Blackstone

kurz & kompakt

  • Emittent: Blackstone
  • Anlageklassen: Private Equity
  • Investitionsmärkte: Weltweit
  • Verw. Vermögen: USD 880,9 Mrd.
  • Gründungsjahr: 1985
Blackstone Logo

Zum Unternehmen

Die Blackstone Group ist mit einem verwalteten Vermögen von 915 Mrd. US-Dollar einer der weltgrößten Finanzinvestoren im Bereich Alternativer Investments.

Ihr Sitz ist in New York City, USA. Das Unternehmen ist mittlerweile als Aktiengesellschaft verfasst (Börsengang 2007).

Der Name „Blackstone“ setzt sich aus den Namen der Gründer zusammen: „Schwarz“ heißt auf Englisch „black“, Peterson leitet sich vom Griechischen „Petra“ ab (seine Eltern waren griechische Einwanderer), was soviel wie Stein oder Felsen heißt, englisch „stone“ oder „rock“.

Von daher rührt es auch, dass eine weitere Gründung von Peterson „Blackrock“ heißt – heute die größte Vermögensverwaltung der Welt mit mehr als 10 Billionen USD Assets under Management (AUM; verwaltetes Vermögen).

Blackrock wurde zunächst als Hypotheken- und Festzinsanlagesegment von Blackstone gegründet und war Teil der Blackstone Group; es wurde allerdings 1995 wegen strategischer Differenzen verkauft, das Unternehmen ist seither selbständig tätig und steht in keinerlei Verbindung mehr zu Blackstone.

Der Allerweltsname bringt es mit sich, dass z.B. auch Schuhe, Grills oder Batterietechnik-Unternehmen mit dem gleichen Namen aufwarten, ohne etwas mit der Blackstone Group zu tun zu haben. Auch in Computerspielen wie Minecraft kommt „Blackstone“ vor und stellt dort eine Resource dar.

Die Gründer

Blackstone wurde 1985 von Stephan Schwarzman und Peter Peterson gegründet, damals mit einer Eigenkapital-Einlage von 400.000 US-Dollar.

Stephan Schwarzman studierte an den Elite-Universitäten in Yale (dort war er Stubenkamerad des späteren US-Präsidenten George W. Bush) und Harvard, schon mit 31 Jahren hatte er es zum Managing Director bei Lehman Brothers gebracht.

In der Presse wird er respektvoll der „Gigant aller Finanzinvestoren“ und „König der Wall-Street“ genannt (finanzen.net zitiert das Magazin „Fortune“). Er führt nach wie vor die Blackstone Group als CEO und Chairman.

An seine Seite ist mittlerweile Jonathan D. Gray als Präsident und COO getreten. Schwarzman war zeitweilig auch als Berater von US-Präsident Donald Trump tätig.

Peter Peterson, der seine wirtschaftswissenschaftlichen Studien mit dem Master of Business Administration /MBA abschloss, war nach einigen Jahren in der Wirtschaft von 1971-1973 Berater und dann US-Handelsminister unter Präsident Nixon. Während seiner anschließenden Tätigkeit für Lehman Brothers lernte er Schwarzman kennen.

Heute liegt der Wert des global verwalteten Vermögens der Blackstone Group bei 915 Mrd. USD.

Die Investitions-Schwerpunkte stellen die Bereiche Immobilien, Private Equity (außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen), Kredit & Versicherungen sowie Hedgefonds dar.

Sie werden Alternative Investments genannt, im Gegensatz zu den als „klassisch“ geltenden Geldanlagen in Unternehmensbeteiligungen über Aktienkäufe (Public Equity).

Aufgrund der Größe und Finanzkraft von Blackstone sind allerdings mittlerweile auch solche Beteiligungen Teil der Investment-Strategie, insbesondere in Form der sogenannten PIPE-Transaktionen (Private Investment in Public Equity).

