Renditeprognose ist nicht gleich Renditeprognose

Zurecht lässt uns die Verheißung hoher Gewinne zunächst einmal aufhorchen. Geradezu automatisch denken wir an exorbitante Risiken, merkwürdige Geschäftspraktiken, schmierige Vertragspartner und dubiose Hintermänner.

Rendite bei Anleihen

Das mag nicht zuletzt den Hintergrund haben, dass sich viele Anleger mit einem wichtigen Schwerpunkt normalerweise in einer sehr konservativen Anlageform bewegen, nämlich in (Staats-) Anleihen. Hier ist eine enorm große Sicherheit mit der Anlage verbunden, aber die Renditeaussichten bewegen sich natürlich zum einen in einem niedrigen Prozentbereich, zum anderen sind sie fixiert: Über die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals plus Zinszahlungen hinaus ist keine Gewinnbeteiligung vorgesehen und damit keine weitere Rendite möglich. Dennoch: In diesem Bereich sind wir mit den (niedrigen) Zahlen gut vertraut.

Ein global gestreutes Anleihenportfolio hat in den letzten zehn Jahren in Euro 2,0% p.a. eingespielt.
(Quelle: Guide to the Markets, JP Morgan – Stand 30.04.2025)

Wenn hohe Zinsen bei Anleihen angeboten werden, ist das immer gleichbedeutend mit einem erhöhten Ausfallrisiko des hinter jeder Anleihe stehenden Kreditgeschäftes. So mag der ängstliche Reflex begründet sein, den manche haben, wenn hohe Zielrenditen in anderen Anlageklassen ausgesprochen werden. Will doch niemand einen Ausfall seines Investments haben.

Rendite mit Aktien

Das andere Standbein der allermeisten Privatanleger besteht in Aktien. Hier bewegt man sich schon in einem wesentlich anderen Bereich, da es sich letztlich um Eigenkapitalbeteiligungen handelt. Entsprechend vorsichtig wird in aller Regel das Portfolio zusammengesetzt: Etablierte, stabile Unternehmen mit langer Historie und möglichst geringer Kursschwankung sind oftmals das Fundament der Aktiendepots unserer Kunden. Genau in diesem Bereich – „Value“, wie man auch sagt, oder „Blue Chips“ – sind die Wachstumsaussichten zwar geringer als in manch boomenden Marktsegmenten. Aber die Kombination aus Dividendenzahlungen und weitgehend stabiler Kursentwicklung macht „Value“ auch bei Aktien interessant. Hinzu kommen mehr Planungssicherheit und weniger Abhängigkeit von kurzfristigen Moden und Trends sowie dem Gemütszustand der Börsianer.

Also auch hier: Vertrautheit mit soliden Zahlen in einem interessanten, aber zumeist einstelligen Renditebereich.

Die langfristige Rendite für Aktienfonds, die weltweit investieren, lag in den letzten zehn Jahren bei 6,15% p.a. und in den letzten 20 Jahren bei 6,53% p.a.
(Quelle FWW Stand 07.05.2025)

Rendite mit Immobilien

Darüber hinaus bildet für viele Privatanleger der Bereich Immobilien eine wichtige Investitions- und Renditequelle. Ob eigene Immobilien, die vermietet werden, oder Immobilienfonds: Wieder bewegt man sich im besten Fall im mittleren einstelligen Renditebereich, da die gestiegenen Finanzierungszinsen und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung im Augenblick keine höheren Erwartungen erlauben.

Vor diesem Erfahrungshorizont ist zum einen klar, dass Renditeziele in unterschiedlichen Anlageformen differieren. Zum anderen ist es nur natürlich, dass Zielrenditen über 10% erst einmal merkwürdig wirken können.

Private Equity – anders als andere Anlageformen

Private Equity ist grundsätzlich anders. Am ehesten wäre es mit einem Aktieninvestment vergleichbar, weil es sich um Eigenkapital handelt. Gleichzeitig sind die Aktiengesellschaften, die uns beim Thema Aktien vor Augen stehen, in aller Regel enorm große, internationale Marktteilnehmer. Das wäre der Handlungsraum der gigantischen Private-Equity-Gesellschaften wie Blackstone, KKR oder Advent International.

