Emittent ist die Person oder Organisation, die Wertpapiere ausgibt, um Kapital zu beschaffen, während ein Investor Kapital bereitstellt, indem er diese Wertpapiere erwirbt.
          Der Emittent trägt die Verantwortung für Informationspflichten, Zins- oder Dividendenzahlungen und die Einhaltung regulatorischer Vorschriften. Der Investor hingegen trägt das Anlagerisiko und profitiert von möglichen Erträgen wie Kursgewinnen, Zinsen oder Dividenden. Emittent und Investor stehen also in einer rechtlichen und wirtschaftlichen Gegenüberstellung am Kapitalmarkt: Der eine ist „Kapitalnehmer“, der andere „Kapitalgeber“.

          Was ist der Unterschied zwischen Fremd- und Eigenemission?

          Der Unterschied zwischen Fremd- und Eigenemission liegt in der Rolle des Emittenten bei der Platzierung der Wertpapiere. Bei einer Eigenemission gibt der Emittent die Wertpapiere selbst aus und bietet sie direkt am Markt an. Bei einer Fremdemission wird die Platzierung über ein anderes Unternehmen oder eine Bank abgewickelt, die als Vermittler oder Garant auftritt.
          Eigenemission erfordert somit mehr Eigenverantwortung und Infrastruktur, während Fremdemission den Emittenten entlastet, aber Gebühren für den Vermittler verursacht.

          Unsere Emittenten-Auswahl:

          Axel Hermann - Prokurist bei Hörtkorn Finanzen
          Autor:
          Prokurist
          Hörtkorn Finanzen

          Inhalt:

            Premium Partner Emittent asuco

            asuco

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              Risiken: Der Erwerb einer Finanzanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlustes. Risikofaktoren sind z.B. höhere Kosten als kalkuliert; negative Prognoseabweichungen; geringere Verkaufserlöse bzw. Einnahmen; Änderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen; u. U. Fremdwährungsrisiken.

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