Kurze Firmengeschichte von Blackstone

Der ursprüngliche Plan bei der Firmengründung bestand darin, qualifizierte Beratung bei Fusionen und Übernahmen anzubieten.

Sehr schnell wurde jedoch deutlich, dass derartige Transaktionen nicht nur einen Berater, sondern vor allem auch einen Investmentpartner erforderten – also Private Equity, außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen.

Das Fundraising für den ersten entsprechenden Fonds wurde ausgerechnet im Oktober 1987 abgeschlossen, kurz nach dem sogenannten „Black Monday“, an dem der Dow-Jones-Index in historisch unvergleichlicher Weise um mehr als 22% einbrach (weltweit gingen beim gleichzeitigen Börsencrash der allermeisten Weltbörsen etwa 1,7 Billionen Dollar verloren).

Es war ein Moment, der die Brüchigkeit von Investitionen an den Börsen aufzeigte und der Private-Equity-Branche zu enormem Rückenwind verhalf.

Das Geschäftsmodell blühte langsam auf und zog größere Investoren an; eine der wichtigsten Partnerschaften der ersten Jahre, nämlich mit der japanischen Nikko Securities Bank, spülte im Jahr 1988 100 Mio. USD in die Kassen und machte eine starke Ausweitung der geschäftlichen Aktivitäten möglich. Deals mit mehreren 100 Mio. USD Volumen spiegeln diese Entwicklung wider.

1990 stieg Blackstone in den Sektor der Hedge-Fonds ein, 1991 gelang der Sprung über den Ozean mit dem Aufbau eines eigenen Europa-Geschäfts, das zunächst mit großen Immobilienaufkäufen und der Übernahme von Hotelbetreibern auf sich aufmerksam machte; dieser Geschäftsbereich stellt bis heute ein bleibendes Kerngeschäft von Blackstone dar.

Gegen Ende der 90er Jahre wurde Blackstone bereits mit einem Wert von 2,1 Mrd. USD beziffert, der dritte aufgelegte PE-Fonds erbrachte 4 Mrd. USD Investorenverpflichtungen. Wenige Jahre später (2002) wurden mit dem vierten PE-Fonds „Blackstone Capital Partners IV“ 6,45 Mrd. USD eingeworben – es war der damals größte PE-Fonds weltweit.

Der Börsengang

Bis zum Börsengang hatte Blackstone im Lauf seiner bis dato 20jährigen Geschichte bei 109 PE-Transaktionen etwa 20 Mrd. USD eingebracht; unter vielen anderen war die Gruppe mit einem Anteil von etwa 4,4% auch in die Deutsche Telekom AG investiert, wobei dieses Investment seiner Art nach wenig mit dem PE-Geschäft von Blackstone zu tun hatte, sondern wohl eher dem Hedgefonds-Bereich zuzuordnen war.

Gegen den erklärten Willen des US-Senats ging Blackstone als Pionier unter den Private-Equity-Gesellschaften 2007 an die Börse: Die Aktie war zum damaligen Zeitpunkt etwa 6fach überzeichnet und startete mit einem Preis von 31 USD in den Handel. Durch den Börsengang wurden erneut 4,1 Mrd. USD in die Kassen von Blackstone gespült.

Auch Investoren aus China waren zeitgleich mit dem Börsengang mit 3 Mrd. USD und knapp 10% der Anteile in das Unternehmen eingestiegen, was der Gruppe aufgrund von Beteiligungen an US-amerikanischen Technologie- und Militär-Firmen nicht unerhebliche Kritik einbrachte.

Die chinesische Führung zeigte sich allerdings angesichts der schlechten Performance der Aktie in den ersten Jahren von diesem Investment nicht besonders begeistert und stieß die Beteiligung wieder ab.

Kritik an der Art des Börsengangs zog auch die Tatsache auf sich, dass Blackstone als eine „Partnership“ (Personengesellschaft) antrat und damit jede Form von unabhängiger Kontrolle von vornherein ausschloss.

