Institutionelle Investoren

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Inhalt:

    (Fast) alle institutionellen Investoren werden als „professionelle Investoren“ eingestuft. Bitte beachten Sie daher gerne auch den entsprechenden Artikel in unserem Investment-Wiki. Dort finden Sie auch eine eventuell hilfreiche Grafik zur Darstellung der Anleger-Kategorien.

    Was sind institutionelle Investoren?

    Grundsätzlich kann man Investoren in drei Gruppen einteilen: Privatanleger, semi-professionelle Investoren, und professionelle Anleger.

    Institutionelle Investoren gehören in dieser Einteilung zur Gruppe der professionellen Investoren: (Fast) jeder institutionelle Investor wird als professionell eingestuft – aber nicht alle professionellen Investoren sind institutionell.

    Der oftmals vorherrschende Sprachgebrauch macht zwar keinen Unterschied zwischen institutionellen und professionellen Anlegern.

    Es gibt aber sehr wohl den Fall, dass sich ein privater Großanleger (eine sehr vermögende Privatperson) aufgrund des Umfangs der eigenen Geld- und Finanzmarktgeschäfte als professionell einstufen lässt, um sich bestimmte Möglichkeiten zu eröffnen bzw. gesetzliche Vorgaben für Privatanleger außer Kraft zu setzen.

    Im Gegensatz dazu sind ihrer Definition nach institutionelle Anleger keine privaten (natürlichen) Einzelpersonen, sondern treten als juristische Personen auf dem Markt auf.

    • Da institutionelle Investoren prinzipiell (wenn auch nicht ausnahmslos) als professionelle Anleger eingestuft werden, gelten für beide die gleichen Voraussetzungen
    • Mehr als ein Jahr einschlägige Berufserfahrung sind für institutionelle Anleger erforderlich
    • Mehr als 500.000 € Wertpapierdepotbestände (bzw. vergleichbare Finanzmarktprodukte in diesem Wert) sind vorhanden
    • Mehr als 10 Transaktionen mit jeweils mehr als 25.000 € Volumen sind pro Quartal im zurückliegenden Jahr erfolgt.

    Kategorien institutioneller Anleger

    Institutionelle Investoren werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. Dazu zählen auf oberster Ebene:

    • Banken, Kreditinstitute
    • Versicherungen
    • Pensionsfonds, Pensionskassen
    • Staatsfonds
    • Bund und Länder
    • Stiftungen und Kirchen
    • Fonds und (Groß-)Unternehmen
    • Schattenbanken

    Innerhalb der Kategorien kann noch einmal unterschieden werden zwischen Investoren der öffentlichen Hand (Bund und Länder, Staatsfonds, öffentlich-rechtliche Anstalten, kommunale Unternehmen) und „privaten“ institutionellen Anlegern, also unternehmerischen Akteuren wie Privatbanken, privaten Versicherungsunternehmen etc.

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      Als „Institution“ wird eine (zumeist) öffentlich sichtbare und einheitlich organisierte Form gemeinsamen Verhaltens und Handelns bezeichnet. Institutionen können also sowohl Regeln und Normen sein, etwa das deutsche Rechtssystem oder die DIN-Normen, als auch Sozialgebilde wie Staaten (samt Unterorganisationsformen), Unternehmen, Universitäten oder die Kirchen.

      Die Begriffe „Institution“ und „Organisation“ sind in dieser Hinsicht sehr nahe miteinander verwandt, aber es gilt: Jede Institution ist auch (mehr oder weniger) organisiert, aber nicht jede Organisation bildet sich institutionell aus.

      Definition institutionelle Investoren

      Institutionelle Anleger sind rechtlich organisierte Einrichtungen (= „Institutionen“), die Kapital in großem Umfang bündeln und dieses professionell auf den Finanz- und Kapitalmärkten anlegen.

      Im Gegensatz zu privaten Anlegern treten sie nie als natürliche Person, sondern als juristische Person auf und investieren nicht für eigene Konsum- oder Sparzwecke, sondern verwalten Vermögen treuhänderisch oder im Rahmen ihres Geschäftszwecks für Dritte.

      Nach den Einstufungen des deutschen Rechts, insbesondere auf der Grundlage des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) und des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG), sind institutionelle Investoren (fast) immer als professionelle Investoren – im Gegenüber zu Kleinanlegern und semiprofessionellen Anlegern – einzustufen.

      Vorgaben und Richtwerte

      Für diese gelten folgende Vorgaben und Richtwerte:

      • Kaufmännisch eingerichteter Geschäftsbetrieb;
      • Geschäftsbetrieb in ausreichendem Umfang auf dem Finanzmarkt: äußert sich in hohen und häufigen Kapitalanlagen;
      • Akteure verfügen über ausreichende und einschlägige Erfahrungen und Kenntnisse auf dem Finanzmarkt (= mehr als 1 Jahr einschlägige Berufstätigkeit im Zusammenhang mit dem Finanzmarkt);
      • Mehr als 500.000 Euro Volumen der Finanzmittel bzw. des Bankguthabens;
      • Mehr als 10 Finanztransaktionen pro Quartal innerhalb des zurückliegenden Jahres mit jeweils mehr als 25.000 Euro Umsatz.
        (Vgl. § 1 Abs. 19 Nr. 31-33 KAGB; § 67 Abs. 2 WpHG)

      Zu den wichtigsten institutionellen Anlegern zählen unter anderem Versicherungsunternehmen, Pensionskassen und -fonds, Investmentfonds, Banken, Staatsfonds, Stiftungen sowie große Unternehmen mit eigener Finanzanlageabteilung.

