Inflationsschutz
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Bevor das eigentliche Thema, der Inflationsschutz, behandelt wird, soll das zugrundeliegende Problem der Inflation einer näheren Betrachtung unterzogen werden.
Inflationsschutz schön und gut – Aber was ist Inflation genau?
Der Begriff der Inflation stammt vom lateinischen Verb inflare (dt. aufblasen) ab und bedeutet das Anziehen des allgemeinen Preisniveaus in einer Volks- oder der Weltwirtschaft. Hinter der Wortherkunft steckt der zugrundeliegende Vorgang, dass die Geldmenge schneller steigt als das Warenangebot.
Bild und Definition von Inflation
Vor dem Hintergrund dieser Wortherkunft kann man bildlich davon sprechen, bei einer Inflation werde Geld in den Markt „hineingeblasen“ oder die Geldmenge werde insgesamt „aufgeblasen“.
Dies führt zu einer Preissteigerung auf der Seite der Waren, die mit der sogenannten Inflationsrate gemessen wird.
Dieser Preissteigerung entspricht ein Wertverlust auf Seiten des Geldes: Mit der gleichen Menge Geld können durch die Preissteigerung nach und nach immer weniger Waren erworben werden.
Die Inflation ist kein theoretisches Konstrukt zur Beschreibung komplizierter Vorgänge. Vielmehr betrifft sie alle Teilnehmer am wirtschaftlichen Leben in ganz unmittelbarer und nachvollziehbarer Weise.
Güter, Waren oder Dienstleistungen kosten der allgemeinen Erfahrung nach von Jahr zu Jahr mehr.
Mal geht diese Entwicklung rascher und deutlicher vonstatten – dann wird eine hohe Inflation den Hintergrund bilden. Mal vollzieht sie sich schleichend und kaum merklich (niedrige Inflation).
Deflation
Das Gegenteil von Inflation ist die Deflation. Hier sinkt im Gegensatz zur Inflation das allgemeine Preisniveau, weil dem Markt Geldmittel entzogen werden, denen aber noch das gleiche Warenangebot gegenübersteht.
Deflation geschieht verhältnismäßig selten und eher durch schockartige, disruptive Ereignisse wie Kriege oder Katastrophen.
Dies geschah z.B. zu Beginn der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren, ausgelöst durch den Börsencrash vom 24.10.1929.
Solche Ereignisse führen zu einem umfassenden Sparverhalten auf Seiten der Konsumenten.
Die Nachfrage geht deutlich zurück und die Waren können nicht mehr zum ursprünglichen Preis verkauft werden. Daher müssen Preise gesenkt werden, um die Ware überhaupt noch zu verkaufen.
Sowohl bei der Inflation als auch ihrem Gegenteil, der Deflation, kann es leicht zu spiralartigen Entwicklungen kommen.
Tritt dies auf, zieht ein Vorgang den anderen nach sich, was geeignet ist, das Geschehen zu verstärken bzw. zu beschleunigen.
Es bedarf dann vieler Faktoren, um die Entwicklung wieder zu verlangsamen oder gar umzukehren.
Der Sachverhalt der Inflation wird oft auch gleichbedeutend mit den Begriffen
- allgemeine Teuerungsrate
- Preissteigerung
- Kaufkraftminderung
- Kaufkraftverlust oder
- Geldentwertung
wiedergegeben.
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Welche Gründe und Prozesse führen zu Inflation?
Beim Phänomen der Inflation werden theoretisch drei Formen unterschieden. Es handelt sich dabei um die durch Nachfrage, die Angebotsseite und schließlich die von Seiten der Geldmenge her (monetär) initiierte Inflation.
Die nachfrageseitige Inflation (engl. Demand-pull Inflation)
Sie entsteht, wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen schneller steigt als das verfügbare Angebot. Auslöser können sein:
- Starkes Wirtschaftswachstum
Es zieht in aller Regel mehr Wohlstand nach sich, so dass die Menschen zu mehr Konsum neigen. Dadurch zieht die Nachfrage an, und in ihrem Gefolge das Preisniveau. - Staatliche Ausgabenprogramme
Wenn der Staat große Ausgaben tätigt, führt das im Bereich der getätigten Ausgaben zu einer erhöhten Nachfrage. -> Preissteigerung. - Lockerung der Geldpolitik
Man versteht darunter ein Absenken des Zinsniveaus der Notenbanken (US-amerikanische Fed, Europäische Zentralbank, etc.). Banken können so zu günstigeren Konditionen Kredite anbieten und die Menschen können mehr für Konsum und/oder andere Projekte (Hausbau, Anschaffungen, Urlaubsreisen etc.) ausgeben. -> steigende Nachfrage -> steigendes Preisniveau.Wichtig zu wissen und verstehen: Die Kreditvergabe der Banken schafft im buchstäblichen Sinne Geld.
Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, nimmt sie dafür nicht etwa die Einlagen anderer Kunden her, sondern weitet ihre Bilanzsumme aus.
Dadurch entsteht Giralgeld, das von nun an zur Geldmenge hinzugezählt wird.
- Steuersenkungen
Auch diese Maßnahme führt dazu, dass die Bürger mehr Geld in der Tasche haben, das sie für Konsum oder anderes ausgeben können -> steigende Nachfrage -> steigendes Preisniveau. - Starker Anstieg der Exporte
Auch ein Anstieg der Auslandsnachfrage kann dazu führen, dass bestimmte Produkte im Inland nicht mehr ausreichend verfügbar sind -> steigendes Preisniveau im Inland.
Die angebotsseitige Inflation (engl. Cost-push Inflation)
Sie wird durch steigende Produktionskosten ausgelöst, weil die Unternehmen die Kosten auf den Preis umlegen. Dabei können Auslöser sein:
- Höhere Löhne
Werden verhältnismäßig hohe Lohnrunden abgeschlossen, steigert das für die Unternehmen die Produktionskosten. Das schlagen sie normalerweise auf den Preis der Waren. Man spricht hier von der Lohn-Preis-Spirale. - Teurere Rohstoffe oder Energiekosten
Wenn die Kosten für Vorprodukte, Rohstoffe und/oder Energie steigen, ergeben sich ebenfalls höhere Produktionskosten. Diese werden durch steigende Preise an die Kunden weitergegeben. - Lieferkettenprobleme
Werden Vorprodukte oder Rohstoffe knapp, führt auch diese Knappheit zu einem steigenden Preis für diese Waren. Die steigenden Produktionskosten werden wiederum auf den Preis für das Endprodukt aufgeschlagen. - Währungsschwankungen
Fällt die Einkaufswährung im Vergleich zur Währung des Einkaufs deutlich, bedeutet das höhere Einkaufskosten. Importe werden dadurch teurer und das Preisniveau zieht an. - Naturkatastrophen oder Kriege
Solche Ereignisse beinträchtigen oft viele Faktoren wie Lieferketten, Energiekosten, Produktionskapazitäten, Währungen etc. . Dadurch bleibt auf allen Ebenen weniger und teureres Angebot bei weitgehend stabiler Nachfrage in den Nicht-Katastrophengebieten
Die monetäre Inflation
Sie entsteht durch eine zu starke bzw. zu rasche Ausweitung der Geldmenge. Auslöser können sein:
- Die Zentralbank druckt zu viel Geld
Die größere Geldmenge trifft auf ein gleichbleibendes Güterangebot. Dadurch verliert das Geld an Wert (mehr Nachfrage als Angebot), und das Preisniveau steigt an. - Niedrige Zinsen über längere Zeiträume
Wenn die Kreditaufnahme boomt, kommt dadurch mehr Geld in Umlauf. Die Nachfrage steigt und das Preisniveau zieht an. Auch hier gilt, wie oben hervorgehoben wurde: Durch die Kreditvergabe der Banken wird im buchstäblichen Sinne Geld geschaffen.
Inflation in der Entwicklung (Spirale) – Auslöser und Gründe
Sieht man sich die genannten Stichworte und Prozesse genauer an, wird schnell deutlich, dass sie ineinandergreifen.
Die Wirtschaft ist ein enorm komplexes Feld von schwer voneinander zu isolierenden Größen, Kräften, Einflüssen und Playern. Deswegen spielen beim Phänomen der Inflation meist verschiedenste Faktoren eine Rolle, die auch nicht unbedingt nur einem auslösenden Ereignis oder Vorgang zugeordnet werden können.
Beispiel: Entwicklungsspirale bei Inflation
Ausgangssituation: Ein Staat entscheidet, die Zinsen deutlich zu senken, um die Wirtschaft anzukurbeln (= demand pull Inflation). Sehen wir uns die dazugehörige Entwicklungsspirale bei Inflation an.
