Stefan Schrader
Kapitalmarktstratege
Hörtkorn Finanzen GmbH
Unser langjährig verbundener Geschäftspartner Stefan Schrader berät seit 01.07.2023 das Hörtkorn Team als freier Kapitalmarktstratege und steht unseren Kunden mit seinen Marktanalysen und Prognosen zu verschiedenen Anlagekategorien zur Seite. Seit 1994 ist er auf makroökonomische Analyse spezialisiert und für seine Arbeit in Anlageausschüssen und als Fondsmanager mehrfach mit Top Noten der renommierten Ratingagenturen Standard & Poors, Lipper, Morningstar, FWW ausgezeichnet.
Gestiegene Komplexität erfordert einen besonders klaren Blick
Nach der Finanzmarktkrise in den Jahren 2007 bis 2009 erlebten die Menschen in den meisten Regionen der Welt eine Zeit prosperierender wirtschaftlicher Entwicklung, politischer Stabilität und niedriger Inflation. Kriegerische Aktivitäten traten wenig und vor allem nicht in für das Weltgeschehen sensiblen Regionen auf. Die Zinsen sanken seit Ende der 80er Jahre (unter Schwankungen) kontinuierlich bis 2022 und auch das Angebot an Kapital für Investitionen war auskömmlich.
Kleine Problemherde gab es natürlich immer. Das führt auch dazu, dass „alte Hasen“ – so wie ich es wohl nach 30 Jahren an den Finanzmärkten bin – sagen, es habe sich in den letzten drei Jahren eigentlich nicht viel geändert. Wenn man genau hinschaut, haben sich tatsächlich erstaunlich wenige Dinge wirklich grundlegend verändert, sondern sich meistens weiterentwickelt. Allerdings sind diese Weiterentwicklungen einst guter bzw. wohlstandsdienlicher Rahmenbedingungen inzwischen teils verstörend.
Weltweite Schulden-Exzesse und die Wichtigkeit der Investitionsdisziplin
Kreditfinanziert investieren zu können, ist sowohl für Staaten als auch für institutionelle und Privatanleger ein Segen und ein erheblicher positiver Treiber, der hinter Wohlstandsentwicklung steht. Das gilt, solange es realistisch ist, dass Kapital effektiv eingesetzt wird und die Renditen der kreditfinanzierten Investitionen die Kapitalkosten (Zinskosten) deutlich übertreffen. Die letztgenannten Punkte sind offenkundig nicht mehr bei allen Schuldnern gegeben. Während die Unternehmensbilanzen seit der Finanzkrise erheblich robuster geworden sind, haben sich die Staatsschulden in einen Bereich entwickelt, der bedenklich ist. Zudem ist zu spüren, dass die Mittel aus Steuereinnahmen und stetiger Neuverschuldung nicht mehr effektiv für Wohlstandszwecke eingesetzt werden. Verunsicherung, Zweifel und Zukunftsängste entstehen subjektiv. Sinkende Innovationskraft, weniger staatliche Leistungsfähigkeit und eine steigende Inflation resultieren daraus objektiv. Diese Entwicklung, die gleichermaßen für die USA, Japan, Europa und zuletzt auch für Deutschland zu beobachten ist, erfordert von Investoren Aufmerksamkeit. Inflationsschutz ist mittel- bis langfristig bedeutsam. Inflation ist meines Erachtens ein größerer Risikofaktor für den Kaufkrafterhalt in der Vermögensstrukturierung als Schwankungen im Bestandswert oder variable Ausschüttungen. Dass Investments nicht auf Zins und der Geldwertentwicklung basieren, sondern im Kern in größtmöglichem Umfang möglichst unmittelbar mit realwirtschaftlichen Ertragsquellen verknüpft sind, empfehle ich als alternativlos zu betrachten, wenn mit Weitblick investiert werden soll. Aktien, Private Equity, Immobilien und auch Infrastruktur-Investments bieten eine Palette an Möglichkeiten, sein Kapital robust gestreut anzulegen.
Nebelkerzen allerorten – Geopolitik raubt (scheinbar) Planungssicherheit
Eventuell ist zwischen dem Schreiben dieses Textes und dessen Veröffentlichung am Sonntag (01.03.26) im Iran aus dem Aufstand schon ein Krieg mit Einmischung der USA geworden. So oder so bleibt festzuhalten, dass die geopolitischen Risiken zugenommen haben.
