Risiken und Sicherungsstrategien für Private-Equity-Investments

Medien lieben Risiko, Katastrophen und aufregende Storys

Dass die öffentliche Wahrnehmung negativ durch Medien beeinflusst wird, liegt auf der Hand. Schlagzeilen werden eher durch schockierende Ereignisse geprägt, die Mitgefühl und Betroffenheit auslösen, als durch Erfolgsmeldungen. Es wird generell sehr wenig über Private Equity geschrieben. Wenn, dann ist es meist ein nicht repräsentativer Ausschnitt, der eine Misserfolgsstory ausschlachtet. Ein gescheitertes Einzelunternehmen, die Arbeitslosen und menschlich berührenden Schicksale darzustellen, bedient den mitfühlenden Betrachter eher als Erfolgsmeldungen. Nie liest man außerhalb der Finanzmarktfachpresse: „Selbst aus einem Investment von nur 200.000 Euro konnten Anleger mit Private Equity innerhalb von 10 Jahren eine Million machen.“

Heuschrecken in deutschen Portfolios

Besonders prägend in Deutschland war die bis heute nachwirkende, historische Betitelung der Private-Equity-Investoren durch den Politiker Franz Müntefering. Unser Vizekanzler und Multi-Bundesminister erkaufte sich mit der Bezeichnung der Private-Equity-Investoren als „Heuschrecken“ Stimmen. Wir wissen aus Gesprächen, dass diese Bezeichnung viele Botschaften vereint hat und hängen blieb. Motivierend, ihr Geld in Private Equity zu investieren, war dieser Ausspruch für Privatinvestoren nicht. Selbst heute werden wir noch manchmal darauf angesprochen, obwohl das zugrundeliegende Interview mit der Bildzeitung schon auf den 17. Mai 2005 datiert. Als Müntefering bereits kurz danach relativierte und konkretisierte, dass der Begriff nur eine sehr kleine Gruppe von Investoren meine, war es zu spät, das öffentliche Bild zu korrigieren.

Kurzer Faktencheck

Bei hinreichender Analyse des Themas erschließt sich einem schnell, dass Private Equity gesellschaftlich wichtig ist, zu Arbeitsplätzen, Innovation und Wirtschaftswachstum erheblich beiträgt und unterm Strich ein Stabilisator UND Wachstumsstreiber für Unternehmen im marktwirtschaftlichen Wettbewerb darstellt. Wir hatten in vorherigen E-Mails und Briefen einige der Aspekte schon für Sie beleuchtet.

Nun aber zum Thema von heute: die relevanten Risiken von Private Equity

Wir konzentrieren uns auf folgende Hauptrisiken, mit denen Private-Equity-Investoren, mithin Sie mit Ihrer Anlage, professionell umgehen sollten.

  1. Der Private-Equity-Markt ist ineffektiv. Anders als bei Aktien können Anleger verlieren, obwohl der Markt gut läuft.
  2. Dass Investments Totalverluste werden, gehört bei Private Equity leider dazu. Was ist zu tun, um das Gesamtinvestment nicht zu gefährden?
  3. Kreditfinanzierungshebel machen Private Equity spekulativ. Was tun, wenn Banken zu Gegnern werden?

Private Equity ist ineffektiv

Was bedeutet das eigentlich genau? Um das zu veranschaulichen, nehmen wir den Aktienmarkt und einen Aktienfonds zum Vergleich. Nehmen wir an, dass Sie beispielsweise in einen europäischen Aktienfonds investieren.

Der zugrundeliegende Aktienmarktindex verläuft bspw. 2018 negativ und weist deutliche Verluste aus. Ihr hypothetisch genommener Fonds wird dann auch Verluste haben. Sollten Sie einen guten Manager ausgewählt haben, sind Ihre Verluste ggf. 2 %–5 % geringer ausgefallen, die Tendenz entspricht jedoch der des Marktes. 2019 lief es dann sehr gut an den Börsen. Die guten Manager in diesem Umfeld haben etwas mehr Gewinn gemacht als der Markt. Die schlechten Manager haben trotz schlechter individueller Leistung für die Anleger Geld verdient – zwar weniger als der Durchschnitt, dennoch ist das Ergebnis positiv.

Anleger im Aktienmarkt profitieren und leiden gleichermaßen an „dem Markt“. Das Marktrisiko und die Marktchance sind sehr wichtige Werttreiber. Langfristig und auf die Gesamtrendite betrachtet ist es wichtiger, in den richtigen Märkten investiert zu sein, als den besten Manager zu haben.

Das Vorgenannte beschreibt kurz und auszugsweise einen sogenannten „effektiven Markt“.