- Es kommt zu verstärkter Kreditaufnahme, da die Konditionen sehr günstig erscheinen.
- Der schnell erhöhten Geldmenge steht nicht ein genauso schnell erhöhtes Warenangebot gegenüber.
- Erhöhte Nachfrage trifft also auf eine gewisse Knappheit – und die Nachfrage bestimmt den Preis!
- Viele Unternehmen entscheiden daraufhin, die Preise anzuheben. Nachvollziehbar, da aufgrund der Knappheit und des gleichzeitig verfügbaren Geldes größere Gewinne erzielt werden können.
- Das allgemeine, durchschnittliche Preisniveau zieht an.
- Nicht ohne Grund beginnen die Gewerkschaften bzw. die Arbeiterschaft, ihren Anteil an den größeren Gewinnen einzufordern. Sie erleben das höhere Preisniveau, empfangen aber noch die niedrigeren Löhne.
- Durch die höheren Lohnabschlüsse steigen die Kosten der Unternehmen. Sie werden versuchen, diese höheren Kosten an die Verbraucher weiterzugeben, um die Gewinnspanne hochzuhalten (= cost-push Inflation).
- Die höheren Löhne heizen das Konsumklima an. Die wachsende Nachfrage weitet sich auf viele Güter aus, die nun ebenfalls mit Preissteigerungen reagieren.
- Das allgemeine durchschnittliche Preisniveau zieht weiter an… siehe oben.
Hinzu kommen oftmals psychologische Faktoren wie die bloße Erwartung steigender Preise, die bei vielen Menschen die Bereitschaft zu noch schnellerem (vorgezogenem) Konsumverhalten anstachelt.
Auch Marktmonopole können einen Beitrag leisten, wenn ein einzelnes Unternehmen aufgrund seiner Marktstellung die Preise nahezu beliebig nach oben setzen kann. Des Weiteren spielen die demographische Entwicklung und regulatorische Veränderungen oft eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Dies gilt für Nachfrage- und Konsumverhalten und damit auch bei der Preisentwicklung und der Inflation.
Was bedeutet dann Inflationsschutz?
Angesichts der beschriebenen Komplexität ist es eine grundsätzliche Frage, ob und wie man sich vor der Inflation schützen kann, ob es also im engeren Sinn einen Inflationsschutz geben kann.
Und tatsächlich wird man sagen müssen: Einen echten Schutz vor der Inflation im Sinne dessen, dass keine Inflation eintritt, hat niemand in der Hand.
Am ehesten könnte der Staat oder eine Staatengemeinschaft zusammen mit dem Bankensystem eingreifen. Sie könnten dafür Sorge tragen, dass beim Auftreten inflationärer Entwicklungen sofort mit geeigneten, massiven Maßnahmen dagegen vorgegangen wird.
Solche Eingriffe und Maßnahmen hat es immer wieder gegeben, zuletzt etwa bei der griechischen Staatsschuldenkrise in den 2010er Jahren.
Damals entwickelten die Staaten der europäischen Union gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein mehrere Milliarden schweres Hilfsprogramm zur Rettung und Sanierung des griechischen Staatshaushaltes sowie zur Stabilisierung des damit verbundenen Euro (sogenannter Euro-Rettungsschirm oder auch Europäischer Stabilitätsmechanismus/ESM).
Zurückhaltung Verantwortlicher bei Inflationsschutz
Staaten und Währungshüter schrecken allerdings in der Regel vor sofortigen und massiven Maßnahmen zum Inflationsschutz zurück.
Denn diese Maßnahmen können aufgrund der komplexen Verflechtungen des Wirtschaftssystems durchaus geeignet sein, schwere wirtschaftliche und politische Krisen nach sich zu ziehen.
Mit anderen Worten: Beim Versuch, dem einen Problem wirkungsvoll entgegenzutreten, schafft man unter Umständen viele andere Probleme ähnlich gravierender Art.
Hinzu kommt, dass ein gewisses Maß an Inflation staatlicherseits sogar durchaus gewünscht sein kann (und derzeit auch ist).
Denn viele Ökonomen und Haushaltspolitiker sind der Meinung, eine auf niedrigem Niveau (ca. 2 %) konstante Teuerungsrate sei das beste Mittel zur Aufrechterhaltung von Preisstabilität.
