Angesichts der hohen Performancestreuung besteht die eigentliche Kunst weniger darin, historisch gute Fondsmanager zu finden, sondern darin, vermeintlich gute Fondsmanager konsequent auszusortieren.
Zwei Beispiele aus der Praxis: Ein Fondsmanager investierte persönlich rund 10 Millionen Euro in den eigenen Fonds. Auf den ersten Blick ein vorbildliches „Skin in the Game“. Eine vertiefende Analyse zeigte jedoch: Der Manager war designierter Erbe eines Milliardenvermögens. Das persönliche Investment hatte für ihn vermutlich keine wirkliche ökonomische Relevanz. Die Anreizwirkung war deutlich geringer als angenommen.
Ein anderes Beispiel betrifft die inhaltliche Durchdringung von Geschäftsmodellen. In einer Due Diligence erklärten zwei verantwortliche Fondsmanager wichtige kundenspezifische Vertragsmechanismen eines gerade erst erworbenen Unternehmens widersprüchlich. Konkret ging es um die Verlängerung von Mitgliedschaften bei Fitnessstudios in Großbritannien. Für den einen verantwortlichen Fondsmanager kam es automisch zur Vertragsverlängerung und für den anderen musste nach Vertragsablauf der jeweilige Kunde wiederum neu zum Vertragsabschluss bewegt werden. Nur einer von beiden lag richtig. Solche Widersprüche sind kein Detail, sondern ein Warnsignal und erfordern zusätzliche Prüfungshandlungen. Trotz guter historischer Performance rieten wir vom Investment ab, da wir nach intensiver, zusätzlicher Prüfung an weiteren Stellen zusätzliche Fragezeichen identifizierten.