      Eine angrenzende Struktur bilden Family Offices, die große private oder unternehmerische Vermögen ähnlich professionell koordinieren, rechtlich aber nicht automatisch institutionelle Investoren im engeren aufsichtsrechtlichen Sinn sind.

      Was kennzeichnet Institutionelle Anleger?

      Charakteristisch für institutionelle Anleger ist ihr langfristiger, strukturierter und meist stark regulierter Anlageansatz. Ihre Investitionsentscheidungen beruhen in der Regel auf klar definierten Anlagerichtlinien, Risikomanagementprozessen und gesetzlichen Vorgaben.

      Dabei spielen Aspekte wie Diversifikation, Liquiditätsmanagement, Solvabilität und die Erfüllung zukünftiger Verpflichtungen (z. B. Renten- oder Versicherungsleistungen) eine zentrale Rolle.

      Aufgrund ihres hohen Investitionsvolumens haben institutionelle Anleger häufig Zugang zu Anlageklassen, die privaten Anlegern nur eingeschränkt oder gar nicht offenstehen, etwa Infrastrukturprojekte, Private Equity oder großvolumige Anleiheemissionen.

      Institutionelle Anleger nehmen zudem eine bedeutende Rolle für das Funktionieren der Finanzmärkte ein. Durch ihre Marktpräsenz sorgen sie für Liquidität, Preisfindung und Stabilität, können aber aufgrund ihrer Größe auch erheblichen Einfluss auf Märkte, Unternehmen und Corporate-Governance-Strukturen ausüben.

      In den letzten Jahren gewinnt zudem die Berücksichtigung von Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) zunehmend an Bedeutung, da institutionelle Anleger aufgrund ihrer Verantwortung gegenüber Anlegern, Versicherten oder der Öffentlichkeit verstärkt auf langfristige wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen ihrer Investitionen achten müssen.

      Beispiele für institutionelle Anleger

      Institutionelle Investoren lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen, die sich in ihrem Auftrag, ihrem Anlagehorizont und ihrem Investitionsvolumen unterscheiden. Zu den wichtigsten Kategorien zählen Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, Staatsfonds, Stiftungen und Investmentfonds.

      Banken

      Banken wie die Deutsche Bank oder JPMorgan Chase investieren sowohl für eigene Rechnung als auch im Auftrag ihrer Kunden. Ihr wichtigstes Investitionsziel besteht darin, stabile Erträge zu erwirtschaften, die Eigenkapitalrendite zu sichern und gleichzeitig regulatorische Anforderungen an Liquidität und Risikomanagement einzuhalten. Große internationale Banken verwalten dabei Vermögenswerte in Höhe mehrerer Billionen US-Dollar, angeführt von chinesischen Banken, dann US-amerikanischen.

      Versicherungen

      Versicherungen wie die Allianz oder AXA verfolgen vor allem das Ziel, langfristige Verpflichtungen gegenüber ihren Versicherungsnehmern erfüllen zu können. Deshalb liegt der Schwerpunkt ihrer Anlagen häufig auf Anleihen, Immobilien und anderen relativ risikoarmen, planbaren Ertragsquellen. Das von der Allianz verwaltete Anlagevermögen liegt bei deutlich über zwei Billionen Euro.

      Pensionsfonds und Staatsfonds

      Pensionsfonds, etwa der niederländische Fonds ABP, dienen der Finanzierung zukünftiger Rentenzahlungen. Ihr Investitionsziel ist langfristiges Kapitalwachstum bei kontrolliertem Risiko. Das verwaltete Vermögen solcher Fonds bewegt sich oft im dreistelligen Milliardenbereich.

      Staatsfonds wie der norwegische Government Pension Fund Global zählen ebenfalls zu diesen Kategorien. Sie investieren staatliche Überschüsse, um Vermögen für zukünftige Generationen zu sichern; das Volumen des norwegischen Staatsfonds als größtem dieser Kategorie liegt bei ca. 1,7 Billionen US-Dollar.

      Stiftungen

      Stiftungen wie die Yale-Stiftung (Yale Endowment) oder die Bill & Melinda Gates Foundation unterliegen in ihrem Geschäftsgebaren als Investoren besonderen gesetzlichen Vorgaben, um als Stiftung gelten zu dürfen. Zum Teil verfügen sie über sehr erhebliche Mittel, aus deren Anlageerträgen sie große Unternehmungen wie die Yale Universität in den USA ermöglichen oder aber Themen wie globale Armutsbekämpfung, Gesundheit oder auch Bildung unterstützen.

      Investmentgesellschaften wie BlackRock oder Vanguard schließlich verwalten Kapital für private und institutionelle Anleger mit dem Ziel, marktgerechte Renditen zu erzielen. BlackRock als weltweit größte Investmentgesellschaft betreut dabei z.B. ein Anlagevolumen von ca. 14 Billionen US-Dollar.

      Peter Friedenauer - Geschäftsführer bei Hörtkorn Finanzen
      Autor:
      Geschäftsführer
      Hörtkorn Finanzen

      Inhalt:

        Was sind semi-professionelle und qualifizierte institutionelle Investoren?

        Manche kleineren Stiftungen sowie staatliche Unternehmen können, obwohl sie in gewisser Weise institutionell sind und damit als professionell eingestuft werden müssten, aufgrund der niedrigen Investitionssummen und mangels ausreichender Marktexpertise als semiprofessionell eingestuft werden.

