Dachfonds

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Inhalt:

    Dieser Artikel stellt Dachfonds im Bereich AIF ins Zentrum, beleuchtet aber zum besseren Verständnis und zur Abgrenzung auch Dachfonds aus dem Wertpapierbereich.

    Was sind Dachfonds und wie lassen sie sich im Kontext von AIF einordnen?

    Dachfonds, häufig auch englisch als Fund of Funds bezeichnet, stellen eine besondere Form kollektiver Kapitalanlage dar, bei der nicht direkt in einzelne Vermögensgegenstände investiert wird, sondern in eine Vielzahl sogenannter Zielfonds (engl. target).

    Der Investor erwirbt somit Anteile an einem Portfolio, das wiederum aus anderen Fonds besteht.

    Diese mehrstufige Struktur unterscheidet Dachfonds grundlegend sowohl von klassischen Investmentfonds, die unmittelbar in Wertpapiere wie Aktien und Anleihen investieren, als auch von anderen alternativen Investmentfonds (AIF), die direkt in Sachwerte wie Immobilien, Infrastruktur (z.B. Erneuerbare Energien) oder auch über Private Equity in Unternehmen investieren.

    Im Bereich alternativer Kapitalanlagen erfolgt die regulatorische Einordnung maßgeblich über die Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD) aus dem Jahr 2011.

    Sie stellt eine Reaktion auf die Turbulenzen der Finanzmarktkrise 2007/08 dar und verschafft dem Markt der Sachwertfonds Transparenz und ein klares Regelwerk.

    Diese europäische Richtlinie definiert, was als alternativer Investmentfonds (AIF) gilt und welche Anforderungen an deren Manager gestellt werden. In deutsches Recht umgesetzt, finden ihre Regelungen Niederschlag im Kapitalanlagegesetzbuch / KAGB von 2013.

    Grundsätzlich fallen unter AIF alle Fonds, die keine reinen Wertpapierfonds sind und damit nicht unter das UCITS-Regime (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren / OGAW) fallen.

    „Klassische“ UCITS-Fonds sind beispielsweise Aktienfonds, Anleihenfonds oder Geldmarktfonds.

    Abgrenzung zu anderen Fondsstrukturen

    Zu unterscheiden ist der AIF-Dachfonds von sogenannten Umbrella-Fonds (auch Umbrella-Struktur genannt).

    Hier bildet der Umbrella das einheitliche rechtliche Dach, unter dem sich verschiedene Fonds mit einfachen Wechselmöglichkeiten für den Anleger befinden.

    Ebenfalls zu unterscheiden ist die rechtlich zulässige Master-Feeder-Struktur bei AIF. Hier investieren viele Fonds in EINEN Masterfonds, also das genau umgekehrte Konzept wie beim Dachfonds (vgl. §§ 272 ff. KAGB).

    Zu den AIF gehören insbesondere Private-Equity-Fonds, Immobilienfonds, Infrastrukturfonds, Hedgefonds und Private-Debt-Strukturen.

    Ein Dachfonds im AIF-Bereich ist somit ein Fonds, der seinerseits in andere AIF investiert.

    Dabei kann er entweder breit diversifiziert über mehrere Anlageklassen hinweg investieren oder sich auf bestimmte Segmente spezialisieren, etwa ausschließlich auf Private Equity (außerbörsliche Beteiligung an Unternehmen) oder Infrastruktur.

    Die zentrale Funktion des Dachfonds besteht darin, Kapital effizient zu allokieren, geeignete Zielfonds auszuwählen und ein ausgewogenes Portfolio zusammenzustellen.

    Im Vergleich zu Direktinvestitionen übernimmt der Dachfonds eine Intermediärrolle. Während ein Investor bei einem Einzelfonds direkt dem jeweiligen Fondsmanager vertraut, delegiert er bei einem Dachfonds die Auswahlentscheidung an einen zusätzlichen Manager.

    Diese zusätzliche Ebene bringt sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich, insbesondere im Hinblick auf Diversifikation, Kosten und Transparenz.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zielgruppe. AIF-Dachfonds richten sich typischerweise an institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen oder Family Offices sowie an semiprofessionelle Anleger.

    Für Privatanleger sind solche Strukturen oft schwerer zugänglich, da Mindestinvestitionssummen hoch und regulatorische Anforderungen komplex sind.

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      Rechtlicher Rahmen und steuerliche Aspekte bei Dachfonds

      Dachfonds stellen keine eigene Kategorie innerhalb der gesetzlichen Definition von Investmentvermögen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch/KAGB dar.