Bei Private Equity ist das komplett anders. Der Private-Equity-Markt ist ineffektiv. Zu jeder Zeit ist es so, dass schlechte Manager Verluste produzieren und gute Manager hohe Renditen erzielen. Die individuelle Managementleistung ist das wesentliche und letztlich erfolgsentscheidende Kriterium. Es ist also fahrlässig, über einen Manager, einen Fonds oder über einen Dachfonds zu investieren, sofern die Auswahl der Zielfondskandidaten nicht professionell gemacht wird. Ein substantieller und auch entsprechend umfangreicher Auswahlprozess sollte der Investition vorangegangen sein. Die besten 25 % der Private-Equity-Manager realisieren für Investoren quer durch Wirtschaftszyklen, politische Phasen, Börsenturbulenzen und Veränderungen des Zeitgeistes hohe Renditen, die konstant zweistellig sind. Gleichermaßen produzieren andere Manager Verluste, trotz prosperierender Wirtschaft.

So können Sie der beistehenden Grafik entnehmen, dass die besten 25% der Manager den Anlegern das eingesetzte Kapital mit dem Faktor 2,2 zurückzahlten. Die schlechtesten 25% schafften nur das 1,3 fache.

Chart: Cambride Performancedaten

Unser Fazit und wie unsere Kunden mit dem Risiko umgehen

Private Equity ohne professionelle Hilfe in das Vermögensportfolio einzubauen, ist Unsinn und führt zu schlechten Investments und Verlusten. Anders als im Bereich von offenen Fonds ist der Gedanke eines ETF, also einer billigen Anlage ohne aktives Management, im Bereich Private Equity vollkommen deplatziert. Es hilft da auch keine Streuung aus mehreren schlechten Managern.

Wir arbeiten nur mit renommierten Fondsselektoren zusammen, deren Expertise, berufliche Stationen und historische Errungenschaften uns den Eindruck vermitteln, dass

  1. die besten Zielfondskandidaten identifiziert werden können,
  2. Managerwechsel im Monitoring rechtzeitig wahrgenommen werden,
  3. und vor allem als Investor Zugang zu den Top-Fonds besteht.

Vor allem der dritte Punkt darf nicht unterschätzt werden. Private Equity ist immer noch eine exklusive Veranstaltung und erfordert tatsächlich regelmäßig nicht nur entsprechende Anlagebeträge, sondern auch vertrauensvolle Geschäftsverbindungen. Gern geben wir Ihnen in Einzelgesprächen konkrete Beispiele dazu.

Grafik der Investorenhintergründe

Zusätzliche Referenz: Der von uns beauftragte Zielfonds-Selektor für die mit uns umsetzbaren Dachfonds hat einen Großteil seiner Investoren in der Finanzbranche und der Unternehmerwelt (siehe Grafik oben). Wir finden, dass auch diese Tatsache ein deutlicher Vertrauensbeweis aus der Finanzfachwelt ist.

Totalverlustrisiko einzelner Investments

Immer wieder geht auch ein von Private Equity mit Eigenkapital ausgestattetes Unternehmen in die Insolvenz. Das führt unter Umständen zu einem Totalverlust für das Investment des Fonds in dieses Unternehmen. Dafür sollte man sich die Finanzierungsstruktur eines Investments vor Augen halten. Private-Equity-Unternehmen finanzieren ihr Investment meist zu 50 % bis 80 % aus Krediten. Der Kaufpreis wird in der Regel vom gekauften Unternehmen selbst unmittelbar zurückgeführt. Bei einer Insolvenz ist der Eigenkapitalanteil dann meist aufgezehrt und eventuelle Verwertungsmasse fließt der Bank zu.

Dieses Risiko ist praktisch sicher. Soll bedeuten, dass selbst den allerbesten Private-Equity-Investoren Unternehmen pleite gehen. Die Gründe sind vielschichtig und gleichermaßen unwichtig. Das passiert in der Marktwirtschaft, und zwar nicht wegen, sondern trotz Private Equity. „Trotz“ schreiben wir, da PE-finanzierte Unternehmen oft einen starken PE-Partner im Hintergrund haben, der in Krisensituationen Erfahrungen einbringt, Geld hat und mit dem professionellen Netzwerk auch in Krisen eine Unterstützung sein kann.

Da dieses Risiko nun einmal besteht und auch Hörtkorn Finanzen, so wie auch Private-Equity-Fondsmanager, nur diesseits der Glaskugel arbeitet, muss ein Umgang gefunden werden, der struktureller Natur ist. Wir haben mit unseren ganz großen Kunden auch schon direkte Investments begleitet. Wir bewegen jedoch ein Vielfaches an Volumen, indem wir in Dachfonds investieren.

Nun kommt etwas wirklich Wichtiges, wenn es um das Thema Sicherheit bei Investments geht, bei denen eigentlich feststeht, dass ab und zu mal eines total ausfallen wird:

Lassen Sie sich bitte kurz auf ein Gedankenspiel ein und machen nach dem Textabschnitt eine kurze Pause, bevor Sie weiter runter gehen und weiterlesen.

