Emission

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Inhalt:

    Was versteht man unter einer Emission? Einführung und Definition

    Im finanzwirtschaftlichen Kontext bezeichnet die Emission die Ausgabe von Wertpapieren oder vergleichbaren Anlageinstrumenten durch einen Emittenten zur Aufnahme von Kapital.

    Neben klassischen Wertpapieren wie Aktien und Anleihen umfasst dies auch die Ausgabe von Anteilen an Investmentvermögen, insbesondere an Alternativen Investmentfonds (AIF).

    Im Kontext der Ökonomie hat die Emission also wenig mit dem heute sehr geläufigen gleichen Begriff aus der Ökologie bzw. dem Umweltschutz zu tun, bei dem es um den Ausstoß von Abgasen, also um Schadstoffe, Luftverunreinigungen und dergleichen geht.

    Allerdings bedienen sich beide Bedeutungen derselben lateinischen Wortwurzel: emittere kann mit „Herausgabe“, aber auch mit „Ausstoß“ übersetzt werden.

    Die Emission beschreibt dabei den gesamten Prozess der Platzierung dieser Instrumente am Primärmarkt – von der Strukturierung über die Festlegung der Bedingungen bis zur Zuteilung an Investoren.

    Während der Emittent die rechtliche Einheit ist, die Kapital aufnimmt, bezeichnet die Emission den Vorgang selbst.

    Ein Börsengang ist eine spezielle Form der Emission, ebenso wie die erstmalige oder wiederholte Ausgabe von Fondsanteilen.

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      Begriffsfeld und wirtschaftliche Bedeutung

      Der Begriff ist eingebettet in ein Wortfeld umgebender Konzepte:

      Der Emittent stellt die rechtliche Einheit dar, die die Wertpapiere ausgibt und die damit verbundenen Verpflichtungen eingeht. Die Emission hingegen beschreibt den Vorgang selbst.

      Ein Emissionshaus wiederum fungiert häufig als Intermediär und übernimmt organisatorische sowie vertriebliche Aufgaben im Rahmen der Emission.

      Der Börsengang (engl. Initial Public Offering / IPO) stellt eine spezielle Form der Emission dar, bei der erstmals Aktien eines Unternehmens öffentlich angeboten und in den Handel an einer Börse eingeführt werden.

      Gerade im Bereich alternativer Investments (z. B. Private Equity, Infrastruktur oder Immobilien) erfolgt die Kapitalaufnahme typischerweise nicht über börsengehandelte Wertpapiere, sondern über die strukturierte Emission von Fondsanteilen.

      Die wirtschaftliche Bedeutung von Emissionen ist erheblich:

      Für Unternehmen stellen sie eine zentrale Möglichkeit dar, Eigen- oder Fremdkapital zu beschaffen, ohne auf klassische Bankkredite angewiesen zu sein.

      Staaten nutzen Emissionen insbesondere zur Finanzierung von Haushaltsdefiziten durch die Ausgabe von Staatsanleihen. Vgl. beispielsweise die Schuldenaufnahme des Bundes mit Bundesanleihen.

      Für Investoren eröffnen Emissionen die Möglichkeit, sich frühzeitig an Unternehmen oder Projekten zu beteiligen oder in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren.

      Historisch betrachtet hat sich das Emissionswesen in der Wirtschaft parallel zur Entwicklung organisierter Finanzmärkte herausgebildet.

      Bereits im 17. und 18. Jahrhundert wurden erste staatliche und unternehmerische Schuldverschreibungen ausgegeben, um größere Vorhaben zu finanzieren.

      Mit der Industrialisierung gewann die Emission von Aktien zunehmend an Bedeutung. Der Grund war, dass Unternehmen hohe Kapitalbedarfe für Investitionen in Infrastruktur und Produktion hatten (z.B. Eisenbahnbau).

      Im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts hat sich das Spektrum emittierter Finanzinstrumente erheblich erweitert. Diese wurde begleitet von einer zunehmenden Regulierung und Internationalisierung der Kapitalmärkte.

