AIFM – Definition und Bedeutung
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Im Bereich der Finanz- und Kapitalmärkte bezeichnet das Kürzel AIFM das Management eines Alternativen Investmentfonds .
Die Abkürzung fasst den englischen Fachbegriff dafür zusammen: Alternative Investment Funds Manager.
Der Begriff bezeichnet damit einen Verwalter eines (oder mehrerer) häufig auch als Sachwertfonds bezeichneten Investmentvermögens.
Der AIFM ist der Hauptverantwortliche für das Portfolio- und Risikomanagement solcher alternativer Investmentvermögen, der insbesondere für den Erwerb und die Zusammenstellung der Sachwerte sowie für den Umgang mit den damit eingegangenen Risiken zuständig ist.
Die Bedeutung von AIFM ist in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gestiegen. Alternative Investmentfonds stellen für institutionelle und zunehmend auch für professionelle Anleger eine wichtige Möglichkeit dar, ihre Portfolios zu diversifizieren und Zugang zu Anlageklassen zu erhalten, die außerhalb traditioneller Kapitalmarktinstrumente liegen.
Der AIFM nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein, da er die Anlageentscheidungen trifft, Risiken steuert und die operative Verwaltung des Investmentvermögens organisiert. Neben der Portfolioverwaltung umfasst dies häufig auch Aufgaben wie das Risikomanagement, die Bewertung der Vermögensgegenstände sowie die Koordination mit Verwahrstellen, Administratoren und anderen Dienstleistern.
In der Umsetzung europäischen Rechts auf nationaler Ebene ist die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) eines Sachwertfonds dem (europäischen) AIFM äquivalent.
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Die Relevanz von AIF/AIFM im deutschen und internationalen Markt für Sachwertinvestments
Einige Kennzahlen zur Marktgröße mögen hilfreiche Informationen sein, um die Bedeutung dieses Segments der Fondsindustrie einzuordnen.
Sowohl international als auch in Europa hat der Markt für alternative Investmentfonds (AIF) in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Seit 2014 ist er um gut 40% gewachsen.
Der europäische Markt für Alternative Investmentvermögen insgesamt verwaltet Vermögen von mehr als 7 Billionen Euro (Stand 2023). Zu diesen Fonds gehören unter anderem Private-Equity-, Venture-Capital-, Immobilien- oder Infrastrukturvehikel. Sie richten sich nicht nur an institutionelle oder professionelle Anleger, sondern beinhalten auch zahlreiche Publikumsfonds.
Deutschland gehört dabei mit einem Marktanteil von 29 % zu den wichtigsten Standorten für alternative Investmentvermögen in Europa. Ende 2024 lag das Nettovermögen von AIF mit deutschem Domizil bei rund 2,26 Billionen Euro.
Auch einzelne Segmente innerhalb des AIF-Marktes erreichen mittlerweile erhebliche Größenordnungen. Ein Beispiel sind europäische Immobilien-AIF. Ende 2024 belief sich das Nettovermögen europäischer Immobilienfonds auf rund 1,03 Billionen Euro bei mehr als 4.000 Fonds. Diese Investmentvermögen investieren typischerweise in Büroimmobilien, Wohnimmobilien, Logistikzentren oder andere Immobilienprojekte und spielen eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des europäischen Immobilienmarktes.
Trotzdem handelt es sich bei den AIF / Sachwertinvestments immer noch um einen gewissen Nischenmarkt für Spezialisten im Gegenüber (besser: als Ergänzung) zum klassischen Wertpapiermarkt von Aktien und Anleihen.
Quellen für diesen Abschnitt:
https://www.efama.org/newsroom/news/efama-s-latest-market-insights-shows-main-characteristics-aifs-europe-well
AIFM – Regulierung und rechtliche Grundlagen
Die rechtliche Grundlage bildet in der Europäischen Union die Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFM-Directive) aus dem Jahr 2011, welche nach den Turbulenzen der Finanzmarktkrise 2007-2009 erstmals einen einheitlichen regulatorischen Rahmen und eine Richtlinie für Manager alternativer Fonds geschaffen hat. Dabei handelt es sich um die „Richtlinie 2011/61/EU über die Verwalter Alternativer Investmentvermögen“.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung alternativer Investments und der Erfahrungen nicht-regulierter Marktsegmente im Zusammenhang mit der globalen Finanzmarktkrise wurde der Sektor stärker reguliert. Ziel dieser Regulierung ist insbesondere die Erhöhung von Transparenz, die Stärkung des Anlegerschutzes durch Zugang zu umfassenden Informationen sowie die Begrenzung potenzieller Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte.