        Kommunen gelten nach einer Klarstellung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) von 2010 als Privatkunden (Privatanleger) mit dem entsprechenden Anlegerschutz bzw. Beratungs- und Prospektpflichten.

        Gelegentlich ist auch von „qualifizierten institutionellen Investoren“ die Rede. Der Begriff entstammt internationalen Regulierungen, die ebenso wie das deutsche Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) verschiedene Anleger-Kategorien definieren und für sie bestimmte Umgangs- und Verhaltensweisen vorgeben bzw. erlauben.

        Qualifizierte institutionelle Investoren sind dabei sozusagen „Güteklasse A“: Bei ihnen kann aufgrund des extrem hohen Investitionsvolumens davon ausgegangen werden, dass keinerlei besonderer Rechtsschutz seitens des Gesetzgebers erforderlich ist, um sie in ihren Anlageentscheidungen vor unkalkulierbaren Marktrisiken zu schützen.

        Große nationale und internationale institutionelle Investoren

        Unter den 10 größten institutionellen Anlegern in Deutschland befanden sich 2020 ausschließlich Versicherungskonzerne, z.B. die Allianz-Lebensversicherungsgesellschaft AG (mit großem Abstand auf Platz 1 mit mehr als 329 Milliarden Euro Kapitalanlage-Vermögen), die R+V Lebensversicherung AG (gut 74 Milliarden Euro) oder der Debeka Krankenversicherungsverein a.G. (gut 58 Milliarden).

        Erst auf dem elften Platz (Stand 2019) kommt mit der Versorgungsanstalt von Bund und Ländern (VBL) eine Anstalt des öffentlichen Rechts, auf Platz 17 eine Pensionskasse und Platz 19 ein Corporate-Planvermögen (eine betriebliche Altersversorgung).

        Die größte kirchliche Versorgungskasse erreicht mit 25 Milliarden Euro noch Rang 28, die Stiftung zur Finanzierung der Kernenergie-Entsorgung als größter Einzel-Fonds mit 24 Milliarden Euro Platz 32.

        Große institutionelle Investoren der Nachbarländer Österreich und Schweiz sind z.B. der Lebensmittelgigant Nestle und die Pharmariesen Roche und Novartis (alle mit Sitz in der Schweiz) sowie die genossenschaftliche Raiffeisenbank (Österreich).

        Die weltweit größten derartigen Investoren sind allerdings überwiegend staatliche Pensionsfonds, voran der japanische mit 1,7 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen, und Staatsfonds wie der norwegische (Rang 1 unter den Staatsfonds) mit knapp 1,3 Billionen Dollar.

        Die über einschlägige Experten diesbezüglich erst im Jahr 2021 veröffentlichten Zahlen sind meist mit der Beobachtung verbunden, dass auch in diesem Anleger-Bereich eine gewisse Form von Kapitalbündelung stattfindet – die großen Akteure werden also eher noch größer.

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          Was unterscheidet institutionelle Investoren von anderen Anlegern?

          Die ersten Ränge in dieser Anlegerkategorie, gemessen am verwalteten Vermögen, nehmen Pensions- und Staatsfonds ein, gefolgt von Versicherungen und Banken; erst mit einigem Abstand folgen unternehmerische Fonds, die nicht der öffentlichen Hand unterstehen, sowie die Anlagevolumina großer Unternehmen, Stiftungen und Kirchen.

          Extrem große Zahlen: Kunden und Investitionsvolumen

          All den erstgenannten Instituten ist gemeinsam, dass sie von einer enorm großen Personenzahl/Kunden die Mittel bündeln, die ihnen dann für ihre Investitionen zur Verfügung stehen; darin besteht geradezu das jeweilige Geschäftsmodell: Ein Pensionsfonds beispielsweise sammelt all die von den Kunden für die Altersvorsorge eingezahlten Mittel und wirtschaftet mit ihnen, bis sie zur Auszahlung anstehen.

          Bis zu diesem Zeitpunkt versucht das Asset Management, eine möglichst hohe Rendite mit dem zur Verfügung gestellten Kapital zu erzielen, um über die auszuzahlenden Summen hinaus den laufenden Betrieb des Pensionsfonds bestreiten bzw. darüber hinaus auch noch Gewinne erzielen zu können.

          Diese Aufgabe ist bei weitem kein „Selbstläufer“, denn allein ein Inflationsausgleich stellt in der gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Situation in vielen Weltgegenden kein einfaches Unterfangen dar.

          Einordnung im Anlagedreieck Liquidität, Sicherheit und Rendite

          Den Unterschied zu anderen Anlegern (die letztlich alle ihr Geld möglichst rentabel und zugleich sicher anzulegen versuchen) besteht hauptsächlich in den enormen Summen, die zur Verfügung stehen, und dem meist langfristigen Anlagehorizont.

          Innerhalb des Anlagedreiecks zwischen Liquidität, Sicherheit/Risiko und Rentabilität spielt im Asset Management dieser Investoren also die Liquidität am ehesten eine untergeordnete Rolle, da niemals alle Geldforderungen an das Institut zur gleichen Zeit bedient werden müssen, die Institution also ihre liquiden Mittel mittel- bis langfristig entsprechend einschätzen, einplanen und bis dahin anlegen kann.

          Bei Banken wird allerdings die Planbarkeit der Zeitpunkte, zu denen Mittel abgerufen werden, schwieriger sein, als es bei einem Pensionsfonds der Fall ist; über Sparbriefe und weitere Finanzprodukte mit festen Vertragslaufzeiten (z.B. Alternative Investment-Fonds) genauso wie beispielsweise über die Beschränkung der täglich abhebbaren Beträge können aber auch die Banken eine relativ genaue Planbarkeit ihrer Liquidität gewährleisten.