2019 gab Blackstone allerdings bekannt, dass es zum Status der Körperschaft („Corporation“) wechsle, was eine Mitbestimmung der Anteilseigner nach sich zieht.

Die Aktie mit dem Kürzel BX geriet in den Strudel der Finanzkrise und sackte zeitweise auf Kurse unter 4 Euro (Börse Frankfurt) ab; in den letzten Jahren ist sie allerdings zu einer Art Renner geworden, sie notiert mittlerweile stabil über 90 Euro und überschritt zeitweilig im November 2021 schon die Marke von 130 Euro pro Aktie. Allein im letzten Jahr erzielte sie ein Plus von knapp 40%.

Abgesehen vom Aktienkurs, kam die Blackstone Gruppe trotz einiger hoher Quartalsverluste relativ unbeschadet durch die Finanzkrise der Jahre 2007-2008. Mit der Übernahme der Hotelkette Hilton zum Preis von 26 Mrd. USD wurde Blackstone in dieser Zeit sogar zum viertgrößten Hotelbetreiber der Welt.

Erweiterung und große Deals

Durch die Übernahme verschiedener Firmen des technologischen und digitalen Sektors stieß Blackstone auch in den Bereich des roboter-gestützten Fondsmanagement und der ETFs vor; die Firma ist damit sowohl im aktiven wie auch im passiven Fondsmanagement einer der Marktführer.

Weitere große Deals der letzten Jahre waren z.B. 2019 der Erwerb von über 16 Mio. Quadratmetern Logistikfläche in den USA für 18,7 Mrd. USD, mit dem Blackstone sein Logistik- und Industrieportfolio nahezu verdoppelte, oder 2020 die umstrittene Beteiligung am schwedischen Lebensmittelkonzern Oatly (Haferdrinks), sowie der Einstieg bei Hipnosis Song Management 2021 mit 1 Mrd. USD.

Blackstone ist auch weiterhin in seinem Kernsegment, nämlich bei Fusionen tätig: Im August 2021 kündigte die Firma die Fusion zweier in der Werbebranche tätigen Portfolio-Unternehmen an (Jungle und Liftoff, beide USA).

Standorte und Beschäftigte der Blackstone Group

Die Blackstone Group beschäftigt weltweit etwa 3.200 Mitarbeiter an den Standorten

  • New York (ein sehenswertes Gebäude in 345 Park Avenue, zugleich Hauptsitz des Konzerns),
  • Atlanta,
  • Boston,
  • Chicago,
  • Dallas,
  • Houston,
  • Los Angeles, Menlo Park,
  • San Francisco (alle USA) sowie
  • Hongkong (mittlerweile China),
  • London (GB),
  • Paris (Frankreich) und
  • Tokio (Japan).
  • In Deutschland ist die Firma mit einer Niederlassung in Düsseldorf vertreten und wird an den Börsenplätzen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München gehandelt.

Bekannte deutsche Mitarbeiter (bzw. Angehörige des internationalen „Advisory Board“) der Gruppe waren oder sind Ron Sommer (ehemaliger Chef der Deutschen Telekom), Roland Berger (strategische Unternehmensberatung Berger) und Friedrich Merz (inzwischen Parteivorsitzender der CDU), der mittlerweile seine Tätigkeit für Blackstone zugunsten seiner politischen Aktivitäten beendet hat.

Zur Philosophie

Accelerating Growth – Wachstum beschleunigen, so lautet das große Schlagwort von Blackstone. Zwei leitende Maximen kommen dabei im Hintergrund zum Tragen, die das Geschäftsmodell fundieren:

  • Es werden nur „freundliche Übernahmen“ vorgenommen, also nicht gegen den Willen der Firmeninhaber Mehrheitsbeteiligungen erzwungen – die Maxime von Schwarzman.
  • Peterson brachte aufgrund seiner Geschichte u.a. als US-Handelsminister eine große Anzahl an Kontakten und eine extrem gute Vernetzung mit in die Firma, und so kooperiert(e) Blackstone vorzugsweise mit industriellen Partnern bei seinen Transaktionen.