Aber das ist nur „die Spitze des Eisbergs“: Private Equity ist viel größer und zugleich viel „normaler“ als die riesigen Transaktionen, von denen man in der Zeitung liest.

Der Bereich ist jünger als Aktien: Denn die Finanzierung über Aktien war die ursprüngliche Idee, wie man die Gelder vieler Anleger auf einzelne Unternehmen und deren Wachstum und Entwicklung hin einsammeln konnte.

Erst durch große Einzelinvestoren entstand nach und nach ein Weg, sich mit „privatem“ Geld an „privaten“ (= nicht an der Börse gehandelten) Unternehmen zu beteiligen und auch hier Wachstum und Entwicklung zu pushen – da es sich für beide Seiten als Vorteil erwies. So entstand dann im Lauf der Zeit die Idee von Fonds, um viele Anlegergelder einzusammeln und für Investitionen in abseits der Börse agierende Unternehmen einzusetzen. Parallel dazu gab und gibt es immer die Möglichkeit, direkt in einzelne Firmen mit einzusteigen – sogenannte (Private Equity) Direktbeteiligungen.

Das Geschäftsmodell folgt dabei trotz aller Unterschiede im Detail immer den gleichen Prinzipien:

  • Dadurch, dass die Zielunternehmen nicht börsennotiert sind, gelten wesentlich weniger Regularien für Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse. Schnelles und entschiedenes Handeln schafft und sichert Wettbewerbsvorteile.
  • Private Equity Gesellschaften oder Partner kommen mit hoher Expertise und sehr viel Erfahrung in die Zielunternehmen und können so wirkungsvoll die entscheidenden Prozesse in Gang setzen.
  • (Sehr) kleine Marktteilnehmer werden durch Zukäufe größer gemacht in Richtung Generalisierung des Geschäftsmodells -> in der anschließend möglichen Skalierung liegt ein wesentlicher Renditetreiber.
  • (Sehr) große Marktteilnehmer werden kleiner gemacht in Richtung Spezialisierung -> die kleineren Einzel-Geschäftsfelder versprechen mehr Agilität und Flexibilität, worin die Möglichkeit zu höheren Margen liegt.
  • Prozesse werden standardisiert, digitalisiert, optimiert und kontrolliert -> weniger Reibungsverluste, schnellere Abwicklungen, Klarheit über notwendige Verbesserungen sind die Werttreiber.

Weil es insgesamt und unmittelbar um die Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit von unternehmerischen Prozessen und Einheiten geht, stehen im Bereich Private Equity ganz andere Margen und damit andere Renditeprognosen im Raum als bei den anderen oben genannten Anlageformen.

Was Direktbeteiligungen im Bereich Private Equity auszeichnet: Werttreiber und Stellschrauben

Heute ist Private Equity eine weithin etablierte, „normale“ Form des Investierens. Dabei gilt es grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Fondsbeteiligungen und Direktinvestments. Erstere bieten natürlich eine höhere Risikostreuung, zweitere eine höhere Unmittelbarkeit und Marge.

Wer sich solchen Direktbeteiligungen zuwendet, muss aber nicht notwendigerweise schier unkalkulierbare Risiken auf sich nehmen. Je nach Branche und Art des Private-Equity-Modells (Wachstum, Konsolidierung, Turnaround, Startup-Finanzierung, MBO, LBO,…) kann es sich auch um vergleichsweise risikoarme Ansätze handeln.

Im Augenblick begleiten wir z.B. eine Branchenkonsolidierung im deutschen Handwerk. Die einzelnen aufgekauften Unternehmen sind auch vor den Übernahmen schon hoch profitabel. Allein fehlt es den Unternehmern trotz voller Auftragsbücher an gangbaren Nachfolgeregelungen für die Weiterführung des Betriebes. Hier auf behutsame Weise an das bestehende Erfolgsmodell anzuknüpfen, kann als einigermaßen risikoarm bezeichnet werden.