      Trotz zahlreicher Erschütterungen (Weltwirtschaftskrisen, Börsencrashs, Finanzmarktkrise) stellen Emissionen heute einen wesentlichen Bestandteil der Funktionsfähigkeit und Effizienz moderner Kapitalmärkte und damit der Wirtschaft sowie der Finanzierung von Staaten allgemein dar.

      Welche Grundprinzipien liegen einer Emission zugrunde?

      Jede Emission basiert auf dem Ziel, den Kapitalbedarf von Staaten und Wirtschaft mit Investitionsbereitschaft zusammenzuführen.

      Der Emittent definiert Volumen, Struktur und Konditionen, während Investoren auf Basis von Risiko-Rendite-Erwartungen und Informationen zum Markt entscheiden, ob sie sich beteiligen.

      Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt maßgeblich den Erfolg der Emission.

      Während bei börsennahen Emissionen häufig ein marktbasierter Preisfindungsmechanismus zum Einsatz kommt, erfolgt die Preis- bzw. Anteilsbewertung bei Fonds – insbesondere bei AIFmeist auf Grundlage von Nettoinventarwerten (engl. Net Asset Value / NAV), Prognosen oder vertraglich definierten Bewertungsansätzen.

      Emissionen finden grundsätzlich am Primärmarkt statt. Auch für Fondsanteile gilt, dass Investoren Anteile direkt beim Fonds oder über Vertriebspartner zeichnen.

      Ein organisierter Sekundärmarkt (Zweitmarkt) ist insbesondere bei geschlossenen AIF häufig nur eingeschränkt oder gar nicht vorhanden, was die langfristige Kapitalbindung zu einem prägenden Merkmal macht.

      Der Emissionsprozess ist zudem regelmäßig strukturiert und reguliert. Insbesondere im Fondsbereich spielen rechtliche Vorgaben, Vertriebszulassungen und umfangreiche Informationspflichten eine zentrale Rolle, um Transparenz und Anlegerschutz sicherzustellen.

      Welche Arten von Emissionen gibt es?

      Emissionen lassen sich nach der Art des ausgegebenen Instruments unterscheiden, wobei neben klassischen Wertpapieren auch Fondsanteile eine zentrale Rolle spielen.

      Wie bereits oben angemerkt, handelt dieser Artikel nicht von der anderen wichtigen Art von Emissionen, bei denen es um Aspekte der Umwelt und den Umweltschutz geht, also z.B. Schadstoffe bzw. verschmutzende Emissionen.

      Aktienemissionen betreffen die Ausgabe von Eigenkapital, etwa im Rahmen eines Börsengangs oder einer Kapitalerhöhung.

      Anleiheemissionen dienen der Aufnahme von Fremdkapital durch die Ausgabe verzinslicher Schuldverschreibungen, so z.B. durch die Auflage von Zinspapieren des Bundes in den Bundesanleihen.

      Eine eigenständige und praxisrelevante Kategorie ist die Emission von Anteilen an Investmentvermögen.

      Hierzu zählen insbesondere Alternative Investmentfonds, bei denen Investoren Anteile an einem kollektiven Anlagevehikel erwerben.

      Diese Emissionen erfolgen häufig im Rahmen von Platzierungsphasen, in denen Kapitalzusagen eingesammelt werden (z.B. bei Private-Equity-Fonds) oder Anteile fortlaufend ausgegeben werden (z. B. bei offenen Spezialfonds).

      Die Ausgestaltung unterscheidet sich deutlich von klassischen Wertpapieremissionen, insbesondere hinsichtlich Liquidität, Laufzeit und Bewertungsmechanismen.

      Ergänzend sind hybride und strukturierte Instrumente wie Wandelanleihen, Optionsanleihen oder Zertifikate im Verkehr, die Elemente von Eigen- und Fremdkapital kombinieren oder spezifische Auszahlungsprofile abbilden.

      Der Begriff der Emission umfasst also im finanzwirtschaftlichen Sinne eine breite Palette von Instrumenten, deren konkrete Ausgestaltung stark vom Finanzierungszweck und der Zielgruppe der Investoren abhängt.

