Hörtkorn Finanzen hinterfragt:
Das „zinslose Risiko“ ist traurige Realität für viele
So langsam haben in Deutschland die allermeisten Sparer die Einsicht gewonnen, dass die historisch niedrige Zinsphase zulange anhalten wird, um das einfach auszusitzen und auf bessere Tage zu hoffen. Gerade erst wieder haben sowohl die EZB als auch die FED angekündigt, ihre Leitzinsen in nächster Zeit bei 0 % (EZB) bzw. 2,25 % (FED) einzufrieren. Hinzu kommen negative Fundamentaldaten aus der Wirtschaft, die auch eine Rezession nicht unwahrscheinlich machen. Auch das spricht gegen eine Erhöhung der Leitzinsen in absehbarer Zeit.
Geld, das gegenwärtig zinslos angelegt ist oder einfach nur auf Girokonten liegt, verliert real an Wert. Geht man nur von den ca. -1,36 % p.a. sehr geringer durchschnittlicher Inflation der letzten 20 Jahre aus, so verliert zins- bzw. ertragslos angelegtes Geld in bspw. 10 Jahren ca. 12 % an Wert. Beim langfristigen Mittel von -2 % Inflation pro Jahr wären es sogar rund 18 % Kaufkraftverlust in 10 Jahren. 100 Euro sind in 10 Jahren bestenfalls also noch rund 82 Euro wert. Das geflügelte Wort vom „zinslosen Risiko“ oder vom „garantierten Verlust“ hört man immer öfter, und es ist wahr.
Traurige Realität – Sparbuch und Girokonto sind obsolet
Für viele Sparer ist die abstrakte Größe „Kaufkraftverlust“ schwer zu begreifen. Denn 100 Euro sind nach 10 Jahren auf dem Girokonto immer noch 100 Euro. Nur dass man für 100 Euro bspw. statt 75 Liter Superbenzin nur noch rund 62 Liter tanken kann (wenn der Spritpreis ansonsten unverändert bleibt). Reisen, Kultur, Lebensstil: Reicht der Vermögensstock später nachhaltig für die Ansprüche des Lebens?
Liquide Anlagen werfen längst keine positiven Zinsen mehr ab. Anleihen bester Bonitäten dümpeln derzeit um die Null-Prozent-Marke, bspw. 10jährige deutsche Anleihen.
Festgelder kann man gegenwärtig maximal zu 1,45 % auf fünf Jahre anlegen – in Rumänien. Um aber nach Steuern, Kosten und Inflation nur den Wert des Vermögens zu erhalten, braucht man mindestens 3 % Bruttorendite pro Jahr. Was ist die Lösung?





© Hahn Gruppe
© Hörtkorn Finanzen GmbH – KI-generiertes Bild
© Hans Jürgen Landes