Handlungsmaximen und Prinzipien

Fünf Haupt-Prinzipien benennt Blackstone, durch welche die unternehmenseigene Kultur charakterisiert werden:

  • Accountability – Verantwortlichkeit
    Wer für Blackstone arbeitet, trägt im zugewiesenen Bereich die Verantwortung für die bestmögliche Umsetzung der veranschlagten Strategien. Gleiches gilt für die übernommenen Unternehmen: Blackstone zeichnet für das Erreichen der gesteckten Ziele verantwortlich und erwartet volle Kooperation für ihr Erreichen.
    Der Erfolg einer Unternehmung zeigt sich an nachhaltigen Faktoren wie Wachstum, Unternehmensführung, sozialer Integration uvam.
  • Excellence – herausragende Qualität
    Als Marktführer kann Blackstone auf eine Historie verweisen, die ihresgleichen sucht. Wer so lange so erfolgreich arbeitet, bietet Exzellenz. Gleichzeitig erwartet Blackstone von seinen Mitarbeitern beste Performance im Dienst an der gemeinsamen Sache, der Beschleunigung von Wachstum (accelerating growth).
  • Integrity – Rechtschaffenheit
    Nicht erst seit der Heuschrecken-Debatte in Deutschland stehen Private-Equity-Aktivitäten immer wieder im Licht der medialen Aufmerksamkeit. Umso wichtiger ist für Blackstone, dass beide Seiten – Blackstone selbst und das übernommene Unternehmen – mit höchstmöglicher Transparenz und Integrität an die Aufgabe herangehen, die Firma (wieder) auf Erfolgskurs zu bringen.
  • Teamwork – Zusammenarbeit als Gruppe
    „Nur freundliche Übernahmen“ gibt bereits das Motto vor, unter dem die Investments von Blackstone stehen: Man versteht sich als Partner des übernommenen Betriebes und arbeitet gemeinsam Seite an Seite an den erforderlichen Maßnahmen.
  • Entrepreneurship – Unternehmergeist
    Wer keine großen Ziele hat, kann seine Kräfte nicht mobilisieren und nicht fokussieren – daher erwartet und bietet Blackstone auf allen Ebenen und von allen Seiten einen Geist des Anpackens und der Visionen, um mit allen Kräften die in den Blick genommenen Ziele erreichen zu können.

Das Unternehmen setzt dabei generell auf die weltweit immer stärker fokussierten ESG-Kriterien für nachhaltige und sozialverträgliche Investments.

Innerhalb der drei Sektoren sind es vor allem die Konzentration auf die Verringerung des CO2-Ausstoßes sowie die Themen Diversität und gute Unternehmensführung, die sich Blackstone auf die Fahnen geschrieben hat.

Mit einer firmeneigenen Stiftung werden Beiträge zum Zusammenleben genauso unterstützt wie junge Menschen mit Ideen.

Alle Aktivitäten stehen unter dem Leitwort, nachhaltig solche Werte zu schaffen, die über das rein Finanzielle weit hinaus gehen.

Stephan Schwarzman tritt außerdem immer wieder als großer Förderer innovativer Forschungsprojekte auf; unter anderem stiftete er 2019 privat 150 Mio. Britische Pfund an die Universität von Oxford zur Errichtung eines Forschungszentrums für ethische Fragen rund um das Thema künstliche Intelligenz.

Vorgehensweise

In aller Regel werden Transaktionen von Blackstone in drei Schritten vorbereitet bzw. darüber entschieden:

  • In einer ersten Annäherung werden diejenigen Unternehmen identifiziert und untersucht, die mit einem positiven Cash-Flow ausgestattet sind, deren Wachstumschancen als hoch eingeschätzt und deren Wertsteigerungspotenziale innerhalb von drei bis fünf Jahren realisiert werden können. Das  Management sollte als professioneller und integrer Partner auftreten.
  • Im zweiten Schritt werden anhand von wesentlichen Gesichtspunkten durch entsprechende Experten tiefgreifende Analysen durchgeführt.
  • Die Ergebnisse werden einem „full investment committee“ vorgelegt, das letztlich über den Vollzug der Transaktion entscheidet.