Diese wiederum habe ihrerseits starke Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und damit auf die gesamtkonjunkturelle Lage.
Möglicherweise hat eine niedrige, stabile Inflation auch günstige Auswirkungen auf die staatliche Schuldenquote bzw. hilft Staaten, langfristig ihre Verschuldung zu reduzieren.
Inflation ist bis zu einem bestimmten Maß also ein Phänomen, mit dem alle Arten von Marktteilnehmern und insbesondere Anleger rechnen und umgehen müssen.
Sich vor der Inflation zu schützen, bedeutet dann einen bedachten Umgang mit der Möglichkeit und/oder Tatsache einer allmählichen Geldentwertung und einer entsprechenden Gestaltung des Anlageportfolios.
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Inflationsschutz konkret: welche Möglichkeiten gibt es?
Der Sachverhalt der Inflation kann zutreffend mit dem Begriff der Geldentwertung wiedergegeben werden.
Es liegt also auf der Hand, dass alle Formen von Bargeld und reinen Geldeinlagen bei der Bank am stärksten von der Inflation betroffen sind.
Umso bemerkenswerter ist es, dass das Spar- bzw. Anlageverhalten in Deutschland immer noch mehrheitlich rund um reine Geldeinlagen kreist.
Laut einer Erhebung des deutschen Bankenverbandes machten Tagesgeld, Girokonten, Sparbücher und Festgeld im Jahr 2024 bei weitem den größten Umfang an Anlageprodukten bzw. Geldbeständen aus, mit einigem Abstand gefolgt von Aktien und Aktienfonds (auch ETFs) .
Danach sehen wir mit einigem Abstand Immobilien, Gold, festverzinsliche Wertpapiere (wie Anleihen, v.a. Staatsanleihen), Kryptowährungen und andere Edelmetalle.
Hinzu kommt, dass nach dieser Untersuchung die Zufriedenheit mit der eigenen Geldanlage und ihrer Entwicklung im Vergleich zum Jahr 2023 gestiegen ist.
Die Neigung, in neue und andere Bereiche anzulegen, wird damit aller Wahrscheinlichkeit nicht zunehmen.
Darüber hinaus geben viele Befragte an, sich mit tatsächlichen Investments (Aktien, Anleihen, Fonds, Immobilien, Alternative Investmentfonds usw.) zu wenig auszukennen und daher diese Bereiche zu meiden.
Wenig Sensibilisierung für das Thema Inflation
Es drängt sich also die Vermutung auf, dass viele deutsche Anleger, insbesondere Privat- und Kleinanleger, kaum ein Bewusstsein für das Thema Inflation besitzen.
Sie bringen beim Investieren dementsprechend wenig Interesse für einen wirksamen Inflationsschutz auf.
Für viele unerfahrene Marktteilnehmer besteht ein auf den ersten Blick sehr einfacher Umgang mit der Teuerungsrate oft darin, nach Renditen oberhalb dieser Rate zu suchen.
So könnte man z.B. von vornherein jedes Investment ausschließen, das mit seiner prognostizierten (oder auch tatsächlichen) Rendite unterhalb der Inflationsrate liegt.
Bei einer Inflation von 3 % kämen für die Geldanlage also z.B. nur Anleihen mit festen Zinsen oberhalb von 3 % in Frage.
Problematisch an dieser Art von Auswahlverfahren kann sein, dass die mit der Rendite gekoppelte Ausfallgefahr, also das Risiko, nicht ausreichend in den Blick kommt.
Am Ende steht dann möglicherweise nicht der Erhalt oder die Mehrung des Vermögens, sondern ein Verlust oder gar Totalausfall. 3 % auf eine Staatsanleihe bester Bonität waren in den letzten Jahren nicht einfach zu erhalten.
Diversifikation als Inflationsschutz
Dabei besteht ein erster, wirksamer Schritt zum Schutz für das eigene Vermögen vor den Auswirkungen der Inflation in einer Maßnahme, die ohnehin für jede Form des Investierens ratsam ist: Diversifikation.
Der Begriff stammt, wie so viele Fachbegriffe sowohl im Deutschen wie in anderen europäischen Sprachen, aus dem Lateinischen.
Das Verb „di-versi-ficare“ setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen und bedeutet so viel wie „verschieden machen/in verschiedene Richtungen wenden“.