      Wie läuft eine Emission ab?

      Emission erfolgen in der Regel in einem strukturierten Prozess, der sich je nach Instrument unterscheidet.

      Besonders bei der Emission von Anteilen an Alternativen Investmentfonds ergeben sich spezifische Besonderheiten, insbesondere im Hinblick auf Strukturierung, Platzierung und Kapitalabruf.

      Am Anfang steht die Vorbereitung.

      Der Emittent bzw. Initiator (z.B. ein Unternehmen, ein Staat, eine Investmentgesellschaft) definiert den Kapitalbedarf, die Zielstruktur und die Anlagepolitik.

      Bei AIF umfasst dies insbesondere auch die Festlegung der Fondsstrategie (z. B. Private Equity, Infrastruktur, Immobilien), der Laufzeit, der Zielrendite sowie der rechtlichen und steuerlichen Struktur.

      Parallel werden zentrale Dienstleister eingebunden, etwa Kapitalverwaltungsgesellschaften, Verwahrstellen und gegebenenfalls Vertriebspartner.

      Strukturierung, Platzierung und Nachbereitung

      In der Strukturierungsphase werden die konkreten Emissionsbedingungen festgelegt.

      Dazu zählen bei klassischen Wertpapieren insbesondere Emissionsvolumen, Preis und Laufzeit.

      Bei AIF hingegen stehen gesellschaftsrechtliche und vertragliche Regelungen im Vordergrund, etwa Mindestzeichnungssummen, Kapitalabrufmechanismen (engl. Capital Calls), Ausschüttungslogiken sowie Gebührenstrukturen.

      Die Informationen dazu werden in rechtlich vorgeschriebenen Dokumenten wie Verkaufsprospekten oder Angebotsunterlagen zusammengefasst.

      Die Platzierung unterscheidet sich deutlich zwischen den Emissionstypen.

      Während Aktien und Anleihen häufig über Banken im Rahmen öffentlicher Angebote oder Privatplatzierungen vertrieben werden, erfolgt die Emission von AIF-Anteilen typischerweise über gezielte Vertriebsphasen (Platzierungsphase).

      Investoren geben dabei anhand der vorliegenden Informationen Zeichnungserklärungen ab und verpflichten sich zur Bereitstellung von Kapital, das bei Bedarf abgerufen wird.

      Ein fortlaufender Handel der Anteile ist meist nicht vorgesehen, insbesondere bei geschlossenen Fonds.

      Die eigentliche „Emission“ im engeren Sinne erfolgt mit der Annahme der Zeichnungen und der Zuteilung der Anteile.

      Bei AIF ist dieser Schritt oft nicht auf einen einzelnen Zeitpunkt beschränkt, sondern erstreckt sich über eine längere Platzierungsphase, in der sukzessive Investoren aufgenommen werden.

      In der Nachbereitung folgt bei börsennotierten Wertpapieren in der Regel die Aufnahme des Handels am Sekundärmarkt.

      Bei AIF hingegen liegt der Fokus auf dem Management des investierten Kapitals entsprechend der definierten Strategie sowie auf laufender Berichterstattung mit der Bereitstellung von Informationen gegenüber den Investoren.

      Die Beziehung zwischen Emittent und Investor ist hier typischerweise langfristiger und weniger transaktionsorientiert als bei klassischen Wertpapieremissionen.

      Der Emissionsprozess folgt also jenseits des konkreten Anlageobjektes zwar grundlegenden Mustern, hängt in der praktischen Ausgestaltung jedoch stark vom jeweiligen Instrument ab.

      Insbesondere AIF-Emissionen sind durch eine hohe Strukturierungsintensität, langfristige Kapitalbindung und – durch die gesetzlichen Vorgaben des Kapitalanlagegesetzbuches/KAGB – eine enge regulatorische Einbettung geprägt.

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        Welche Akteure sind an einer Emission beteiligt?

        Verschiedene Akteure wirken zusammen, deren Rollen je nach Emissionsart variieren.