Blackstone zielt normalerweise klare Mehrheitsbeteiligungen an, um mit dem entsprechenden Einfluss neben dem eingesetzten Kapital mit intensiven Beratungs- und Analyse-Leistungen die erworbene Firma schnell an den entscheidenen Punkten auf einen Wachstumskurs zu bringen.

Nach drei bis fünf Jahren werden die Beteiligungen über die verschiedenen Exit-Strategien wieder verkauft, also entweder durch Börsengang (Initial Public Offering / IPO) oder an einen anderen Finanzinvestor veräußert.

Leistungsbilanz Blackstone Group

Die 915 Mrd. USD an verwaltetem Vermögen gliedern sich in vier Sektoren auf, in denen Blackstone tätig ist:

  • Blackstone Real Estate – Immobilien

Mit Immobilien im Wert von knapp 300 Mrd. USD (Stand 2022) stellt der Bereich knapp die umfänglichste Sparte des Geschäfts von Blackstone dar.

Schon nach wenigen Jahren des Bestehens wurde das ursprüngliche Gründungsziel einer reinen Beratung im PE-Sektor verlassen und um die Investitionstätigkeit bei Unternehmensfusionen und -Übernahmen sowie im Immobilienbereich, insbesondere Hotels, erweitert.

Mittlerweile stellt Blackstone den viertgrößten Hotelbetreiber der Welt dar, Flaggschiffe sind/waren dabei die Hilton Hotels sowie das Cosmopolitan und das Bellagio in Las Vegas.

Auch in Deutschland übernahm Blackstone in nicht unerheblichem Maße Immobilien, unter anderem 2007 durch den Kauf der ehemaligen Inter-Hotels aus DDR-Zeiten.

  • Blackstone Private Equity Funds – Investmentvermögen für außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen

Private Equity ist zwar die ursprüngliche Kernkompetenz der Firmengründer, trägt aber mit 268 Mrd. Assets under Management mittlerweile nurmehr zu deutlich weniger als einem Drittel den Umsatz der Gruppe (über den Gewinn aus diesem Bereich kann man aufgrund mangelnder Zahlen nur spekulieren, er dürfte allerdings gemäß Schätzungen weit mehr als die Hälfte zum Konzern-Gewinn beitragen).

Blackstone hat keine besonderen Schwerpunkte ausgebildet, was die investierten Sektoren betrifft, gruppiert seine aufgelegten Fonds aber mittlerweile zum einen nach dem Lebenszyklus der übernommenen Firmen in Opportunities und Wachstum, zum anderen nach groben Sektoren in Infrastruktur, Life Sciences sowie Technologie und Innovation.

Unter „Life Sciences“ (dt. Lebenswissenschaften) versteht man im englischsprachigen Raum den gesamten Gesundheitssektor (Health Care) / Medizin (-technik, medizinische Dienste; Medical Services) sowie Biologie und Chemie. In diesem Bereich erwarb Blackstone z.B. im August 2020 „Takeda Consumer Healthcare“ für 2,3 Mrd. USD.

  • Blackstone Marketable Alternative Asset Management – Hedgefonds-Investments

Anfänglich als interne Verwaltung der Vermögenswerte des Managements angelegt, entwickelte sich dieser Bereich schnell zu einem eigenen Investmentangebot für institutionelle Anleger und umfasst heute ca. 83 Mrd. USD an verwaltetem Vermögen. Damit bildet er den kleinsten Sektor der Blackstone-Tätigkeiten. Innerhalb der Gruppe ist GSO Capital Partners als Tochtergesellschaft für die Hedgefonds und Kreditinvestments zuständig; GSO Capital verwaltet selbst über 240 Mrd. USD für seine Kunden.