In der Europäischen Union erfolgt die Regulierung von AIFM im Wesentlichen durch die bereits genannte Richtlinie für Alternative Investment Fonds Manager, die Mindestanforderungen an Zulassung, Organisation, Risikomanagement, Verwahrung von Vermögenswerten sowie Berichtspflichten und den Umgang mit wichtigen Informationen für die Anleger festlegt.
In Deutschland wurde diese Richtlinie durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) von 2013 in nationales Recht umgesetzt, welches die Tätigkeit von AIFM sowie die Verwaltung und den Vertrieb alternativer Investmentfonds detailliert regelt.
Nach deutschem Recht sind AIFM und KVG (Kapitalverwaltungsgesellschaft) eines Sachwertfonds gleichbedeutend.
Alle Alternativen Investmentvermögen und damit auch ihre Manager (= KVG) unterstehen in Deutschland der Aufsicht und Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht /BaFin.
Was macht ein AIFM?
Ein Alternative Investment Fund Manager (AIFM) übernimmt die zentrale operative und strategische Rolle bei der Verwaltung alternativer Investmentfonds. Seine Hauptaufgabe besteht darin, das von den Anlegern bereitgestellte Kapital entsprechend einer festgelegten Anlagestrategie zu investieren und das Investmentvermögen im Interesse der Investoren zu verwalten.
In der Umsetzung europäischen Rechts in nationale Gesetzgebung steht nach deutscher Diktion der AIFM der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) für Sachwertfonds gleich.
Die grundlegenden Funktionen eines AIFM umfassen dabei insbesondere das Portfolio- und Risikomanagement, die Organisation der Fondsstruktur sowie die Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Der rechtliche Rahmen für diese Tätigkeiten ergibt sich in der Europäischen Union insbesondere aus der Alternative Investment Fund Managers Directive und deren nationaler Umsetzung im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB).
Eine der zentralen Aufgaben eines AIFM ist das Portfolio Management. Hierbei trifft der Manager die Anlageentscheidungen für den Fonds und bestimmt, in welche Vermögensgegenstände investiert wird. Abhängig von der jeweiligen Strategie kann es sich dabei beispielsweise um Unternehmensbeteiligungen, Immobilien, Infrastrukturprojekte oder andere alternative Anlageformen handeln, die generell als Sachwerte (im Gegenüber zu liquiden Wertpapieren) bezeichnet werden.
Der AIFM analysiert Investitionsmöglichkeiten, strukturiert Transaktionen und überwacht die Entwicklung der Portfoliounternehmen beziehungsweise Vermögenswerte über den gesamten Investitionszeitraum.
Eng damit verbunden ist das Risikomanagement. Der AIFM ist verpflichtet, Risiken systematisch zu identifizieren, zu messen und zu überwachen. Dazu zählen unter anderem:
- Marktrisiken
- Liquiditätsrisiken
- Kredit- bzw. Fremdkapitalrisiken
- operationelle Risiken.
Regulatorisch ist vorgeschrieben, dass Risikomanagement und Portfolioverwaltung organisatorisch voneinander getrennt sein müssen, um Interessenkonflikte zu vermeiden und eine unabhängige Risikoüberwachung zu gewährleisten. Daher unterteilt sich das Gesamtmanagement eines Investmentvermögens noch einmal in die konkrete operationale Ebene, das spezialisierte Risikomanagement und in die Verwahrstelle, die als Kontrollinstanz agiert.

Neben diesen Kernfunktionen übernimmt der AIFM auch eine Vielzahl organisatorischer und administrativer Aufgaben.
Dazu gehören beispielsweise die Bewertung der Vermögensgegenstände des Fonds, das Reporting sämtlicher News an Investoren und Aufsichtsbehörden sowie die Koordination mit externen Dienstleistern wie Verwahrstellen, Administratoren oder Wirtschaftsprüfern.
Darüber hinaus trägt der AIFM die Verantwortung für die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Dies umfasst insbesondere Compliance-Strukturen, Transparenz- und Berichtspflichten sowie interne Kontrollsysteme.
Insgesamt fungiert der AIFM somit als zentrale Steuerungsinstanz eines alternativen Investmentfonds, die sowohl die Anlageentscheidungen als auch die organisatorische und regulatorische Verwaltung des Fonds verantwortet.
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Was unterscheidet ihn von anderen Marktteilnehmern?
Von anderen Marktteilnehmern des Finanzsystems unterscheidet sich der AIFM vor allem durch seine spezifische Funktion als Verwalter alternativer Investmentvermögen sowie durch den besonderen regulatorischen Rahmen, dem seine Tätigkeit unterliegt.