      Sie lassen sich wie alle anderen Fonds (z.B. Aktienfonds) nach dem Inhalt ihres hauptsächlichen Investitionszieles definieren. Es gibt also:

      • reine Wertpapierdachfonds,
      • reine AIF-Dachfonds
      • und sogenannte Mischfonds.

      Je nachdem, wie die Mischung solcher Mischfonds aussieht, zählen sie genau genommen zu den Wertpapierdachfonds (wenn sie größtenteils in Aktien-, Anleihen- oder andere Wertpapier-Fonds investieren) oder zu den AIF-Dachfonds (wenn sie hauptsächlich NICHT in Wertpapierfonds investieren.

      Eine Sonderform stellen außerdem die sogenannten Superfonds dar, die sowohl in andere Fonds als auch in einzelne Wertpapiere investieren.

      Nach § 196 KAGB (der sich zwar auf OGAW, also Wertpapierfonds, bezieht, aber analog für alle Fonds anzuwenden ist) kommen als Zielfonds eines Dachfonds nur solche Fonds infrage, die selbst höchstens 10 % ihres Fondsvermögens in andere Fonds investieren. Dachfonds dürfen also nicht in andere Dachfonds investieren.

      Man spricht in diesem Zusammenhang vom Kaskadierungsverbot.

      Dürften Dachfonds in andere Dachfonds Kapital anlegen, ergäbe sich eine „Kaskade“ an ineinander geschachtelten Beteiligungen, die der Gesetzgeber mit diesem Verbot im Sinne der Transparenz und des Anlegerschutzes ausschließen möchte.

      Jeder einzelne Zielfonds eines Dachfonds darf maximal 20 % des Volumens vom Gesamtvermögen des Dachfonds ausmachen (vgl. § 221 Artikel 1 u. 4 KAGB).

      Diese Regelung dient der Diversifikation und Risikoverteilung und damit dem Anlegerschutz bei Publikumsfonds. Bei Dachfonds, die als Spezial-AIF ausgestaltet sind, entfällt diese Regelung.

      Steuerlich geht mit einer Kapitalanlage in Dachfonds der Vorteil einher, dass die Abgeltungsteuer aus dem Verkauf von Zielfondsanteilen NICHT beim einzelnen Dachfondsinvestor geltend gemacht wird, sondern diese Steuer erst mit dem Verkauf der Dachfondsanteile anfällt.

      Der Zielfondsverkauf ist also abgeltungsteuerfrei.

      Wie funktionieren Dachfonds im AIF-Bereich konkret?

      Die Funktionsweise eines Dachfonds im AIF-Bereich basiert auf einem mehrstufigen Investmentprozess, der sich deutlich von klassischen Fonds unterscheidet.

      Im Zentrum steht das Fondsmanagement und dessen Auswahl geeigneter Zielfonds, die jeweils eigene Anlagestrategien verfolgen.

      Der Dachfondsmanager bzw. das Fondsmanagement

      • sammelt dafür umfassende Informationen zu den verschiedenen Marktsegmenten und dem Angebot an Investmentfonds,
      • analysiert den Markt für alternative Anlagen,
      • identifiziert vielversprechende Einzelfondsmanager
      • und stellt daraus ein Portfolio zusammen, das verschiedene Strategien, Regionen und Zeitpunkte der Kapitalbindung abdeckt.

      Typische Anlageklassen innerhalb eines AIF-Dachfonds sind Private Equity (außerbörsliche Beteiligung an Unternehmen), Infrastruktur, Private Debt (nicht-öffentliche Kreditvergabe) und gegebenenfalls Hedgefonds.

      Innerhalb dieser Segmente erfolgt eine weitere Differenzierung, etwa nach Buyout-, Growth- oder Venture-Strategien im Private-Equity-Bereich oder nach Core-, Core-Plus- und opportunistischen Ansätzen im Infrastrukturbereich.

      Ziel des Fondsmanagement ist es, durch gezielte Kombination dieser Strategien ein ausgewogenes Rendite-Risiko-Profil zu erreichen.

      Ein zentrales Merkmal ist die langfristige Kapitalbindung. Anders als bei liquiden Wertpapierfonds, bei denen Anteile jederzeit gekauft oder verkauft werden können, arbeiten AIF-Dachfonds häufig mit Kapitalzusagen (Commitments).

      Der Investor verpflichtet sich, einen bestimmten Betrag bereitzustellen, der über mehrere Jahre hinweg vom Dachfonds abgerufen wird. Dieser investiert das Kapital wiederum in Zielfonds, die ihrerseits Kapitalabrufe durchführen.

      Es liegt daher in der Natur der Sache, dass Dachfonds fast immer eine Art Blindpool oder zumindest Semi-Blindpool darstellen, dass also in der Platzierungsphase des Fonds die konkreten Anlageziele noch nicht vollständig feststehen.

      Liquiditätsprofil, J-Kurve und Due Diligence

      Diese Struktur führt zu komplexen Liquiditätsprofilen. Rückflüsse aus den Zielfonds erfolgen oft erst nach mehreren Jahren, beispielsweise durch Unternehmensverkäufe im Private-Equity-Bereich oder durch laufende Erträge im Infrastrukturbereich.

      Der Dachfondsmanager muss daher nicht nur die Auswahl der Zielfonds, sondern auch das Timing von Kapitalabrufen und Ausschüttungen sorgfältig steuern. Typischerweise entsteht hierbei die sogenannte J-Kurve (ein quergelegtes „J“) aus der Differenz von Kapitalabrufen und -Rückflüssen.

      Zunächst übersteigen die Kapitalabrufe die Rückflüsse bei weitem (weil es meist noch keine Rückflüsse gibt). Je länger der Fonds operiert, desto mehr übersteigen dann jedoch die Rückflüsse die Kapitalabrufe.
      J-Kurve-Darstellung Astorius

      Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Due Diligence.

      Die Auswahl von Zielfonds erfordert eine tiefgehende Analyse der Fondsmanager, ihrer Strategien, ihrer bisherigen Performance sowie ihrer organisatorischen Strukturen. Dieser Prozess ist ressourcenintensiv und setzt umfangreiche Erfahrung sowie ein starkes Netzwerk voraus.

      Darüber hinaus übernimmt der AIF-Manager regulatorische Aufgaben, etwa im Bereich Risikomanagement, Reporting und Compliance. Die Anforderungen der Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD) sind hierbei umfangreich und betreffen unter anderem die Bewertung der Vermögenswerte, die Verwahrung sowie die Offenlegung gegenüber Investoren und Aufsichtsbehörden.

      Worin unterscheiden sich Dachfonds im AIF-Bereich von Dachfonds in anderen Segmenten?

      Dachfondsstrukturen sind nicht auf den AIF-Bereich beschränkt.

      Auch im UCITS-Segment (dt. OGAW, Organismen für gemeinsame Anlage in Wertpapieren) existieren Fund-of-Funds-Konzepte, die insbesondere im Retailbereich (= Publikumsfonds) verbreitet sind, etwa Aktienfonds, Anleihefonds oder Geldmarktfonds.

      Dennoch bestehen erhebliche Unterschiede zwischen diesen beiden Welten, die sowohl die Struktur als auch die Zielsetzung betreffen.

      UCITS-Dachfonds investieren typischerweise in liquide Wertpapiere wie Aktien und Anleihen, die täglich bewertet und gehandelt werden können.

      Entsprechend bieten sie eine hohe Liquidität: Anleger können ihre Anteile in der Regel täglich zurückgeben, und die Preisbildung ist transparent und marktgetrieben. Zudem unterliegen UCITS-Fonds strengen regulatorischen Vorgaben hinsichtlich Diversifikation, Risikostreuung und Anlegerschutz.

      Im Gegensatz dazu investieren AIF-Dachfonds in illiquide Anlagen, deren Bewertung oft modellbasiert erfolgt und nicht auf täglichen Marktpreisen beruht.

      Die Liquidität ist eingeschränkt, und Investoren müssen bereit sein, ihr Kapital über längere Zeiträume zu binden. Diese Illiquidität wird jedoch häufig durch höhere Renditeerwartungen kompensiert.

      Unterschiedliche Transparenz

      Auch die Transparenz unterscheidet sich.

      Während UCITS-Fonds umfangreiche und standardisierte Informationen bereitstellen müssen, ist die Transparenz im AIF-Bereich häufig geringer, insbesondere auf Ebene der einzelnen Portfolioinvestitionen.

      Dies liegt unter anderem daran, dass viele Zielfonds nicht börsennotiert sind und vertrauliche Informationen z.B. zu Unternehmen (bei PE-Fonds) enthalten.

      Unterschiedliche Investorengruppen

      Ein weiterer Unterschied betrifft die Investorengruppen.

      UCITS-Dachfonds richten sich primär an Privatanleger, während AIF-Dachfonds vor allem institutionelle und semiprofessionelle Investoren ansprechen.