In der Finanz- und Anlagewelt versteht man unter Diversifikation die Verteilung der verfügbaren Anlagesumme auf unterschiedliche Anlageklassen und Anlageprodukte.
Man spricht gleichbedeutend auch von der Streuung des Anlagevolumens.
Auf diese Weise erreicht man eine komplexe Schichtung von Risiken, Renditepotenzialen, Laufzeiten und gegebenenfalls weiteren Anlagezielen.
Bezogen auf das Thema Inflation, ermöglicht eine breite Diversifikation die Integration von Anlageprodukten, die auf unterschiedliche Weise auf die Geldentwertung reagieren bzw. einen Umgang damit ermöglichen.
So sollte man beispielsweise nicht nur in eine einzige Aktie anlegen, sondern mehrere Unternehmensanteile und aus verschiedenen Branchen und Regionen Aktien erwerben.
ETFs bieten hier moderne und ausgereifte Möglichkeiten der breiten Aufstellung.
Diversifikation der Anlageklassen
Darüber hinaus ist es empfehlenswert, das verfügbare Vermögen nicht nur in eine einzige Anlageklasse zu packen, wie etwa Anleihen, Aktien, Gold oder Investmentfonds.
Stattdessen ist es ratsam, den Service von Anlageberatern in Anspruch zu nehmen, um sich über das eigene Anlageprofil bewusst zu werden und dementsprechend gewichtet in unterschiedliche Anlageklassen zu investieren.
Beispiele und Vorbilder für Gewichtungen kann man bei großen institutionellen Anlegern finden, wenn auch manche Anlagevehikel für Privatanleger nicht oder nur schwer zugänglich sind.
Das Internet und verschiedenste Offerenten bieten Online-Beratung oder entsprechende Tools an, um dem persönlichen Anlageprofil näher zu kommen.
Allerdings empfiehlt sich in diesem sensiblen Bereich eher der unmittelbare Service echter Personen mit der benötigten Qualifikation, da ein Computer oder Robo-Advisor die Komplexität der Wirklichkeit (und einer Persönlichkeit) nicht zu erfassen in der Lage ist.
Zusätzlich ist es z.B. bei Anleihen möglich, sie in einer inflationsindexierten Variante zu erwerben.
Auch inflationsindexierte Anleihe-ETFs sind mittlerweile gängige Investmentmöglichkeiten auf dem Markt.
Inflationsschutz durch Sachwertinvestments
Die wirksamste Maßnahme gegen die Auswirkungen der Inflation besteht in einer Diversifikation, die auch Sachwerte gezielt mit in den Fokus rückt.
Denn bei Sachwerten gilt, dass ihre Wertzuschreibung meist organisch mit der Inflation mitwächst.
Sehr einfach kann man das oft bei Immobilien sehen. Bei einer moderaten Inflation wächst auch ihr Wert meist mindestens in Höhe der Inflationsrate, ja, als Sachwert sind sie Teil des Teuerungsprozesses und tragen in ihrer Wertentwicklung selbst zur Teuerungsrate bei.
Sehen wir uns die wichtigsten Sachwertinvestments an.
Immobilien
Entweder ist man selbst im Besitz ganzer Immobilien und profitiert von der Wertsteigerung in der Substanz aufgrund der Marktentwicklung, oder man vermietet inflationsindexiert und hat so mit der Preissteigerung wachsende Mieteinnahmen.
Auch das Investment in (geschlossene) Immobilienfonds (sogenannte Alternative Investmentfonds/AIF) bieten vor dem Hintergrund der besagten Entwicklungen meist einen hohen und wirksamen Inflationsschutz.
Diese Tatsache sollte man vor Augen haben, wenn man in diesem Bereich die prognostizierte Rendite mit festverzinslichen Wertpapieren oder ähnlichen Investments vergleicht – die Renditen von Immobilienfonds sind quasi bereits inflationsbereinigt, die von Wertpapieren nicht.
Dabei sind selbstredend Immobilien – auch als Betongold bezeichnet – nicht vor kurzfristigen wirtschaftlichen Schwankungen gefeit und können indirekt inflationsabhängig sein.
Die steigenden Zinsen zur Eindämmung der Inflation führten im Jahr 2023 zu enorm erhöhten Baukosten und ließen die Immobilienbewertungen in Deutschland um durchschnittlich 8,4% einbrechen.