Entscheidende Stellgrößen und Einflussfaktoren sind:

  • Integration: Wird an einem größeren Marktteilnehmer gebaut (buy and build Strategie), geht es um eine funktionale Integration der einzelnen Betriebe unter einem gemeinsamen Dach bzw. auf gemeinsamen Plattformen. Einkauf, Lagerhaltung, PR, Personal-Akquise und -Führung sind Beispiele für Bereiche, in denen in aller Regel schnell Synergien möglich sind.
  • Skalierung: Prozesse, die für 100 Einheiten genauso aufwändig sind wie für 1, sollten auf 100 „skaliert“ werden. So entstehen z.B. niedrigere Stückkosten und ertragreicherer Output.
  • Margenausweitung: Die Reduzierung der Kosten und/oder die Ausweitung der Produktion sorgen in der Regel dafür, dass im einzelnen Produkt mehr Marge möglich ist. Auch Markenbildung und -bindung oder Leistungen wie Wartungsverträge sind grundsätzlich geeignete Mittel, stabile und wachsende Margen zu generieren. Große Kunden schließen auch lieber langfristige Verträge mit größeren Unternehmen ab, die Aufträge überregional abwickeln.
  • Organisches Wachstum: Kapital von Investoren ist wichtig, um schnell signifikant durch Zukäufe wachsen zu können. Aber dieses Wachstum wäre auf Sand gebaut, wenn es durch die genannten Faktoren nicht zu organischem Wachstum kommt, also einem Wachstum, das in den Unternehmen selbst z.B. durch Neugechäftsabschlüsse und Profitabilitätssteigerungen entsteht.

Fazit: Worauf man als Anleger achten sollte

Private Equity – insbesondere in der Form von unternehmerischen Direktbeteiligungen – greift sehr unmittelbar in den Motor des Wirtschaftslebens hinein und kann hier Mehrwert generieren. Es handelt sich daher um ein auch für Privatanleger hochinteressantes Feld mit zweistelligen Renditeprognosen.

Was Sie als interessierter Investor im Vorfeld, nicht zuletzt im Gespräch mit dem Anbieter, klären sollten, fassen wir hier kurz zusammen:

  • Wer ermöglicht die Beteiligung?
    Je länger jemand auf dem Markt tätig ist, desto mehr Erfahrung bringt er mit. Ein entsprechender Track Record / Leistungsbilanz gibt Auskunft über die bisherigen Projekte und erzielten Erfolge.

Unsere Angebote im Bereich Direktbeteiligungen sind übrigens doppelt geprüft: Wenn unser Family Office Partner investiert, prüfen wir im Anschluss noch einmal, ob auch wir das Investment für geeignet halten.

  • Wer sind die handelnden Personen?
    Viele Player im Bereich Private Equity sind spezialisierte Finanzinvestoren. D.h., sie kennen sich generell mit der Optimierung von Prozessen und Strukturen aus, aber nicht notwendigerweise mit der Branche, in der sie investierend tätig werden. Andere Modelle legen Wert auf Branchenexperten, die an „vorderster Front“ die entscheidenden Prozesse analysieren, Veränderungen initiieren und sie auch entsprechend begleiten.
  • Wie sieht der bisherige Entwicklungsverlauf beim konkreten Investmentziel aus? Was wurde bereits erreicht? Wie sehen die nächsten Entwicklungsschritte aus?
    Die allermeisten Investmentmöglichkeiten warten bereits mit einer gewissen Geschichte auf (sonst würde man sich explizit im Bereich von Venture Capital und/oder Startups bewegen). Daraus lässt sich ersehen, ob ein Modell erprobt ist und inwieweit es funktioniert, wie schnell die Entwicklung vonstatten geht und wo möglicherweise Stolpersteine lauern.

Buy and Build Konzepte bedürfen z.B. unter anderem einer gut gefüllten, qualitätsvollen „Pipeline“ von geprüften und kontaktierten Übernahmekandidaten, um ein rasches und gutes weiteres Wachstum sicherzustellen.