          Möglichkeiten umfassender Risikomischung

          Die zur Verfügung stehenden enormen Summen erlauben es dieser Art von Großanlegern des Weiteren, innerhalb ihres Anlage-Portfolios eine sehr breite Risikostreuung durchzuführen.

          Nicht nur bei Alternativen Investmentfonds (AIF) und vielen anderen Finanzmarktprodukten ist eine Investition erst ab bestimmten Schwellenbeträgen (bzw. Mindestbeteiligungen) möglich und sinnvoll.

          Diese Schwellenbeträge stellen für milliardenschwere Investoren keinerlei Hürde dar, nicht einmal, wenn sie in vielen verschiedenen Assetkategorien und Anlageklassen aufzubringen sind.

          Eigenes Asset- und Risiko-Management

          Bei dem angesprochenen enormen Kapitalvolumen der meisten institutionellen Investoren versteht es sich geradezu von selbst, dass alle Vorgänge rund um die Kapitalanlagen und ihre Verwaltung hochgradig professionalisiert sind.

          Entsprechend erfahrene Asset Manager verwalten die Anlageobjekte und Kapitalströme, ob bei Investoren der öffentlichen Hand oder auch des unternehmerischen Sektors.

          Das Portfolio kann dann gleichzeitig hochriskante Anlageformen wie Kryptowährungen (z.B. Bitcoin) oder Private-Equity-Beteiligungen im Bereich von Venture Capital, moderne Anlageprodukte wie Exchange Traded Funds (ETF), Sachwert-Fonds,

          Aktien und andere Unternehmensbeteiligungsformen, aber auch traditionellere und als vergleichsweise sicher geltende Assetklassen wie Immobilien, Rohstoffe oder Anleihen enthalten – entscheidend ist meist die jeweilige Gewichtung einer Assetklasse bzw. die Klassifizierung in Risikoklassen, um ein ausgewogenes und gut abgesichertes Portfolio zu gewährleisten.

          Nur, wenn tatsächlich einmal in vielen verschiedenen Märkten (wie Immobilien-, Rohstoff-, Geld-, Kapitalmarkt) gleichzeitig schwierige Bedingungen herrschen, können derartige Großinvestoren in Bedrängnis kommen.

          In solchen Situationen, die dann schnell das weltweite Finanzgefüge in seinem Funktionieren gefährden, greifen allerdings in aller Regel potente Staaten und Staatenbündnisse (wie z.B. die EU) stützend in das Marktgeschehen ein, wie zuletzt in der Finanzkrise ab 2007 geschehen (Stützung bestimmter Banken als „systemrelevante Größen“, Verstaatlichungen; Stützungskäufe wie von der Europäischen Zentralbank/EZB).

          Mehr Optionen bei der Anlagestrategie

          Die angesprochene, weitreichende Möglichkeit zur Risikostreuung, im Zusammenspiel mit großer Planbarkeit der Liquidität, erlaubt institutionellen Investoren in der Regel eine Anlagestrategie, bei der zu Beginn mit eingesammelten Mittel über eher risikoreiche Anlageformen wie Aktien oder Venture Capital einigermaßen hohe Erträge erzielt werden sollen, die dann nach und nach in risikoarme Formen (z.B. Fonds, Anleihen, festverzinsliche Wertpapiere) umgeschichtet und so bis zum Auszahlungsbeginn konserviert werden.

          Derartige Strategien stehen zwar grundsätzlich auch jedem anderen Anleger offen, sind aber bei niedrigeren verfügbaren Mitteln nicht ohne weiteres in ihrem Risiko abfangbar.

          Spezielle rechtliche Regelungen für institutionelle Investoren

          Nach der weltweiten Finanzkrise, ausgehend von den Unruhen am US-amerikanischen Immobilienmarkt 2007, sahen die Gesetzgeber die Notwendigkeit, die mittlerweile enormen Finanzströme der internationalen Märkte stärker zu regulieren, um künftige „Blasen“-Bildungen zu vermeiden.

          Vor allem Klein- und Privatanleger sollten in den Genuss eines möglichst umfassenden Schutzes kommen, weil ihnen aufgrund mangelnden Wissens und Marktzugang nicht die gleichen Mechanismen zur Risikostreuung und zum Verlustausgleich offen stehen wie professionellen Marktteilnehmern.

          Aus den einschlägigen Überlegungen und Konsultationen entstand in den Folgejahren unter anderem für den Euro-Raum die europäische Finanzmarktrichtlinie sowie für Deutschland das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB). Seine Einhaltung wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht und kontrolliert.

          Für institutionelle Anleger gibt es Ausnahmeregelungen bzw. gelten die Bestimmungen zum Anlegerschutz nicht, weil von Seiten des Gesetzgebers davon ausgegangen wird, dass sie über ausreichend Erfahrung, tiefgehende Sachkenntnis und eine angemessene Risikobeurteilung verfügen, um ihre Anlageentscheidungen selbständig treffen zu können.

          Das betrifft unter anderem Prospektpflichten für Finanzmarktprodukte (wie z.B. Fonds oder Beteiligungen an offenen oder geschlossenen Spezial-AIF), Beratungs- und Dokumentationspflichten seitens des Anbieters der Produkte, wesentliche Anleger-Informationen (wAI) und weitere Kontrollmechanismen.