Rohstoffe und Edelmetalle
Vor allem Gold gilt langfristig als sicherer Hafen gegenüber jeder Form von momentaner Marktschwankung, Nicht von ungefähr verfügen viele Notenbanken und Staaten über z.T. massive Goldreserven.
Auch viele Privatanleger bauen mittlerweile kleine Gold- oder Silberreserven auf. Nachteilig beim Investieren in eine Anlage wie Gold ist die Tatsache, dass hier in aller Regel keine laufenden Ausschüttungen getätigt werden.
So hat man erst und ausschließlich beim Verkauf etwas von der möglichen Wertsteigerung. Hinzu kommen in der Regel Lagerkosten, z.B. für ein Schließfach oder einen eigenen Tresor.
Des einen Freud, des anderen Leid: Während 2023 für die Immobilienbranche einen empfindlichen Dämpfer brachte, verlegten sich viele Anleger „sicherheitshalber“ auf mehr Goldreserven: Der Preis für Gold stieg im Jahr 2023 um starke 13 % (gerechnet in US-Dollar, rd. 9% in Euro).
Sammlergegenstände
Ob Kunst, Oldtimer oder Luxusuhren, die Welt der Sammlergegenstände kennt nahezu keine Grenzen und ermöglicht vielfältige Geldanlagen.
Auch hier erfolgen allerdings keine Ausschüttungen, sondern es gilt das Gleiche wie bei Rohstoffen und Edelmetallen.
Infrastruktur und Mobility
Alternative Investmentfonds (= Sachwertfonds) bieten mittlerweile ein breites Spektrum an Investmentmöglichkeiten an.
Dieses umfasst unter anderem Solar-, Wind- und Wasserkraft, eMobilität, Schienenfahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe und Container.
Der Vorteil: Diese Fonds arbeiten für gewöhnlich mit regelmäßigen Ausschüttungen und bilden so schon während der Laufzeit einen Teil der Wertentwicklung der Wirtschaftsgüter ab.
Der Nachteil: Es handelt sich um einigermaßen spezielle Wirtschaftsgüter und einen Nischenmarkt, zu denen/dem man sich vor einem möglichen Investment umfassend informieren sollte.
Private Equity
Dieses Segment verzeichnet regelmäßig die besten Renditen – und als Anleger weiß man, dass damit wohl die entsprechenden Risiken einhergehen.
Bei entsprechend großen Anlagevolumina sollte allerdings eine gewisse Beimischung Private Equity nicht fehlen.
Was viele Privatanleger nicht wissen: man kann in Deutschland auch über vollregulierte Alternative Investmentfonds mit hohem Anlegerschutz am Segment außerbörslicher Unternehmensbeteiligungen (Private Equity) partizipieren.
Der grundsätzliche „Nachteil“ von Sachwertinvestments besteht darin, dass das zugrundeliegende Wirtschaftsgut immer einer Bewertung unterliegt, also quasi einer Umrechnung in Geldwert.
Diese Bewertung kann je nach Wirtschaftslage, Einschätzung der Entwicklung und anderer Faktoren eine etwas willkürliche Beimischung haben.
Dieser Nachteil ist aber zugleich der Vorteil bei den Sachwerten, sie basieren nicht einfach auf dem Geldwert, welcher der Inflation unterliegt, sondern bieten einen substanziellen Wert.
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Inflation und Inflationsschutz ernst nehmen
Einen totalen Inflationsschutz im Sinne dessen, dass man der Inflation vollständig entginge, gibt es nicht und kann es nicht geben.
Aber man kann und sollte als Anleger das Thema Inflation vor Augen haben und sich in den Anlageentscheidungen entsprechend clever aufstellen.
Eine gesunde Beimischung von Sachwerten kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, das eigene Vermögen nicht nur wirksam vor den Auswirkungen der Inflation zu schützen, sondern auch trotz Geldentwertung gute Renditen zu erwirtschaften und eine Mehrung zu erreichen.
Ein wichtiger Faktor auf diesem Weg ist es, nicht nur die Zinsen bzw. prozentualen Wertzuwächse bei Spareinlagen und Wertpapieren im Blick zu behalten, sondern sie mit der Inflationsrate ins Verhältnis zu setzen.
Nur so bekommt man eine realistische Einschätzung zum Thema Inflationsschutz bei jeder Form von Geldanlage.
Inhalt:
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