  • Welches Ziel wird verfolgt? Wie sieht der Exit aus?
    Am Ende geht es für Investoren darum, innerhalb welcher Zeit welche Ziele erreicht werden sollen, im Sinne von Umsatz, Laufzeit, EBITDA-Steigerung und vielen weiteren Erfolgskennzahlen. Auch ein realistisches Szenario für ein Ende der Beteiligung ist notwendig, damit die Zielerreichung und damit letztlich die Renditeprognose plausibel werden. So steht im Grunde genommen für jeden professionelle Investor zum Zeitpunkt des Einstiegs in eine Direktbeteiligung schon fest, welche potentiellen Käufer in 3 bis 7 Jahren das Unternehmen abkaufen sollen und könnten und was deren Beweggründe und Bewertungsparameter sind.

Nutzen Sie gerne die Gelegenheit, anhand eines konkreten Beispiels diese Fragen einmal durchzugehen: Unter dem folgenden Link haben Sie Zugriff auf unser jüngstes Webinar. Darin geht es um ein Branchenkonsolidierungskonzept im deutschen Handwerk. Wir hatten viele LIVE-Gäste und bekamen sehr gutes Feedback.

So schrieb ein Teilnehmer im Feedbackbogen:

Eine wirklich sehr spannende Veranstaltung mit einem tollen Konzept. Kurz, knackig, informativ auf den Punkt gebracht. Danke dass ich dabei sein durfte, das erweitert meinen Horizont ungemein.
Gerne würde ich zukünftig weiter an solchen Webinaren teilnehmen.“

Sie können Ihren Zugriff auf das Webinar gern hinter dem Link freischalten lassen.

Für weitere Informationen fordern Sie bitte unser kostenfreies Infopaket an:

Axel Hermann, Prokurist Hörtkorn Finanzen

Axel Hermann
Prokurist
Hörtkorn Finanzen GmbH

Für den direkten Kontakt zu uns können Sie  das Kontaktformular oder das Telefon (+49) 07131 949-206 wählen.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Hier finden Sie unsere aktuellen Investmentauswahl.

*gemäß Prognoserechnung

Es handelt sich um eine unverbindliche Werbeinformation. Diese Informationen ersetzen nicht den jeweiligen Verkaufsprospekt. Sie enthalten lediglich Hinweise auf wesentliche Merkmale der Finanzanlagen, die angeboten werden. Alle Angaben wurden mit äußerster Sorgfalt zusammengestellt. Maßgeblich sind jedoch ausschließlich die jeweiligen, veröffentlichten, ausführlichen Emissionsunterlagen (Emissionsprospekt, Basisinformationsblatt bzw. Vermögensanlagen-Informationsblatt sowie evtl. Nachträge). Diese deutschsprachigen Unterlagen können bei Hörtkorn Finanzen GmbH über die unten angegebenen Kontaktdaten kostenlos angefordert werden.

Inhalte von Telefongesprächen und elektronischer Kommunikation, die die Vermittlung von oder die Beratung zu Finanzanlagen betreffen, zeichnet Hörtkorn Finanzen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben auf. Die Aufzeichnungen werden 10 Jahre lang aufbewahrt.

Risiken: Der Erwerb einer Finanzanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlustes. Risikofaktoren sind z.B. höhere Kosten als kalkuliert; negative Prognoseabweichungen; geringere Verkaufserlöse bzw. Einnahmen; Änderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen; u. U. Fremdwährungsrisiken.

Haben Sie Fragen, Anregungen, Meinungen oder Diskussionsbedarf?

Wir helfen Ihnen gerne weiter und sind offen für jeden Dialog.

Egal ob Fragen zum Einsatz von Fremdkapital bei Sachwertinvestments oder zu geschlossenen Immobilienfonds allgemein
– wir beantworten Ihnen stets alle Ihre Fragen und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung.

Sie haben Fragen? Wir beraten Sie gerne!

Vereinbaren Sie schnell und einfach einen Gesprächstermin mit uns. Wir freuen uns auf Sie!

Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung
Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung