Neuer Wein in neuen Schläuchen – Auszüge aus dem Interview mit Thomas Weinmann

Unser langjähriger Kooperationspartner Thomas Weinmann hat mit einem Team von Experten und langjährigen Weggefährten die Firma REIA Capital gegründet. Die Firma legt Dachfonds auf, die in eine Vielzahl von Zielfonds im Bereich kleinerer und mittlerer Unternehmensbeteiligungen investieren.

Unser Prokurist Axel Hermann hat mit ihm gesprochen. Wir haben das ausführliche Interview für Sie in kurzweilige Abschnitte unterteilt.

Vorstellung Thomas Weinmann, REIA Capital

Sehen und hören Sie die Selbstvorstellung von Thomas Weinmann und seiner neuen Firma (6:15 min).

Aktuelles Marktgeschehen und Investitionsverhalten

Hören Sie seine Einschätzung zum aktuellen Marktgeschehen und zum derzeitigen Investitionsverhalten der professionellen Investoren sowie seine Empfehlungen für Privatanleger (10:26 min).

Eine kurze Zusammenfassung – wenn Sie lieber lesen

Zu Thomas Weinmann und REIA

Thomas Weinmann studierte BWL und arbeitete lange Jahre als Investment Professional für BC Partners. In dieser Funktion war er mitverantwortlich für zahlreiche Unternehmensübernahmen und Weiterverkäufe bzw. Börsengänge. 2012 machte er sich vor dem Hintergrund der gesammelten Erfahrungen selbständig und gründete Astorius, wo er als CEO und Due Diligence Partner fungierte. Nach seinem Ausstieg dort gründete er 2022 mit zwei Partnern REIA Capital. Das Unternehmen liegt zu 80% im Eigentum der Partner und Mitarbeiter (Th. Weinmann hält hier eine Mehrheit) und zu 20% in den Händen zweier Family Offices, die ihre Private Equity Transaktionen im Bereich Small Cap über REIA abwickeln.

Thomas Weinmann

reia Logo

Die Namensgebung für REIA stammt aus dem Portugiesischen: Hier bedeutet „rainha“ (ausgesprochen in etwa „reja“) Königin und fungiert darüber hinaus als durchaus verbreiteter Mädchenname. Dieser Hintergrund bot die ursprüngliche Inspiration für die Namenswahl. Darüber hinaus können die einzelnen Buchstaben auch als Initialen verstanden werden:

R wie Rendite

E wie Erfahrung

I wie Interessensgleichklang

A wie Alleinstellungsmerkmale

Die Kombination dieser verschiedenen Aspekte und Hintergründe ergibt aus Sicht von Thomas Weinmann: Private Equity ist die Königsklasse des Investierens, und die gerade genannten Stichworte sind dabei die Voraussetzungen, unter denen REIA nach erfolgreichen Einzelfondsmanagern sucht.

Das Besondere dabei liegt aus Sicht von Thomas Weinmann auf drei Ebenen: Inhaltlich, technisch und auf der Ebene der Mitarbeiter.

Technisch: REIA bietet steueroptimierte Investmentlösungen sowohl für Privatanleger als auch für vermögensverwaltende GmbHs.

Inhaltlich: REIA ist ausschließlich fokussiert auf Small Cap Unternehmen mit einem Kaufpreis (deutlich) unter 250 Mio. Euro. Gleichwohl gilt die Konzentration etablierten Firmen mit starkem Wachstum und hohem Entwicklungspotenzial.

Mitarbeiter: Das Personal von REIA besteht aus ausgewiesenen Spezialisten aus dem und für den Bereich Small Cap und  der Auswahl entsprechender Zielfondsmanager.

REIA investierte dabei bisher nur in Zielfonds in Europa, wird demnächst aber mit den USA bzw. Nordamerika ein weiteres Geschäftsfeld für die Investoren erschließen.