          Sonderkonditionen

          Stattdessen sind institutionelle Investoren oftmals in der Lage, sowohl beim Ausgabeaufschlag (Agio) beispielsweise von Fonds als auch bei den allgemeinen Anlagebedingungen Sonderkonditionen auszuhandeln, da sie nicht selten mit den enormen, ihnen zur Verfügung stehenden Geldmitteln nicht nur Teile einer Finanzanlage, sondern gleich das ganze Produkt insgesamt kaufen können, also zum Beispiel eine oder mehrere komplette Groß-Immobilien statt „nur“ einige Anteile eines geschlossenen Spezial-Immobilienfonds oder einen ganzen Windpark statt nur einige Anteile daran.

          Dies macht auf Anbieterseite wiederum einiges an Aufwand rund um die Kundenbetreuung obsolet und spart damit Kosten ein

          Das damit verbundene Klumpenrisiko (eine Großinvestition in nur EINE Anlageform bzw. EIN Anlageobjekt) entsteht zwar durchaus.

          Wegen der breiten Streuung derartiger Großinvestitionen kann es aber durch Anlagen in anderen Assetklassen ausgeglichen oder abgestützt werden (= Risikodiversifizierung), um die gleichzeitige Ausfallwahrscheinlichkeit größerer Kapitalanlage-Anteile zu minimieren.

          Vorgaben für bestimmte Unternehmenstypen in Deutschland

          Hierzulande galten noch 2021 für bestimmte Unternehmens-Typen eigene Vorgaben, wie sie ihre Investitionen zu strukturieren haben. Zwei Beispiele seien genannt:

          • Versicherungen (also durchaus big player im Segment institutioneller Investoren) müssen nach dem Gesetz über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (VAG) Anlagegrundsätze zur Mischung und Streuung ihrer Investments beachten.
          • Investment- und Kapitalanlagegesellschaften unterliegen nach §§ 110; 214; 243 KAGB ebenso Vorgaben zur Risikomischung.

          Für einen großen Bereich heutiger Finanzmarktprodukte gibt es eigene Rating-Agenturen, durch welche die jeweiligen Kapitalanlagen in ihrer Qualität umfassend eingestuft werden.

          Die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland (Stand: 2021) bringen es mit sich, dass viele Akteure im Bereich institutioneller Anleger sich mit ihren Investments nur im Bereich AAA bis BBB aufhalten dürfen – fällt eine Kapitalanlage unter die Einstufung BBB, muss sie verkauft werden.

          Unterschiede zu privaten Anlegern

          Der Unterschied zwischen institutionellen Anlegern und Privatanlegern betrifft mehrere Ebenen: Rechtsform, Zielsetzung, Anlagepraxis, Regulierung und Markteinfluss.

          Privatanleger sind natürliche Personen, die ihr eigenes Vermögen investieren. Sie handeln auf eigene Rechnung und tragen sämtliche Chancen und Risiken selbst. Ihre Anlageziele sind häufig individuell geprägt, etwa Vermögensaufbau, Altersvorsorge oder kurzfristige Renditeerzielung.

          Die Anlageentscheidungen von Privatanlegern basieren zum großen Teil auf öffentlich zugänglichen Informationen, persönlicher Erfahrung und einer begrenzten Zeit für Marktbeobachtung. Zudem unterliegen sie vergleichsweise wenigen regulatorischen Vorgaben, sind aber durch Verbraucherschutz- und Anlegerschutzregelungen in hohem Maße geschützt.

          Institutionelle Anleger sind dagegen juristische Personen oder Organisationen. Sie verwalten Kapital in großem Umfang, meist treuhänderisch für Dritte. Ihr zentrales Ziel ist es, vorgegebene Rendite- und Risikoziele einzuhalten und langfristige Verpflichtungen zu erfüllen, etwa Rentenzahlungen oder Versicherungsleistungen.

          Entsprechend folgen ihre Investitionen klar definierten Anlagerichtlinien und werden durch professionelle Risiko-, Compliance- und Controllingstrukturen begleitet.
          Ein wesentlicher Unterschied liegt im Anlagevolumen und im Marktzugang.

          Institutionelle Anleger bewegen sehr große Summen und erhalten dadurch Zugang zu exklusiven Anlageklassen wie Private Equity, Infrastruktur oder großvolumigen Anleiheemissionen. Außerdem profitieren sie von Skaleneffekten, besseren Konditionen und höherer Verhandlungsmacht.

          Aufgrund ihrer Größe können institutionelle Anleger Marktpreise, Unternehmensstrategien und Corporate-Governance-Strukturen beeinflussen, während Privatanleger in der Regel keinen nennenswerten Markteinfluss ausüben.

          Rolle institutioneller Investoren am Kapitalmarkt

          Institutionelle Investoren spielen eine zentrale Rolle am Kapitalmarkt, da sie einen Großteil des weltweit verfügbaren Anlagekapitals bündeln und professionell einsetzen. Banken und Investmentgesellschaften bieten darüber hinaus Marktzugänge für Privatanleger, indem sie Kapitalmarktprodukte konfigurieren und als Produktanbieter auftreten.

          Liquidität sichern

          Durch ihre kontinuierliche Marktteilnahme stellen sie einen wesentlichen Teil der Liquidität bereit und ermöglichen damit einen reibungslosen Handel von Aktien, Anleihen und anderen Finanzinstrumenten. Ohne institutionelle Investoren wären viele Märkte deutlich weniger effizient, volatiler und viel anfälliger für starke Preisschwankungen.