  • Blackstone Credit & Insurance – Kreditvergabe und spezielle Angebote für Versicherungen

Mit 266 Mrd. an verwaltetem Vermögen reicht der Bereich Kredite und Versicherungen in seinem Umfang ganz knapp an die Aktivitäten im Private Equity heran. Vor allem für Versicherungen werden Lösungen in der Vermögensverwaltung angeboten, außerdem Kredite für spezielle Unternehmenssituationen (z.B. Mezzanine-Kapital).

Blackstone erwarb beispielsweise im Juli 2021 knapp 10% der AIG (Lebens- und Rentenversicherung) im Vorausgang zu deren Börsengang 2022; außerdem wurde eine Vereinbarung geschlossen, nachdem Blackstone 25% der Vermögensverwaltung für die Versicherungsgesellschaft übernimmt.

Die Kunden von Blackstone generieren sich hauptsächlich aus dem Bereich professioneller und institutioneller Investoren, also Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, Banken, Investmentfonds, große Vermögensverwaltungen, Family Offices und dergleichen.

Für Privat- und Kleinanleger ist der Zugang zu den angebotenen Produkten mit einigen Hürden verbunden, die sich allerdings in der Kombination von Beratung und umfangreicher Investitionsbereitschaft überwinden lassen.

In der Regel ist dann ein Investment in Dachfonds möglich, die wiederum über einige Zielfonds in verschiedene Unternehmen investieren.

Auch über den Kauf der Blackstone-Aktie ist eine indirekte Beteiligung am Erfolg des Unternehmens für Privat- und Kleinanleger möglich, wobei der Aktienkurs häufig nicht so sehr den aktuellen Geschäftsverlauf widerspiegelt, sondern eher die generellen Erwartungen an (oder auch Enttäuschungen über) die Branche.

Kritik am Unternehmen Blackstone und Einschätzung

Wer sich jahrzehntelang in verschiedensten Branchen bewegt und dabei massive Veränderungsprozesse anstößt, setzt sich automatisch auch der Kritik aus. Drei Kritikpunkte seien hier herausgegriffen, mit denen sich Blackstone in der Vergangenheit konfrontiert sah (oder auch immer wieder konfrontiert wird):

Blackstone und die Heuschrecken-Debatte

Wenn man Primus einer Branche ist und diese Branche generell in Verruf gerät, steht man schnell als Paradebeispiel da.

Tatsächlich ergriff CEO Schwarzman auf Bitten von Angela Merkel das Wort und erklärte in der aufkeimenden, mit unsachlicher Kritik verbundenen Auseinandersetzung um das Geschäftsgebaren von Private-Equity-Gesellschaften, Blackstone sei eine „gute Heuschrecke“, da sie schlecht geführte Unternehmen wieder auf Kurs brächten und dadurch nicht nur langfristig Arbeitsplätze sicherten, sondern auch zu einer guten wirtschaftlichen Entwicklung der verschiedenen National-Ökonomien beitrügen.

Tatsächlich kann man dem spezifischen Private-Equity-Sektor von Blackstone aufgrund seines Leitmottos der „freundlichen Übernahme“ kaum den Vorwurf machen, mit extrem ungewöhnlichen oder forcierten Methoden zu arbeiten und am Ende nicht das Wohl des übernommenen Unternehmens im Blick zu haben.

Für die Bereiche Hedge Funds (Hedgefonds) und Immobilien mag das anders aussehen – ein Hedge Fund ist seiner Natur nach bereits ganz anders aufgestellt als ein „gewöhnlicher“ PE-Fonds; gleichzeitig stellt dieser Geschäftsbereich einen eher kleinen Sektor der Aktivitäten von Blackstone dar.

Bei den Immobiliengeschäften – immerhin mit 300 Mrd. USD der größte Brocken der Assets under Management von Blackstone – kam häufiger der Vorwurf auf, Blackstone agiere hier sehr rigide und mit ausschließlichem Blick auf schnelle und hohe Rendite.