      Diese verfügen in der Regel über die notwendigen Ressourcen und die Risikotragfähigkeit, um komplexe und illiquide Kapitalanlagen zu tätigen.

      Schließlich unterscheiden sich auch die regulatorischen Rahmenbedingungen. Während UCITS ein stark harmonisiertes europäisches Regelwerk darstellt, bietet die AIFM-Richtlinie mehr Flexibilität, geht aber auch mit spezifischen Anforderungen an Manager und Investoren einher.

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        Welche Vorteile bieten Dachfondsstrukturen für Investoren?

        Dachfonds bieten eine Reihe von Vorteilen, die sie insbesondere im Bereich alternativer Kapitalanlagen attraktiv machen.

        Einer der wichtigsten Aspekte ist die Diversifikation. Durch die Investition in mehrere Zielfonds wird das Risiko auf verschiedene Strategien, Regionen und Manager verteilt. Dies reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Investitionszielen und kann die Stabilität der Renditen erhöhen.

        Ein weiterer Vorteil ist der Zugang zu exklusiven Anlagemöglichkeiten. Viele der besten Fonds im Bereich Private Equity oder Infrastruktur sind für einzelne Investoren schwer zugänglich. Sie verlangen hohe Mindestinvestitionen oder sind nur für ausgewählte Investoren offen. Dachfonds bündeln Kapital und ermöglichen es auch kleineren institutionellen Investoren oder vermögenden Privatpersonen, an solchen Fonds zu partizipieren.

        Darüber hinaus profitieren Investoren von der Expertise des Dachfondsmanagements. Die Auswahl geeigneter Zielfonds erfordert tiefgehende Marktkenntnisse, umfangreiche Analysen und ein starkes Netzwerk. Dachfondsmanager verfügen in der Regel über diese Ressourcen und können fundierte Entscheidungen treffen, die für einzelne Investoren nur schwer reproduzierbar wären.

        Ein oft unterschätzter Vorteil ist die zeitliche Diversifikation. Durch die sukzessive Investition in verschiedene Fonds über mehrere Jahre hinweg wird das Risiko reduziert, zu einem ungünstigen Zeitpunkt in den Markt einzusteigen. Dieser sogenannte Vintage-Effekt kann einen erheblichen Einfluss auf die langfristige Performance haben.

        Schließlich bieten Dachfonds eine gewisse administrative Entlastung. Anstatt mehrere Fondsbeziehungen zu managen, investiert der Anleger in ein einziges Vehikel, das die Komplexität bündelt. Dies vereinfacht Reporting, Controlling und Kommunikation.

        Welche Herausforderungen und Risiken sind mit Dachfonds verbunden?

        Trotz ihrer Vorteile sind Dachfonds mit einer Reihe von Herausforderungen verbunden, die bei der Investitionsentscheidung berücksichtigt werden müssen.

        Ein zentraler Kritikpunkt ist die Kostenstruktur. Da sowohl auf Ebene des Dachfonds als auch auf Ebene der Zielfonds Gebühren anfallen, kann es zu einer sogenannten „doppelten Gebührenbelastung“ kommen. Diese reduziert die Nettorendite für den Investor und erfordert eine besonders sorgfältige Managerauswahl.

        Ein weiteres Problem ist die eingeschränkte Transparenz. Die mehrstufige Struktur erschwert es, einen vollständigen Überblick über die zugrunde liegenden Investments zu erhalten. Investoren müssen sich in hohem Maße auf die Berichterstattung und die Kompetenz des Dachfondsmanagers verlassen.

        Die Blind-Pool-Problematik stellt ein zusätzliches Risiko dar. Häufig verpflichten sich Investoren zu Kapitalzusagen, bevor alle Zielfonds ausgewählt wurden. Dies bedeutet, dass sie in gewissem Maße „blind“ in die zukünftige Strategie des Managers investieren. Vertrauen und Reputation spielen daher eine entscheidende Rolle.

        Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der sogenannte J-Curve-Effekt. In den ersten Jahren eines Fonds können negative Renditen auftreten, da zunächst Kosten anfallen und Investitionen noch nicht realisiert wurden. Erst im späteren Verlauf entstehen positive Rückflüsse.

        Für Investoren bedeutet dies, dass sie eine gewisse Geduld und eine langfristige Perspektive mitbringen müssen.