          Preisfindung

          Ein weiterer wichtiger Beitrag institutioneller Investoren ist die Preisfindung. Aufgrund ihrer umfangreichen Analysen, langfristigen Strategien und großen Transaktionsvolumina spiegeln ihre Investitionsentscheidungen häufig fundamentale Einschätzungen über Unternehmen, Branchen oder Volkswirtschaften wider.

          Dadurch tragen sie dazu bei, dass Wertpapiere näher an ihrem ökonomischen „fairen Wert“ gehandelt werden. Gleichzeitig fungieren institutionelle Investoren oft als langfristig orientierte Stabilitätsanker, etwa wenn Pensionsfonds oder Versicherungen auch in Phasen erhöhter Marktunsicherheit investiert bleiben.

          Einfluss auf Unternehmen

          Darüber hinaus üben institutionelle Investoren erheblichen Einfluss auf Unternehmen aus. Über Stimmrechte, Engagement und Governance-Vorgaben können sie Managemententscheidungen, Kapitalstruktur oder Nachhaltigkeitsstrategien mitprägen.

          Ein bekanntes historisches Beispiel ist der wachsende Einfluss großer Vermögensverwalter wie BlackRock oder Vanguard seit den 2010er-Jahren. Durch ihre bedeutenden Beteiligungen an tausenden börsennotierten Unternehmen haben sie Corporate-Governance-Standards, Transparenzanforderungen und die Berücksichtigung von ESG-Kriterien maßgeblich vorangetrieben.

          Außerdem beraten sie staatliche Stellen bei der Strukturierung z.B. von Pensions- und Wiederaufbaufonds.

          Produktkonfiguratoren und Produktanbieter

          Neben ihrer Rolle als große Kapitalgeber und Marktakteure fungieren institutionelle Investoren auch als Produktkonfiguratoren und Produktanbieter für kleinere, insbesondere private Anleger. In dieser Funktion übersetzen sie komplexe Kapitalmarktanlagen in standardisierte, zugängliche und regulierte Anlageprodukte.

          Kapitalverwaltungsgesellschaften, Banken und große Vermögensverwalter bündeln die Gelder vieler kleiner Investoren und strukturieren daraus Produkte wie Investmentfonds, ETFs, Dachfonds oder Zertifikate.

          Dabei übernehmen sie Aufgaben, die für Privatanleger allein kaum leistbar wären: Portfoliokonstruktion, laufende Marktanalyse, Risikomanagement, Liquiditätssteuerung sowie die Einhaltung rechtlicher Vorgaben.

          Auf diese Weise ermöglichen institutionelle Investoren auch Kleinanlegern den Zugang zu breit diversifizierten Portfolios und zu Anlageklassen wie Unternehmensanleihen, Schwellenländeraktien, Infrastruktur, Rohstoffen oder großen Immobilienprojekten.

          Als Produktkonfiguratoren entscheiden institutionelle Investoren zudem über die Ausgestaltung dieser Produkte. Sie definieren Anlagestrategien, Risikoprofile, Kostenstrukturen und Laufzeiten und passen diese an unterschiedliche Anlegerbedürfnisse an, etwa konservativ, ausgewogen oder wachstumsorientiert.

          Dadurch wird die Kapitalmarktteilnahme für kleinere Investoren planbarer und vergleichbarer.

          Vermittler zwischen Markt und Anleger

          Darüber hinaus übernehmen institutionelle Anbieter eine vermittelnde Rolle zwischen Markt und Anleger. Sie bereiten Informationen auf, veröffentlichen Berichte und schaffen Transparenz über Chancen und Risiken. Gleichzeitig tragen sie Verantwortung für den Anlegerschutz, da Fehlanreize oder ungeeignete Produktgestaltung erhebliche Auswirkungen auf viele Privatanleger haben können.

          Institutionelle Investoren fungieren also als zentrale Vermittler zwischen Sparern bzw. Privatanlegern, Unternehmen und Staaten und sind damit ein tragendes Element unserer heutigen Kapitalmärkte.

          Vor- und Nachteile institutioneller Anleger

          Institutionelle Anleger bieten für Kapitalmärkte und Investoren sowohl deutliche Vorteile als auch relevante Nachteile.

          Zu ihren größten Stärken zählt die Professionalität ihrer Anlageentscheidungen. Institutionelle Anleger verfügen über spezialisierte Analysten, strukturierte Entscheidungsprozesse und umfassende Risikomanagementsysteme. Dadurch können sie Kapital effizient allokieren, Risiken breit streuen und langfristige Strategien verfolgen. Für kleinere Anleger ist dies besonders vorteilhaft, da institutionelle Anleger Anlageprodukte bereitstellen, die Diversifikation, Transparenz und Marktzugang ermöglichen, etwa über Fonds oder ETFs. Zudem tragen institutionelle Anleger erheblich zur Liquidität und Stabilität der Kapitalmärkte bei, da sie kontinuierlich investieren und handeln.

          Gleichzeitig gibt es auch Nachteile. Aufgrund ihres großen Investitionsvolumens können institutionelle Anleger erheblichen Einfluss auf Preise, Märkte und Unternehmensentscheidungen ausüben. Dies kann zu Marktkonzentration führen und kleinere Marktteilnehmer benachteiligen.

          In Krisenzeiten besteht zudem die Gefahr, dass gleichgerichtete Strategien vieler institutioneller Anleger Marktbewegungen verstärken, etwa durch gleichzeitige Verkäufe.