Russland und die Ukraine waren in der letzten Woche bereits für 4 Jahre im Krieg, Taiwan steht vor der Eingliederung zu China (die Frage ist nur, wann und wie), die Konflikte zwischen Israel und Palästina sind bekannt, Venezuelas Umsturz hat es gerade mal für zwei Wochen in die Presse geschafft und im Iran steht die nächste Eskalation bevor oder ist schon im Gange, wenn Sie diesen Text lesen. Grönland-Übernahmefantasien und andere teils absurde Äußerungen von D. Trump verbreiten weiter Unruhe. Alle mir bekannten Indikatoren, die „Unsicherheit“ oder besser gesagt „Verunsicherung“ in der Welt quantifizieren, zeigen Rekordwerte.
Auffällig ist jedoch, dass die Börsen robust dastehen und außerhalb der rekordhoch bewerteten US-Aktien auch noch genügend attraktiv bewertete Aktienmärkte zu finden sind. Halten Sie sich bitte vor Augen, dass Schwellenländer einen enormen Aufschwung erleben, der mit bis zu 10 % Wirtschaftswachstumsprognose für dieses Jahr (Vietnam) und an etlichen Orten mit 5 % und mehr Wachstumsprognose prognostiziert ist.
Der Ausblick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft für dieses Jahr seitens des IWF (Internationaler Währungsfonds) wurde im Januar 2026 um 0,2 % auf +3,3 % Wachstum erhöht.
Eine kognitive Dissonanz könnte jetzt auch bei Ihnen entstanden sein?! Das wäre verständlich. Die „gefühlte Temperatur“, unter anderem resultierend aus der bereits dreijährigen Rezession in Deutschland und der geldbeutelrelevanten Inflation im gleichen Zeitraum, gepaart mit viel politischer Unruhe, erschwert es manchmal, einen von Zuversicht geprägten (Durch-)Blick zu behalten.
Der IWF prognostiziert für 2026 übrigens +1,1 % Wachstum für die Wirtschaftsleistung Deutschlands.
Neulich nahm ich an dem Hörtkorn-Webinar zum Projekt „neustädter“ Gießen (Anm. d. R.: 7 % p.a.* ausschüttendes Immobilieninvestment in ein urbanes Versorgungszentrum) teil und erläuterte, warum Deutschland fortan eine robustere Entwicklung erwarten darf. Falls es interessiert, finden Sie hier einen Link auf das Webinar.
Stefan Schrader
Kapitalmarktstratege
Hörtkorn Finanzen GmbH
Ab Minute 37:55 gehe ich darauf ein.
Die Spitze des Eisberges und zwei kurze Schlussfolgerungen
Dieses Sonntagsbriefing soll so kurz wie möglich sein, aber auch aussagekräftig, also so umfassend wie nötig, um zu einem Themenkomplex werthaltige Impulse geben zu können. Ich habe mich für die oben erörterten Impulse entschieden.
Zusammenfassend sollte man schlussfolgern:
Inflationsschutz verdient priorisiert zu werden
Etliche Staatsbilanzen sind geschwächt, dauerhaft negative Realzinsen (Zins minus Inflation = Realzinsen) sind absehbar. Geldwerte Anlagen sind inflationsanfällig. Den Kaufkrafterhalt mittel- und langfristig mit Zinspapieren in Euro zu erwarten, erscheint unrealistisch. Direkte und indirekte Sachwert-Investments sind und bleiben das Gebot der Stunde und auch der nächsten Jahre.
Die Weltwirtschaft prosperiert, Deutschland profitiert
Die globale Wirtschaft prosperiert und Deutschland profitiert davon. So wie Deutschland gelitten hat, weil Frankreich, Großbritannien, Italien, China und die USA in den Bereichen unserer Wirtschaftsstärke die letzten Jahre geschwächelt haben, so wird Deutschland fortan profitieren, weil sich die Situation verbessert hat bzw. weniger schlecht wird. Global betrachtet entwickelt sich die Wirtschaft robust und wächst.