        Auch die Illiquidität ist nicht zu unterschätzen. Ein vorzeitiger Ausstieg ist oft nur über den Sekundärmarkt möglich und kann mit Abschlägen verbunden sein. Investoren müssen daher sicherstellen, dass sie über ausreichend liquide Mittel verfügen und ihre Verpflichtungen erfüllen können.

        Welche Rolle spielen Dachfonds im aktuellen Marktumfeld und welche Trends zeichnen sich ab?

        In den vergangenen Jahren haben Dachfonds im AIF-Bereich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit an Bedeutung gewonnen. Als Anlage spielen sie an den Kapitalmärkten nach Volumen zwar gegenüber Wertpapierdachfonds nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

        Insbesondere institutionelle Investoren und vermögende Privatanleger nutzen AIF-Dachfonds aber zunehmend als Instrument, um Zugang zu alternativen Anlagen zu erhalten und ihre Portfolios zu diversifizieren.

        In einem Umfeld niedriger Zinsen und volatiler Kapitalmärkte bieten alternative Kapitalanlagen attraktive Renditechancen bei vergleichsweise hoher Stabilität.

        Ein wichtiger Trend ist die zunehmende Spezialisierung.

        Dachfonds fokussieren sich verstärkt auf bestimmte Segmente oder Strategien, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Gleichzeitig gewinnen Co-Investments an Bedeutung, bei denen Investoren direkt in einzelne Transaktionen investieren und so Kosten reduzieren können.

        Insbesondere für den Private-Equity-Markt und hier noch einmal speziell im Segment Venture Capital spielen Dachfonds eine strategisch wichtige Rolle.

        Sie gehen nicht selten auf staatliche Initiative und Unterstützungsprogramme zurück, die in einer sogenannten Public-Private-Partnership die finanziellen und administrativen Möglichkeiten staatlicher Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Initiativen koppeln.

        Die Statistiken der Bundesbank weisen leider (Stand 05 / 2026 ) nach wie vor AIF-Dachfonds nicht eigens aus, so dass sich das genaue Volumen schwer quantifizieren lässt.

        Marktdaten, Venture Capital und weitere Trends

        Immerhin kann man vor dem Hintergrund eines Marktvolumens von ca. 4,4 Bio. Euro (Gesamtvolumen des Fondsmarktes in Deutschland 2024) und einem in AIF platzierten Eigenkapitalvolumen von 438 Mio. Euro in 2025 davon ausgehen, dass AIF-Dachfonds insgesamt einen Marktanteil von ca. 3-5 % ausmachen.

        Für 2026 liegen noch keine belastbaren Zahlen vor, aber über die letzten Jahre zeichnet sich doch der Trend ab, dass vor allem für den Bereich Private Equity weitere Dachfondsangebote auf den Markt kommen.

        Speziell für das Segment Venture Capital/VC, also Unternehmen in der sehr frühen Entwicklungsphase – liegt der Marktanteil von Dachfonds nicht zuletzt durch staatliche Förderfonds bei über 10 %.

        Auch der Sekundärmarkt (Zweitmarkt) entwickelt sich dynamisch.

        Secondaries ermöglichen es, bestehende Fondsanteile zu handeln und damit Liquidität zu schaffen. Dachfonds nutzen diesen Markt zunehmend aktiv, um ihre Portfolios zu optimieren, frühen Cashflow zu generieren und Opportunitäten zu nutzen.

        Regulatorische Entwicklungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Anforderungen der AIFM-Richtlinie führen zu höheren Standards in den Bereichen Risikomanagement und Reporting, erhöhen aber auch den administrativen Aufwand.

        Darüber hinaus gewinnt die Digitalisierung an Bedeutung. Moderne Technologien ermöglichen eine bessere Datenanalyse, effizienteres Reporting und eine engere Kommunikation mit Investoren. Dies trägt dazu bei, die Transparenz zu erhöhen und Entscheidungsprozesse zu verbessern.

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          Welche Perspektiven ergeben sich für Dachfonds im AIF-Kontext?

          Die Zukunft von Dachfonds im AIF-Bereich wird maßgeblich davon abhängen, wie gut es ihnen gelingt, ihre Vorteile gegenüber direkten Investitionen zu behaupten.

          Insbesondere die Kostenstruktur steht im Fokus vieler Investoren, die zunehmend kritisch hinterfragt wird.

          Gleichzeitig bieten Dachfonds weiterhin einen erheblichen Mehrwert, insbesondere für private Investoren, die nicht über die Ressourcen verfügen, um selbst ein breit diversifiziertes Portfolio aus alternativen Anlagen aufzubauen.