          Ein weiterer Nachteil liegt in möglichen Interessenkonflikten, insbesondere wenn Vermögensverwalter für viele Kunden gleichzeitig handeln oder sowohl beratend als auch investierend tätig sind. Außerdem können starre Anlagerichtlinien und regulatorische Vorgaben dazu führen, dass institutionelle Anleger weniger flexibel auf neue Entwicklungen reagieren als Privatanleger.

          Insgesamt tragen institutionelle Anleger wesentlich zur Funktionsfähigkeit moderner Kapitalmärkte bei und sind damit unverzichtbare Marktmacher und -Teilnehmer. Ihre Marktmacht und Standardisierungseffekte erfordern jedoch klare Regulierung und Transparenz, um mögliche negative Auswirkungen zu begrenzen.

          Fazit: Bedeutung für Unternehmen und Märkte

          Institutionelle Investoren sind für Märkte, Unternehmen und Investoren von grundlegender Bedeutung, weil sie Kapitalströme lenken und damit wirtschaftliche Entwicklung überhaupt erst ermöglichen.

          Für die Kapitalmärkte stellen sie Liquidität, Kontinuität und Struktur bereit. Ihre regelmäßige Nachfrage nach Aktien, Anleihen und anderen Finanzinstrumenten sorgt für funktionierende Preisbildung und reduziert extreme Schwankungen.

          In vielen Marktsegmenten sind sie die tragenden Akteure, ohne die Handelstiefe und Verlässlichkeit deutlich geringer wären.

          Für Unternehmen sind institutionelle Investoren zugleich Finanzierungsquelle, Stabilitätsfaktor und strategischer Einflussnehmer. Durch ihre Beteiligungen ermöglichen sie Investitionen, Wachstum und Innovation, insbesondere bei großen Projekten mit langen Laufzeiten.

          Anders als kurzfristig orientierte Marktteilnehmer können viele institutionelle Investoren dauerhaft engagiert bleiben und bieten damit Planungssicherheit. Über Stimmrechte und aktives Aktionärstum beeinflussen sie zudem Unternehmensführung, Kapitalallokation und zunehmend auch Nachhaltigkeits- und Transparenzstandards.

          Gleichzeitig verändert ihre Marktmacht das Verhältnis zwischen Unternehmen und Kapitalgebern. Strategische Entscheidungen werden stärker an Kapitalmarkterwartungen ausgerichtet, was Effizienz fördern, aber auch zu Konformität und kurzfristigem Denken führen kann.

          Letztlich sind institutionelle Investoren nicht nur Beobachter, sondern Mitgestalter wirtschaftlicher Prozesse. Ihre Entscheidungen wirken weit über einzelne Unternehmen hinaus und prägen Marktstrukturen, Wettbewerbsbedingungen und langfristige wirtschaftliche Entwicklung.

          FAQ

          Was sind institutionelle Investoren?

          Institutionelle Investoren sind Organisationen, die Kapital in großem Umfang, professionell und mit hoher Kontinuität anlegen, meist im Auftrag Dritter.

          Dazu zählen unter anderem Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, Staatsfonds, Stiftungen und Investmentgesellschaften.

          Sie agieren mit hoher Professionalität, verfolgen klar definierte Anlageziele, unterliegen eigenen regulatorischen Vorgaben und nutzen strukturierte Anlagestrategien.

          Aufgrund ihres kontinuierlich hohen Investitionsvolumens haben sie erheblichen Einfluss auf die Kapitalmärkte, sehr viele Unternehmen und die Preisbildung von Finanzinstrumenten.

          Welche Kategorien institutioneller Anleger gibt es?

          Die wichtigsten Kategorien institutioneller Anleger sind Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, Staatsfonds, Stiftungen, Investmentgesellschaften und Unternehmen.

          Je nach Kategorie verfolgen diese institutionellen Investoren mit unterschiedlichen Strategien und Mitteln unterschiedliche Anlageziele und unterliegen je eigenen rechtlichen Anforderungen in der Regulatorik sowie dem Reporting.

          Daraus ergeben sich z.T. deutliche Unterschiede in der Asset-Allokation (z.B. starkes Gewicht auf Anleihen bei Versicherern, Alternative Anlagen bei Pensionskassen).

          Was sind semi-professionelle und qualifizierte Investoren?

          Beide Gruppen verfügen für einige Bereiche oder Produkte des Finanz- und/oder Kapitalmarktes über Erfahrung und Kenntnisse, die ihnen Zugang zu bestimmten Produkten der Märkte ermöglichen.

          Diese Erfahrungen und Kenntnisse müssen dokumentiert sein, damit die Einstufung rechtlichen Bestand hat.

          Damit ist es dieser Anlegergruppe möglich, in komplexere Produkte wie z.B. Spezial-AIF zu investieren. Gleichzeitig verlieren sie allerdings den höheren Schutz, der für (nicht-professionelle, unqualifizierte) Privatanleger gilt.

          Was unterscheidet institutionelle Investoren von anderen Anlegern?

          (Fast) alle institutionellen Investoren gelten von vornherein als professionelle Anleger. Hintergrund bildet ihre Markterfahrung, erworbene Kenntnisse, das Anlagevolumen und die hohe Kontinuität im Anlageverhalten.

          Damit bilden sie so etwas wie „Zwischenhändler“ auf dem großen Finanz- und Kapitalmarkt, wo sie zwischen Unternehmen, Staaten, Banken und anderen Anlegern zugleich als Anbieter wie auch als Kunde vermitteln und arbeiten.

          Dafür unterliegen sie einer eigenen Regulatorik. Sie sind essentiell für das Funktionieren der modernen Märkte.