        Der Emittent

        Zentral ist der Emittent, also die Einheit, die Kapital aufnimmt. Bei klassischen Wertpapieren sind dies typischerweise Unternehmen oder Staaten, während im AIF-Bereich meist ein sogenanntes Fondsvehikel (z.B. eine Investmentgesellschaft) im Zusammenspiel mit einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) als strukturierendes und verantwortliches Organ auftritt.

        Banken

        Bei Wertpapieremissionen spielen Banken eine zentrale Rolle, insbesondere als Konsortialführer, Platzierungsagenten oder Underwriter. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Weisen, eine Börsenemission durchzuführen.

        Sie unterstützen bei Strukturierung, Preisfindung und Vertrieb.

        Spezialisierte Vertriebe

        Im AIF-Kontext tritt an ihre Stelle häufig ein spezialisierter Vertrieb, etwa über institutionelle Netzwerke, Placement Agents, Finanzdienstleister oder Direktansprache professioneller Investoren.

        Eine besondere Bedeutung haben im Fondsbereich die Kapitalverwaltungsgesellschaft sowie die Verwahrstelle.

        KVG und Verwahrstelle

        Die KVG übernimmt Themen wie die Portfolioverwaltung und das Risikomanagement sowie die Bereitstellung von Informationen für die Anleger, während die Verwahrstelle Kontroll- und Verwahrfunktionen ausübt.

        Ergänzt wird dies durch rechtliche und steuerliche Berater, Wirtschaftsprüfer sowie gegebenenfalls externe Bewerter.

        Verschiedene Anlegertypen

        Auf Investorenseite unterscheidet man zwischen privaten, semiprofessionellen und institutionellen (professionellen) Anlegern.

        Spezial-AIF richten sich häufig ausschließlich an professionelle oder semiprofessionelle Investoren, was sich auf Struktur, Regulierung und Vertrieb auswirkt. Publikums-AIF richten sich zusätzlich an private Investoren.

        Aufsichtsbehörden

        Schließlich spielen Aufsichtsbehörden wie an erster Stelle die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht/BaFin eine wichtige Rolle, da sie die Einhaltung regulatorischer Vorgaben überwachen und in vielen Fällen die Emission bzw. den Vertrieb genehmigen oder anzeigen lassen.

        Außerdem stellen sie Hilfe und Informationen besonders für Privatanleger zur Verfügung, die sich in aller Regel in einem asymmetrischen Marktwissen gegenüber anderen Akteuren befinden.

        Bei der BaFin kann man sich eigens für einen Newsletter anmelden, um regelmäßig über neueste Entwicklungen, aber auch Probleme aus der Umwelt von Finanzen und Finanzprodukten sowie deren Anbietern informiert zu werden.

        Wie erfolgt die Preisbildung bei Emissionen?

        Die Preisbildung ist ein zentraler Bestandteil jeder Emission und unterscheidet sich deutlich zwischen klassischen Wertpapieren und Fondsanteilen.

        Aktien- und Anleiheemissionen

        Bei Aktien- und Anleiheemissionen erfolgt die Preisfindung häufig marktbasiert, etwa im Rahmen von Bookbuilding-Verfahren oder durch Festpreisangebote.

        Dabei werden Nachfrageindikationen von Investoren genutzt, um einen marktgerechten Emissionspreis zu bestimmen.

        Grundlage sind unter anderem Unternehmensbewertungen, Marktvergleiche sowie aktuelle Kapitalmarktbedingungen.

        Bei AIF-Emissionen

        Im Bereich von AIF folgt die Preisbildung anderen Mechanismen. Fondsanteile werden in der Regel nicht über einen einmaligen Marktpreis emittiert, sondern auf Basis eines rechnerischen Wertes, der sich aus dem Nettoinventarwert (NAV) oder aus prognostizierten Investitions- und Ertragsstrukturen ableitet.

        Bei geschlossenen AIF erfolgt die Zeichnung häufig zu festen Bedingungen (z. B. zum Nominalwert zuzüglich Agio), während die tatsächliche Wertentwicklung erst im Zeitverlauf sichtbar wird.