          Sie fungieren als Zugangsinstrument zu komplexen Märkten und ermöglichen eine professionelle Allokation von Kapital.

          Ein möglicher Entwicklungspfad sind hybride Modelle, die klassische Dachfondsstrukturen mit direkten Investitionen oder Co-Investments kombinieren. Dadurch können Kosten reduziert und Renditen gesteigert werden, während gleichzeitig die Vorteile der Diversifikation erhalten bleiben.

          Auch regulatorische Entwicklungen werden die Zukunft prägen. Anpassungen der AIFM-Richtlinie könnten neue Anforderungen schaffen oder bestehende Strukturen verändern. Investoren und Manager müssen sich kontinuierlich an diese Rahmenbedingungen anpassen.

          Es bleibt insgesamt festzuhalten, dass Dachfonds im AIF-Kontext ein komplexes, aber leistungsfähiges Instrument darstellen. Sie bieten Zugang zu attraktiven Anlageklassen, erfordern jedoch ein tiefes Verständnis der zugrunde liegenden Strukturen und Risiken.

          Für viele institutionelle Investoren werden sie auch künftig ein zentraler Bestandteil der strategischen Asset-Allokation bleiben. Für vermögende Privatanleger eröffnen sie einen interessanten Zugang zu bestimmten Möglichkeiten der Kapitalanlage, der sich nicht leicht anderweitig ersetzen lässt.

          FAQ

          Grundlagen und Funktionsweise

          Was ist ein Dachfonds?

          Ein Dachfonds, auch Fund of Funds genannt, investiert nicht direkt in einzelne Vermögensgegenstände, sondern in mehrere Zielfonds. Anleger erwerben damit Anteile an einem Fondsportfolio, das wiederum aus anderen Fonds besteht. Im AIF-Bereich investieren Dachfonds beispielsweise in Private-Equity-, Infrastruktur-, Immobilien- oder Private-Debt-Fonds.

          Wie funktioniert ein Dachfonds im AIF-Bereich?

          Ein AIF-Dachfonds sammelt Kapital von Investoren ein und investiert dieses in verschiedene Zielfonds. Das Fondsmanagement analysiert Märkte, wählt geeignete Zielfonds aus und steuert Kapitalabrufe, Ausschüttungen und Risikoverteilung. Häufig handelt es sich um langfristige Anlagen mit Kapitalzusagen, bei denen die konkreten Zielfonds zu Beginn noch nicht vollständig feststehen.

          Abgrenzung und Vorteile

          Worin unterscheiden sich AIF-Dachfonds von Wertpapier-Dachfonds?

          Wertpapier-Dachfonds investieren meist in liquide Fonds wie Aktien-, Anleihen- oder Geldmarktfonds und bieten in der Regel hohe Handelbarkeit. AIF-Dachfonds investieren dagegen häufig in illiquide alternative Anlagen wie Private Equity, Infrastruktur oder Immobilien. Sie sind meist langfristiger ausgerichtet, weniger liquide und richten sich stärker an institutionelle oder semiprofessionelle Anleger.

          Welche Vorteile bieten Dachfonds?

          Dachfonds ermöglichen eine breite Diversifikation über mehrere Zielfonds, Strategien, Regionen und Manager. Sie bieten Zugang zu Fonds, die für einzelne Investoren oft schwer erreichbar sind, und bündeln Auswahl, Due Diligence, Reporting und Administration in einem Vehikel. Besonders im AIF-Bereich kann dies den Zugang zu alternativen Anlageklassen erleichtern.

          Risiken und Anlegerprofil

          Welche Risiken haben Dachfonds?

          Zu den wichtigsten Risiken von Dachfonds zählen doppelte Gebührenstrukturen auf Ebene des Dachfonds und der Zielfonds, eingeschränkte Transparenz, Illiquidität und die sogenannte Blind-Pool-Problematik. Bei AIF-Dachfonds kommt häufig eine lange Kapitalbindung hinzu. Zudem können in frühen Jahren durch Kosten und Kapitalabrufe zunächst negative Renditeverläufe entstehen.

          Für wen sind Dachfonds geeignet?

          Dachfonds im AIF-Bereich eignen sich vor allem für institutionelle, semiprofessionelle und vermögende Anleger, die Zugang zu alternativen Anlageklassen suchen und eine langfristige Kapitalbindung akzeptieren können. Für Privatanleger sind solche Strukturen oft nur eingeschränkt zugänglich, da Mindestinvestitionen, Komplexität und regulatorische Anforderungen höher sein können.

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