Mit dem Aufkommen der ESG-Kriterien und ihrer Umsetzung auch bei Blackstone sind solche Vorwürfe aber in den letzten Jahren weitgehend verstummt.

Der Vorwurf der mangelnden Nachhaltigkeit

Wer Investments tätigt, zielt dabei immer auf eine gewisse Rendite und muss seine diesbezüglichen Erwartungen austarieren mit dem eingegangenen Risiko und der notwendigen Liquidität (sog. Anlage-Dreieck).

Insofern ist der erste Fokus einer Private-Equity-Gesellschaft auf das Entwicklungspotenzial eines zur Übernahme anstehenden Unternehmens gerichtet, nicht unbedingt auf die genaue Art des Zustandekommens von Cash-Flow und Gewinnen.

Erst in jüngerer Zeit haben auf den Märkten Maßstäbe Einig gehalten, die Umweltaspekte, Menschenrechte und soziale Belange verstärkt in den Blick nehmen.

Blackstone sah sich verschiedentlich (zuletzt mit der Übernahme des schwedischen Lebensmittelkonzerns Oatly 2019) massiv mit Vorwürfen konfrontiert, bei seinen Investments nicht auf die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells zu achten, sondern nur auf schnelle Gewinne abzuzielen.

Auch bei diesem Vorwurf ist eine wachsende Aufmerksamkeit des Unternehmens feststellbar, bei der Auswahl seiner Zielunternehmen die ESG-Kriterien mit zu veranschlagen, weil ein wachsender Anteil der Öffentlichkeit, aber auch unter den Investoren Wert auf die Nachhaltigkeit des gesamten Wirtschaftslebens legt.

Das Einkommen des Top-Managements

Eine der mit einem Börsengang verbundenen Veröffentlichungspflichten betrifft die Gehälter des Top-Managements.

Seit in diesem Zusammenhang bekannt wurde, dass S. Schwarzman als CEO jährlich mehrere 100 Mio. USD an Einkommen aus Blackstone generiert, wird immer wieder darüber debattiert, ob solche Gehälter sachlich gerechtfertigt oder überhaupt ethisch verantwortbar seien.

In den USA entbrennt außerdem immer wieder die Auseinandersetzung darüber, ob der Bereich des Private Equity anders besteuert werden müsse.

Blackstone insgesamt, aber auch Schwarzman persönlich versuchen der Diskussion etwas Wind aus den Segeln zu nehmen, indem sich die Firma und ihr Chef in hohem Maße in wohltätigen Zwecken engagieren, ein wenig nach dem Motto „Eigentum verpflichtet“.

Manche Beobachter der Branche (gemeint ist hier vor allem der Kernbereich von Blackstone, Private Equity) vermuteten schon beim Börsengang von Blackstone 2007, dass der Entwicklungs-Zenit des Sektors überschritten sei und sich die Gründer-Generation nun nach und nach auszahlen lasse, da das Geschäftsmodell rückläufig sei.

Blackstone als Marktführer hat im Verlauf der letzten 15 Jahre unter Beweis gestellt, dass das Gegenteil der Fall ist: Auch in schwierigen Marktumfeldern lassen sich mit hochprofessioneller, erfahrungsgesättigter Private Equity erstaunliche Renditen erzielen, bei gleichzeitig nachhaltiger Wertschöpfung.

Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die erneuten Unkenrufe des Entstehens einer weiteren Blase an den verschiedenen Märkten (Immobilien, Börsen) Wahrheit in sich tragen und wie die Branche damit im Ernstfall einen Umgang findet. Zumindest das Platzen der letzten Blase (2007) hat sie gestärkt aus der Krise hervorgehen lassen.

Internetauftritt Blackstone

www.blackstone.com

Beispielbild einer Büroimmobilie mit Glasfassade im Abendlicht
©-mike-mareen-stock.adobe

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