        Entscheidend ist, dass die Preisbildung bei AIF weniger durch kurzfristige Marktdynamiken geprägt ist, sondern stärker durch langfristige Annahmen, Modellrechnungen und vertragliche Regelungen.

        Dies führt zu einer geringeren Preistransparenz im Vergleich zu börsengehandelten Wertpapieren, ist jedoch konsistent mit der langfristigen Ausrichtung dieser Anlageformen.

        Welche rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen gelten für Emissionen?

        Emissionen unterliegen umfassenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen, die dem Anlegerschutz, der Markttransparenz und der Stabilität des Finanzsystems dienen. Umfang und Ausgestaltung dieser Vorgaben hängen stark von der Art der Emission und der Zielgruppe der Investoren ab.

        Für klassische Wertpapieremissionen ist die EU-Prospektverordnung (Verordnung (EU) 2017/1129) die zentrale Rechtsgrundlage. Sie regelt die Pflicht zur Erstellung und Veröffentlichung eines Wertpapierprospekts bei öffentlichen Angeboten oder bei der Zulassung zum Handel an einem geregelten Markt.

        Ergänzt wird sie in Deutschland durch das Wertpapierprospektgesetz / WpPG, das insbesondere Zuständigkeiten und Verfahren auf nationaler Ebene konkretisiert.

        Daneben gelten für den Wertpapierhandel und die Marktintegrität insbesondere die Marktmissbrauchsverordnung (engl. Market Abuse Regulation / MAR), die Insiderhandel und Marktmanipulation regelt, sowie die MiFID II, die Vorgaben für Wertpapierdienstleistungen und den Anlegerschutz enthält.

        Flankierend ist das Wertpapierhandelsgesetz / WpHG von Bedeutung, das diese europäischen Vorgaben in nationales Recht einbettet und ergänzt.

        AIF-Emissionen und ergänzende Vorgaben

        Für die Emission von Anteilen an Alternativen Investmentfonds ist hingegen primär das Kapitalanlagegesetzbuch/KAGB maßgeblich.

        Es setzt die AIFM-Richtlinie (Alternative Investment Fund Managers Directive) in deutsches Recht um und regelt umfassend die Auflage, Verwaltung und den Vertrieb von AIF.

        Im Gegensatz zu klassischen Wertpapieremissionen steht hier nicht die einzelne Emission im Vordergrund, sondern die Regulierung der Kapitalverwaltungsgesellschaft sowie der Fondsstruktur insgesamt.

        Im AIF-Bereich bestehen ebenfalls umfangreiche Anforderungen an die Anlegerinformation. Diese ergeben sich im KAGB insbesondere aus den Vorschriften zu Verkaufsprospekten, den Basisinformationsblättern sowie zur laufenden Berichterstattung. Sie sollen Investoren in die Lage versetzen, fundierte Anlageentscheidungen zu treffen, auch wenn kein liquider Marktpreis vorliegt.

        Ergänzend spielen europäische Offenlegungsverordnungen wie die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) eine wichtige Rolle, insbesondere bei nachhaltigkeitsbezogenen Emissionen.

        Die eigentliche „Emission“ von Fondsanteilen erfolgt häufig im Rahmen von Vertriebszulassungen oder Anzeigeverfahren, die sich danach richten, ob sich das Angebot an private, semiprofessionelle oder professionelle Investoren richtet.

        Für bestimmte Formen der Kapitalaufnahme außerhalb klassischer Wertpapier- oder Fondsstrukturen kann zudem das Vermögensanlagengesetz relevant sein, etwa bei geschlossenen Beteiligungsmodellen, die nicht als AIF qualifiziert werden, z.B. Nachrangdarlehen oder Genussrechte.

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          Welche Sonderformen und aktuellen Entwicklungen gibt es bei Emissionen?

          In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Sonderformen und Weiterentwicklungen im Bereich der finanzwirtschaftlichen Emissionen etabliert, die insbesondere durch regulatorische Veränderungen, technologische Innovationen und veränderte Investorenpräferenzen geprägt sind.

          Dies gilt sowohl für traditionelle Wertpapieremissionen als auch für die Ausgabe von Anteilen an Alternativen Investmentfonds (AIF).

          Ein bedeutender Trend ist die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Finanzierungen. Dazu zählen insbesondere sogenannte Green Bonds (engl. bond bedeutet Anleihe), Social Bonds oder ESG-konforme Fondsstrukturen.

          Auch im AIF-Bereich werden vermehrt Fonds mit Nachhaltigkeitsfokus emittiert, etwa in den Bereichen erneuerbare Energien, nachhaltige Infrastruktur oder Impact Investing.

          Die Emission solcher Produkte ist häufig mit zusätzlichen Offenlegungspflichten verbunden.

          Diese Spezialanleihen oder Anleihefonds bzw. AIF berücksichtigen in besonderer Weise Aspekte der Umwelt, des Umweltschutzes, aber auch des guten sozialen Miteinanders der Menschen, oder auch einen bewussten Umgang mit Themen wie Energie, Klima, Schadstoffen etc.

          SPACs und flexiblere Fondsstrukturen

          Eine Sonderform stellen sogenannte Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) dar.

          Dabei handelt es sich um börsennotierte Mantelgesellschaften, die Kapital über eine Emission aufnehmen, um später ein nicht börsennotiertes Unternehmen zu erwerben.

          SPACs verbinden Elemente klassischer Börsengänge mit alternativen Strukturierungsansätzen und haben zeitweise stark an Bedeutung gewonnen.

          Im Fondsbereich sind zudem Entwicklungen hin zu flexibleren und zugänglicheren Strukturen zu beobachten.

          Dazu zählen etwa semiliquide AIF, die begrenzte Rückgabemöglichkeiten während der Laufzeit bieten, oder Evergreen-Fonds, die keine feste Laufzeit haben und kontinuierlich Kapital aufnehmen können.

          Diese neu in den Verkehr gebrachten Formen verändern den klassischen Emissionsprozess, da die Platzierung nicht mehr strikt zeitlich begrenzt ist.

          ELTIF als langfristige Fondsstruktur

          Eine weitere wichtige Entwicklung im Bereich alternativer Investmentfonds ist der European Long-Term Investment Fund (ELTIF).

          Rechtsgrundlage ist die ELTIF-Verordnung, die einen europaweit harmonisierten Rahmen für langfristige Investitionen schafft.

          ELTIFs sind eine spezielle Ausgestaltung von Alternativen Investmentfonds, die gezielt darauf ausgerichtet sind, Kapital in langfristige und illiquide Anlageklassen zu lenken.

          Dazu zählen insbesondere Infrastrukturprojekte, Immobilien, Private Equity sowie nachhaltige Investitionen in die Realwirtschaft.

          Im Kontext der Emission von Fondsanteilen ist dabei besonders relevant, dass ELTIFs sowohl an professionelle als auch – unter bestimmten regulatorischen Voraussetzungen – an private Anleger vertrieben werden können.

          Mit der sogenannten ELTIF-2.0-Reform wurde der Zugang zu dieser Fondsstruktur deutlich erweitert. Insbesondere wurden Investitionsrestriktionen gelockert, Mindestanlagesummen reduziert und die Produktflexibilität erhöht.

          Dadurch hat sich der ELTIF stärker in Richtung eines breit zugänglichen, standardisierten Fondsprodukts entwickelt, das zugleich weiterhin dem Grundprinzip langfristiger Kapitalbindung folgt.

          Im Emissionskontext ist der ELTIF insofern bedeutsam, als er die klassische Trennung zwischen institutionellem AIF-Markt und privatem Kapitalmarkt teilweise aufweicht.

          Die Emission von Anteilen erfolgt dabei typischerweise über einen regulierten Platzierungsprozess, der sowohl Vertriebskanäle für institutionelle Investoren als auch – zunehmend – retailfähige Strukturen umfasst.

          Gleichzeitig bleibt die Liquidität der Anteile eingeschränkt, da der Fokus weiterhin auf langfristiger Kapitalanlage liegt.

          Digitale Wertpapiere und Vertriebskanäle

          Technologische Innovationen führen darüber hinaus zur Entstehung digitaler Wertpapiere und tokenisierter Fondsanteile (eine Art Blockchain, also ein digitalisierter Anteilsschein).

          Hierbei werden Emissionen auf Basis von Distributed-Ledger-Technologien (dezentrale Computerspeicherung, die Manipulation enorm schwierig macht) durchgeführt, was potenziell effizientere Abwicklungsprozesse und eine breitere Investorenbasis ermöglicht.

          Auch im AIF-Bereich wird die Tokenisierung zunehmend erprobt, etwa zur Vereinfachung von Zeichnung, Verwaltung und Übertragbarkeit von Anteilen.

          Schließlich gewinnt auch die Digitalisierung des Vertriebs an Bedeutung.

          Plattformbasierte Platzierungen und elektronische Zeichnungsprozesse erleichtern den Zugang zu Emissionen und verändern die Interaktion zwischen Emittenten, Intermediären wie Finanzdienstleistern, und Investoren.

          Insgesamt verdeutlichen diese Entwicklungen, dass sich das Emissionswesen und seine Umwelt kontinuierlich weiterentwickelt.

          Insbesondere im Zusammenspiel mit AIF-Strukturen entstehen neue Formen der Kapitalaufnahme, die klassische Grenzen zwischen Wertpapieremission, Fondsvertrieb und technologischer Infrastruktur zunehmend auflösen.

          FAQ

          Grundlagen und Arten der Emission

          Was versteht man unter einer Emission?

          Eine Emission bezeichnet im finanzwirtschaftlichen Kontext die Ausgabe von Wertpapieren, Fondsanteilen oder vergleichbaren Finanzinstrumenten zur Kapitalaufnahme. Unternehmen, Staaten oder Investmentgesellschaften beschaffen sich dadurch Eigen- oder Fremdkapital. Die Emission umfasst den gesamten Platzierungsprozess am Primärmarkt.

          Welche Arten von Emissionen gibt es?

          Zu den wichtigsten Emissionsformen zählen Aktienemissionen, Anleiheemissionen sowie die Ausgabe von Anteilen an Investmentvermögen und Alternativen Investmentfonds (AIF). Darüber hinaus existieren hybride und strukturierte Instrumente wie Wandelanleihen, Zertifikate oder Spezialfonds.

          Ablauf und Beteiligte einer Emission

          Wie läuft eine Emission ab?

          Eine Emission beginnt mit der Strukturierung und Festlegung der Emissionsbedingungen. Danach folgen Prospekterstellung, Platzierungsphase und Zeichnung durch Investoren. Bei Wertpapieren schließt sich häufig der Börsenhandel an, während bei AIF meist die langfristige Verwaltung des investierten Kapitals im Vordergrund steht.

          Welche Akteure sind an einer Emission beteiligt?

          An einer Emission wirken unter anderem Emittenten, Banken, Kapitalverwaltungsgesellschaften, Verwahrstellen, Vertriebspartner, Wirtschaftsprüfer sowie Investoren mit. Aufsichtsbehörden wie die BaFin überwachen die Einhaltung regulatorischer Vorgaben und den Anlegerschutz.

          Preisbildung und rechtlicher Rahmen

          Wie erfolgt die Preisbildung bei Emissionen?

          Bei Aktien und Anleihen erfolgt die Preisbildung meist marktbasiert, beispielsweise über Bookbuilding-Verfahren. Bei Alternativen Investmentfonds orientiert sich die Bewertung typischerweise an Nettoinventarwerten, Prognoserechnungen oder vertraglich definierten Bewertungsansätzen.

          Welche rechtlichen Vorgaben gelten für Emissionen?

          Emissionen unterliegen umfangreichen regulatorischen Vorgaben. Für Wertpapieremissionen sind insbesondere die EU-Prospektverordnung, das Wertpapierprospektgesetz und MiFID II relevant. Für Alternative Investmentfonds gilt vor allem das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) mit zusätzlichen Anforderungen an Transparenz, Vertrieb und Anlegerinformation.

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