Besonnenheit und Durchblick statt Nebelkerzen und Angst
Man sollte versuchen, nicht dem Nebelkerzen-Ablenkungsprogramm zu erliegen. Viele der Nachrichten, die auf uns einwirken, sind zwar relevant, aber nicht für Investitionsentscheidung elementar. Wenn möglich, sollte der persönliche Nachrichtenfilter aktiviert sein, bevor man über Investments nachdenkt. Eine Rede von Trump produziert kurzfristig Marktbewegung, meist Unruhe und Friktionen im wirtschaftlichen Miteinander. Gleichwohl wird in zweieinhalb Jahren ein neuer Präsident gewählt und die größte Volkswirtschaft der Welt erhält eine neue politische Führung. Alle Investments, die Hörtkorn aktuell empfiehlt, laufen meines Wissens länger, als Trump im Amt bleibt. Das allein sollte den (Weit-)Blick schärfen und dazu beitragen, dass man Anlageentscheidungen nicht unangemessen von diesem Großmeister des Nebelkerzenzündens beeinflussen lassen sollte.
Investments in der Realwirtschaft liefern Robustheit
Investments in die Realwirtschaft lohnen sich. Investments, mit denen dazu beigetragen wird, dass echte Bedürfnisse von richtigen Menschen bedient werden, haben die größte Chance auf mittel- bis langfristigen Erfolg. Wenn die Ertrags- bzw. Gewinnlogik berechenbar ist, dann sollten Investments dauerhaft funktionieren und auskömmliche Erträge abwerfen. Spekulationen haben die letzten Jahre zugenommen und sind zuletzt ungleich gefährlicher geworden. Ich rate klar davon ab!
Ich werde nicht müde, immer wieder darzulegen, dass kurzfristige Entwicklungen aller Geldanlagen (und bei Aktien zuvorderst) von den emotionalen Befindlichkeiten des Herdentriebs abhängen, die mittelfristige Entwicklung von der relativen Attraktivität der Zinsanlage / Zinsentwicklungen / Realzinsentwicklungen und langfristig – ACHTUNG, JETZT WIRD ES BESONDERS WICHTIG – hängt der Erfolg ausschließlich von der tatsächlichen originären Gewinnentwicklung eines Investments ab.
Das ist von etlichen Anlegern am meisten vergessen worden im Zusammenhang mit Aktien, bei denen langfristig ausschließlich die Gewinnentwicklung der Unternehmen über den Kursverlauf entscheidet. Es gilt in leicht modifizierter Form jedoch auch für Private Equity, Immobilien und Infrastruktur-Investments. Bei allen Anlageklassen, die auf realen, physischen Erträgen basieren, geht es ausschließlich darum, ansatzweise richtig zu antizipieren, ob das darunter liegende Modell dauerhaft so viel Geld verdienen wird, dass Inflation überkompensiert wird.
Peter Friedenauer
Geschäftsführer
Hörtkorn Finanzen GmbH
Peter Friedenauer zum Ausblick für Private Equity
„Der Bereich Private Equity verdankt seinen stetig wachsenden Ruhm bei nicht institutionellen Anlegern den herausragenden Erfolgen und Überrenditen der letzten Jahrzehnte. Von diesen Erfolgen profitierten vor allem große institutionelle Anleger, wie Pensionsfonds, Stiftungen und Family Offices.
Der Markt wird in den letzten Jahren zunehmend auch Anlegern zugänglich gemacht, die nicht Millionenbeträge, sondern in der Regel 200.000 Euro oder mehr anlegen können. Wir sehen Private Equity als Zukunftsmarkt mit weiterhin hohem Renditepotenzial. Allerdings nicht mit den großen Playern, die in den letzten Jahren hunderte von Milliarden Anlegerkapital eingesammelt haben. Großtransaktionen werden über auktionsähnliche Preisfindungsmechanismen akquiriert, und es ist daher unwahrscheinlich, dass der Einkauf von Zielunternehmen bei dem zur Verfügung stehenden Kapital in den Fonds konstant günstig sein kann. Renditetreiber bei Großinvestoren sind oftmals fantasievolle Finanzierungsstrukturen und hohe Fremdkapitalhebel. Für hochprofitable Exits muss in diesem Segment die Börse top funktionieren und der Anleihenmarkt dauerhaft so perfekt laufen, wie es aktuell der Fall ist.
Wir sind davon nicht überzeugt und erwarten, dass viele Anleger, die auf große Namen bei den Zielfonds setzen, sich die nächsten Jahre die Finger verbrennen und nicht die erhofften Renditen erzielen.
Anders sieht es im Bereich des Private Equity für kleine und mittelgroße Unternehmen aus. Uns wird berichtet, dass die Kaufpreise sich dort zum positiven entwickelt haben und die Qualität der Zielunternehmen, in die investiert werden kann, sogar noch besser geworden ist. In diesem Segment ist die Börse und sind Börsengänge für die Exits nicht relevant und die organischen Wachstumsprognosen sowie Wachstumsstrategien über Buy-and-Build-Strategien sind aufgrund der Unternehmensgrößen plausibel umsetzbar. Man investiert de facto in den Mittelstand und dort in profitable Unternehmen, die nicht selten Nieschenmarktführer sind, meist zweistellige Wachstumsraten aufweisen und nahezu immer profitabel und am Markt behauptet sind.
Dass diese Unternehmensentwicklungen mit der Unterstützung der investierenden Private-Equity-Fondsmanager, deren Kapital und der internationalen Netzwerke noch mehr prosperieren können, erscheint uns plausibel. Wir setzen daher für unsere Investoren konsequent auf dieses Segment und nicht auf wohlklingende große Namen. Das von Herrn Schrader beschriebene Umfeld ließ diesen Bereich sogar noch attraktiver werden. Unruhe und gestiegene Zinsen verbessern den Einkaufspreis für uns Investoren.“
Axel Hermann
Prokurist
Hörtkorn Finanzen GmbH
Axel Hermann zum Ausblick für Immobilien
„Qualitätsimmobilien mit inflationsindexierten Mietverträgen sollten offenkundig von der beschriebenen Entwicklung profitieren. Gute Objekte bedienen einen realen Nachfragemarkt, schütten mehr aus, als die Inflation die Kaufkraft dezimiert, und sollten robusten Vermögensschutz bieten können. Zum einen erscheint es mir unrealistisch anzunehmen, dass zukünftig die Wiederherstellungskosten unter denen Baukosten der Vergangenheit liegen können.
Zum anderen werden die Cashflows bei inflationsindexierten Mietverträgen dem Kaufkraftverlust entgegenwirken. Dieser zwar mit etwas Zeitverzug stattfindende, aber systematische Inflationsschutz ist nach 30 Jahren im Markt der Anlageberatung und Vermittlung immer noch etwas, was ich ganz wunderbar finde.
Gerade im aktuellen Marktumfeld haben wir durch die letzten Jahre eine für Neuinvestitionen interessante Ausgangslage. Die Stimmung ist noch relativ schlecht, auch wenn sie sich merklich aufhellt und viele Experten schon wieder robuste Aufschwünge prognostizieren. Diese noch eingetrübte Stimmung ermöglicht Einkäufe, wie beispielsweise beim aktuell empfohlenen Projekt neustädter in Gießen zum 10,4-fachen Ankaufsfaktor oder wie letztes Jahr noch zum 9,9-fachen der Jahresmieteinnahmen beim Objekt Three Ravinia über den US-Treuhandfonds.
Die hohen Cashflows aus diesen attraktiven Ankäufen führen zu Zielrenditen, die in etwa auf dem Niveau der langfristigen Aktienmarktentwicklung liegen – allerdings ohne die Schwankungsbreiten des Aktienmarktes und mit auskömmlichen Ausschüttungen, die in der hausinternen Finanzplanung berücksichtigt oder über Reinvestitionen neu angelegt werden können.“
Ein Update zum Research im Bereich Infrastruktur:
Im Bereich Infrastruktur hat sich der Bereich erneuerbarer Energien interessant entwickelt und steht unter genauer Beobachtung bei uns. Früher war es ein Investitionsfeld, welches von staatlichen Subventionen getragen, gute Planungssicherheit über Ausschüttungen bot. Inzwischen sind die Herstellungskosten der Komponenten auf einem so niedrigen Niveau angekommen, dass die auskömmlichen Renditen auch ohne Subventionen und regulatorische Garantien erzielt werden können. Wir prüfen seit einiger Zeit Investments und können uns vorstellen im Jahresverlauf mit attraktiven Angeboten aufwarten zu können.
Für den direkten Kontakt zu uns können Sie das Kontaktformular oder das Telefon (+49) 07131 949-206 wählen.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
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Wir helfen Ihnen gerne weiter und sind offen für jeden Dialog.
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