Zur Marktsituation sowie zur empfohlenen Investmentstrategie für Anleger

Die statistischen Daten sprechen dafür, dass Deutschland derzeit mit einer leichten Rezession zu kämpfen hat. Auch der gesamteuropäische Raum weist eher schwache Wachstumsraten aus. Gleichzeitig ist REIA Capital bisher ausschließlich hier investiert – was bedeutet das für die Allokation des Portfolios jetzt und in Zukunft?

Thomas Weinmann weist zunächst einmal darauf hin, dass Private Equity einen langfristigen Anlagehorizont mit sich bringt und erfordert. Man könne nicht heute oder morgen ein- und aussteigen. Ebenso wenig sind kurzfristige Anpassungen an momentane Marktsituationen möglich.

Deswegen geht es beim Thema Private Equity und gerade auch speziell in einer Dachfonds-Lösung vor allem um Diversifikation: Nach Branchen, Ländern, Regionen etc.

So sind auch die bisherigen Unternehmens-Allokationen über verschiedene Bereiche wie Technologie, Konsum, Gesundheit usw. gestreut. Deutsche Unternehmen spielen im Gesamtportfolio mit 10-15% des investierten Kapitals eine eher untergeordnete Rolle. Das aber nicht wegen einer vermeintlich schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage, sondern schlicht vor dem Hintergrund, dass die REIA-Investoren aufgrund ihres deutschen Hintergrundes in aller Regel bereits massiv in Deutschland investiert sind.

Der Fokus gilt – und das ja auch mit dem von den Partnern selbst investierten Eigenkapital – einer möglichst hohen Risikoreduktion durch Streuung.

Zugegebenermaßen liegt bei einer Renditeprognose von 25-30% vor Kosten und Steuern bzw. 12-18% nach Kosten (vor Steuern) das Risiko innerhalb eines einzelnen Unternehmens sehr hoch. Gerade hier liegt die Aufgabe des Fondsmanagers nach der Übernahme: das Geschäftsmodell zu professionalisieren, zu skalieren und auszuweiten, um so das Risiko zu reduzieren und die Bewertung des Unternehmens gleichzeitig dadurch zu erhöhen.

Zudem greift hier das besondere Profil des Dachfonds-Investments: Der Anleger ist nicht von der Performance eines einzelnen Fondsmanagers abhängig, der auch einmal irren kann in seinen Entscheidungen. Stattdessen ist dieses Risiko auf viele Fondsmanager verteilt. Denn das im einzelnen Unternehmen allokierte Kapital mag bei lediglich 1% des Dachfonds-Gesamtvolumens liegen, so dass der Anleger nur sehr marginal vom Erfolg oder Misserfolg dieses einen Unternehmens bzw. Fondsmanagers abhängt.

Letztlich ist das Investment-Modell „Private Equity“ jahrzehntealt und hat für institutionelle Investoren historisch gesehen immer bessere Renditen erzielt als Aktien. Aber es handelt sich quasi um ein fortlaufendes („rolling“) Konzept: Man sollte sowohl stetig als auch (den je eigenen Möglichkeiten entsprechend) kleinteilig in den Markt einsteigen. Auf diese Weise entsteht nach 8-10 Jahren ein Portfolio, das kontinuierlich Erträge zeitigt und zu einem signifikanten Vermögensaufbau beiträgt.

Die derzeitige Zurückhaltung im Segment Private Equity ergibt sich nach Weinmann aus zwei Entwicklungen bzw. Faktoren:

  1. Durch die massiven und schnellen Zinserhöhungen der Notenbanken kam es zu umfangreichen Portfolio-Umschichtungen bei professionellen Großanlegern wie Pensionsfonds und Stiftungen. Da sie in der Regel über fixe Anlagesätze verfügen (meist 15-20% des Gesamtvermögens für PE), stehen daher temporär weniger Mittel für neue Zeichnungen von Private Equity Fonds zur Verfügung.
  2. Die Abwertungen an den Aktien- und Rentenmärkten haben zu einer Reduktion des investierbaren Gesamtkapitals geführt – mit dem gleichen Ergebnis wie Punkt 1.

„Einen besseren Zeitpunkt für einen Start gibt es nicht.“

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Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung
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