          Welche Risiken und Sicherungsstrategien bei Private-Equity-Investments?

          Die wesentlichen Risiken bestehen in der eingegangenen Illiquidität, da PE-Anlagen mit vergleichsweise langen Laufzeiten von 8-12 Jahren einhergehen.

          Zudem gibt es in diesem Bereich immer Schlüsselpersonen (key person), deren Ausfall ein Risiko darstellt. Hinzu kommen Bewertungsrisiken bei den Zielunternehmen und Risiken des Wirtschaftszyklus’.

          Absicherung erfolgt stets über eine möglichst breite Diversifikation, gut beratene Auswahl der Investments, Monitoring der eingegangenen Portfoliopositionen und eine zielführende Cashflow-Planung.

          Was ist ein Alternativer Investmentfonds (AIF)?

          Dabei handelt es sich nach der Kategorisierung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) um ein Investmentvermögen zur gemeinsamen Anlage vieler Investoren in Sachwerte, im Gegenüber zur gemeinsamen Anlage in Wertpapiere (= Organismus zur gemeinsame Anlage in Wertpapiere, OGAW).

          Solche Sachwerte können Immobilien, Schiffe, Flugzeuge, Schienenfahrzeuge, Infrastruktur, aber auch Private-Equity-Investments darstellen, die über diese Fonds je nach genauer Konstruktion für Kleinanleger oder semiprofessionelle Investoren (Spezial-AIF) zugänglich gemacht werden.

          Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten?

          Alternative Investmentfonds (AIF) unterliegen den strengen Vorgaben des Kapitalanlagegesetzbuches / KAGB, das eine Umsetzung europäischer Rechtsvorgaben für den deutschen Rechtsraum darstellt.

          Das bedeutet insbesondere hohe Anforderungen an die Trennung zwischen Fondsmanagement und Vermögensverwaltung (durch die Einrichtung einer kontrollierenden Verwahrstelle), die Einrichtung der Investorengelder als Sondervermögen (getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft) und umfassende Informations- und Berichtspflichten gegenüber den Investoren.

          Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen / BaFin kontrolliert.

          Wie wichtig sind Nachhaltigkeit und ESG-Kriterien?

          Die bisherigen rechtlichen Vorgaben an Alternative Investmentfonds beinhalten keine konkreten Vorgaben zu Nachhaltigkeit und ESG-Kriterien.

          Allerdings haben die öffentliche Wahrnehmung und die deutliche Nachfrage seitens der Investoren in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Anbieter von AIF an diesen Themen nicht mehr vorbeikommen.

          Daher ist es mittlerweile nicht mehr nur eine Frage der öffentlichen Reputation, sondern auch des schlichten Nachfrageverhaltens der Investoren, dass ESG-Standards und Nachhaltigkeit essentieller Teil der Investmentstrategie fast aller Marktteilnehmer geworden sind.

          Wie werden Nachhaltigkeitskriterien integriert?

          Alternative Investments haben aufgrund ihrer langen Kapitalbindung (Laufzeit) im Gegensatz zu anderen Anlageklassen von vornherein einen Grundfokus auf Langfristigkeit / Nachhaltigkeit.

          In den letzten Jahren haben sich darüber hinaus Standards etabliert, die verschiedene Kriterien der Nachhaltigkeit mess- und vergleichbar machen (z.B. ESG-Scoring).

          Dazu kann es Ausschlusskriterien (z.B. keine Rüstungsunternehmen) oder Grundfestlegungen (z. B. nur klimaneutrale Energieerzeugung; nur beste Anbieter – best in class) geben.

          Überprüft wird die Einhaltung anhand fortlaufend erhobener Kennzahlen.

          Welche Zukunftsperspektiven gibt es?

          Durch eine generell unklarere Perspektive, was die Entwicklung der Weltwirtschaft, der Freihandelszonen und der internationalen Allianzen angeht, werden aller Voraussicht nach breiter aufgestellte Portfolien an Bedeutung gewinnen.

          Eine Streuung über (möglichst) alle Anlageklassen in der je individuellen Gewichtung und das Austarieren von Renditeaussichten, Risikobereitschaft und Liquiditätsplanung war und ist stets das Gebot der Stunde.

          Gleichzeitig gewinnen Nachhaltigkeitsaspekte und Stichworte wie Dekarbonisierung, Digitalisierung sowie der Einsatz von KI zunehmend an Bedeutung und müssen in Zukunft in die Anlagestrategien integriert werden.

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            Es handelt sich um eine unverbindliche Werbeinformation. Diese Informationen ersetzen nicht den jeweiligen Verkaufsprospekt. Sie enthalten lediglich Hinweise auf wesentliche Merkmale der Finanzanlagen, die angeboten werden. Alle Angaben wurden mit äußerster Sorgfalt zusammengestellt. Maßgeblich sind jedoch ausschließlich die jeweiligen, veröffentlichten, ausführlichen Emissionsunterlagen (Emissionsprospekt, Basisinformationsblatt bzw. Vermögensanlagen-Informationsblatt sowie evtl. Nachträge). Diese deutschsprachigen Unterlagen können bei Hörtkorn Finanzen GmbH über die unten angegebenen Kontaktdaten kostenlos angefordert werden.

            Risiken: Der Erwerb einer Finanzanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlustes. Risikofaktoren sind z.B. höhere Kosten als kalkuliert; negative Prognoseabweichungen; geringere Verkaufserlöse bzw. Einnahmen; Änderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen; u. U. Fremdwährungsrisiken.

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