Stellen Sie sich vor, Sie und Ihr Nachbar wollen 1.000.000 Euro für 10 Jahre sicher anlegen. Ihnen werden zwei Optionen angeboten. Entweder legen Sie alles in eine mit 2,5 % p. a. rentierende, als sicher verkaufte Anlage an, oder Sie haben die Chance, in ein Investment einzusteigen, das Ihnen 16 % p. a. einbringt. Sie sind unsicher, wollen jedoch etwas wagen. Sie verteilen daher Ihr Investment auf 4 der als hoch rentierlich angesehenen Anlagen.

Nun schauen Sie zehn Jahre später und stellen fest, dass 2 Ihrer 4 Investments Totalausfälle sind, eines den Wert ohne jede Rendite erhalten hat und nur eines geschafft hat, was in Aussicht gestellt wurde. Ihr Nachbar lacht und freut sich über seine 1.280.000 Euro Gesamtergebnis.

Was denken Sie, wer sich freut, nachdem Sie auf den Gesamtwert Ihres Investments geschaut haben?

Sie haben mehr Werte geschaffen in den zehn Jahren. Ihr Vermögen ist auf 1.350.000 Euro angewachsen. Und das selbst in diesem unrealistisch negativen Beispiel-Szenario. Wir haben das Szenario nur so gewählt, um zu veranschaulichen, dass die sinnvolle Kombination und Streuung von Investments, die hoch rentierlich und dafür schlechter planbar sind, dazu führen kann, dass ein Gesamtportfolio trotzdem rentabler UND sicher bzw. sicherer wird.

Unsere Folgerung und wie unsere Kunden mit dem Risiko umgehen

Das ist der Grund, warum wir Dachfonds für Private-Equity-Investments als optimal ansehen. Mit den ausgewählten Lösungen ab 200.000 Euro bzw. 300.00 USD oder auch der Tranche ab 20.000 Euro haben Investoren eine Streuung auf bis zu 12 Zielfondskandidaten. Jeder der Zielfonds streut sein Engagement wiederum auf mehrere Unternehmen. Wir erwarten dadurch eine Streuung auf mindestens 50 Zielunternehmen.

Der Ordnung halber verweisen wir darauf, dass die erwarteten Ausfallquoten natürlich deutlich niedriger sind und historisch auch deutlich niedriger waren.

Kreditfinanzierte Käufe sind gefährlich …

Wenn nur 20 % eines Private-Equity-Investments Eigenkapital sind, bedeutet das, ein Investment muss nur 20 % an Wert verlieren, damit das eingesetzte Kapital verloren wäre.

Dieses Risiko ist real und passiert, wie weiter oben beschrieben, auch tatsächlich. Es passiert jedoch nur in einem Bruchteil der Fälle.

Viel häufiger nehmen die Werte des Investments zu. Und im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass bei 20 % Wertzuwachs das eingesetzte Kapital verdoppelt ist.

Die Aufklärung und Erklärung zu diesem Risikopunkt ist daher tatsächlich offenkundig und kurz und knapp. Da viel häufiger von den Kredithebeln profitiert wird, als dass der Totalverlust dadurch entsteht, werden diese gerne von Zielfonds eingesetzt. Das Risiko wird angemessen hoch für Investoren bezahlt und daher gern eingegangen. Zudem haben Fonds die Chance, in fünf Unternehmen zu investieren, wenn jeweils nur 20 % aus Eigenmitteln kommen, anstatt 100 % in Eigenkapital anzulegen. Den Sinn, das Risiko einzelner Investments zu erhöhen und dafür mehr zu streuen, haben wir hoffentlich im Punkt 2 der heute erörterten Risiken näherbringen können.

Fazit:

Sie haben hoffentlich einige Erkenntnisse aus unseren Ausführungen gewinnen können und einen noch besseren Eindruck zu den Risiken und unseren Umgang damit erhalten.

Melden Sie sich gern für Rücksprache und natürlich gern auch für Umsetzung Ihrer Investitionen. Wir sind überzeugt, dass Private Equity in keinem Kundenportfolio fehlen sollte, solange mit den Risiken entsprechend professionell umgegangen wird. Da wir Tranchen ab 20.000 Euro im Zugriff für Sie haben, ist es uns seit geraumer Zeit auch möglich, für jeden Kunden eine Lösung anzubieten.

Geschäftsführer von Hörtkorn Finanzen - Herr Friedenauer

Peter Friedenauer
Geschäftsführer
Hörtkorn Finanzen GmbH

Unsere qualitätsgeprüften Angeboten finden Sie auf unserer Website. Für den direkten Kontakt zu uns können Sie  das Kontaktformular oder das Telefon (+49) 07131 949-206 wählen.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung
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