Grundsätzlich ist er vor allem aktiver Anbieter und Verwalter von Investmentvermögen, nicht passiver Kunde und Investor. Im Hinblick auf die Sachwerte und Finanzierungsinstrumente des Investmentvermögens wird er allerdings selbst zum Kunden auf dem Markt. Insofern kann man ihn als eine Art Mittler zwischen Investoren und Sachwerten verstehen.
Dieser Fokus auf Sachwerte ist ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu anderen Marktteilnehmern, von denen sehr viele ihren Fokus auf andere, liquide Anlageklassen wie Wertpapiere (Aktien, Anleihen, Zertifikate, …), Rohstoffe oder Edelmetall gerichtet haben. Die Verwaltung von Sachwertanlagen erfordert spezifisches Fachwissen, längere Investitionshorizonte sowie eine intensivere Überwachung der zugrunde liegenden Vermögenswerte.
Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht in der Stellung des AIFM innerhalb der Fondsstruktur. Im Gegensatz zu klassischen Vermögensverwaltern, die individuelle Portfolios einzelner Kunden betreuen, verwaltet ein AIFM kollektive Anlagevehikel, die Kapital von mehreren Investoren bündeln. Dabei trifft er die Investitionsentscheidungen für das gesamte Investmentvermögen und handelt somit im Interesse aller Anleger gemeinsam.
Gleichzeitig ist der AIFM jedoch nicht Eigentümer der Vermögenswerte des Fonds. Diese werden rechtlich getrennt vom Vermögen des Managers gehalten und in der Regel durch eine unabhängige Verwahrstelle gesichert.
Darüber hinaus unterscheidet sich der AIFM durch den spezifischen regulatorischen Rahmen seiner Tätigkeit. In der Europäischen Union unterliegt er insbesondere den Anforderungen der Alternative Investment Fund Managers Directive, die umfangreiche Vorgaben zu Organisation, Risikomanagement, Transparenz und Anlegerschutz enthält. Diese Richtlinie wurde in Deutschland vor allem durch das Kapitalanlagegesetzbuch umgesetzt. Dadurch bestehen für AIFM beispielsweise besondere Anforderungen an interne Kontrollsysteme, Vergütungsstrukturen sowie Berichtspflichten gegenüber Aufsichtsbehörden und Investoren.
Was ist die Rolle der BaFin für AIFM?
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) spielt in Deutschland die zentrale Rolle bei der Aufsicht über Alternative Investment Fondsmanager und die Einhaltung der entsprechenden europäischen Richtlinie.
Als nationale Finanzaufsichtsbehörde ist sie dafür verantwortlich, dass die Fondsmanager den regulatorischen Anforderungen durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) entsprechen und damit sowohl den Anlegerschutz als auch die Stabilität der Finanzmärkte gewährleisten.
Die Aufgabe der BaFin besteht zunächst in der Zulassung von Managern für AIF. Denn bevor ein Unternehmen als Verwalter alternativer Investmentfonds tätig werden darf, muss es eine Erlaubnis der BaFin beantragen. Im Rahmen dieses Zulassungsverfahrens prüft die Behörde unter anderem gemäß europäischer Richtlinie:
- die organisatorische Struktur des Unternehmens,
- die Qualifikation der Geschäftsleitung,
- die vorhandenen/geplanten Risikomanagementsysteme
- sowie die Kapitalausstattung.
Erst wenn diese Anforderungen erfüllt sind, darf ein AIFM seine Tätigkeit aufnehmen.
Darüber hinaus übt die BaFin eine laufende Aufsicht über zugelassene Fondsmanager aus. Dazu gehört insbesondere die Überprüfung, ob die gesetzlichen Vorgaben zu Risikomanagement, Liquiditätsmanagement, Transparenz und internen Kontrollsystemen eingehalten werden.
AIFM sind ihrerseits verpflichtet, der Aufsichtsbehörde regelmäßig Berichte und Informationen über ihre Tätigkeiten, die verwalteten Investmentvermögen und deren Risiken vorzulegen. Diese Berichtspflichten ermöglichen es der BaFin, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls aufsichtsrechtliche Maßnahmen zu ergreifen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der BaFin-Aufsicht betrifft den Schutz der Anleger. Die Behörde überwacht beispielsweise, ob Informationspflichten gegenüber Investoren eingehalten werden und ob die Struktur sowie Verwaltung der Fonds den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Darüber hinaus kann die BaFin bei Verstößen Maßnahmen ergreifen, etwa Auflagen erteilen, Vertriebsbeschränkungen verhängen oder in schwerwiegenden Fällen die Erlaubnis eines AIFM widerrufen.
Inhalt:
Guter Rat ist teuer? Bei uns nicht!
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