Gastbeitrag Private Equity – Thomas Weinmann, CEO REIA Capital

„Jetzt oder nie“ oder „die einmalige Chance“ wird oft gesagt, ist selten wahr und nie ein guter Ratgeber bei Anlageentscheidungen.

Gleichwohl ergibt es Sinn, sich zu gegebener Zeit mit den Marktrahmenbedingungen ergebnisoffen und differenziert auseinanderzusetzen.

Wer kann dafür wohl bessere Einblicke geben als der Gründer und Geschäftsführer von REIA, Herr Thomas Weinmann? Er ist seit über 20 Jahren PE-Pionier und als Investor im deutschen Private Equity aktiv.

Thomas Weinmann, Gründer, CEO & Managing Partner REIA Capital

Seine lesenswerten Gedanken wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

Private Equity-Fondsmanagerprüfung zum Anfassen – ohne Mythen, ohne Magie

In meinen Gesprächen über Private Equity taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Was ist Ihre Geheimformel? Gibt es eine „Magic Sauce“ bei der Auswahl von Fondsmanagern? Ist es das richtige Timing, die richtige Fondsgröße, der richtige Sektor oder das richtige Land?

Die ehrliche Antwort ist ernüchternd und zugleich anspruchsvoll in der Umsetzung: Es gibt keine Abkürzung. Erfolgreiches Investieren in Private Equity bedeutet, regelmäßig zu investieren und Fondsmanager zu suchen, die aufgrund ihrer Erfahrung und klarer Alleinstellungsmerkmale strukturell in der Lage sind, Überrenditen zu erzielen.

Richtiges Timing hilft nur manchmal

Im Gegensatz zu liquiden Märkten spielt das Timing bei Private-Equity-Investments eine untergeordnete Rolle. Lange Fondslaufzeiten von regelmäßig zehn Jahren und mehr, Illiquidität und Kapitalabrufe über mehrere Jahre lassen keinen kurzfristigen Ein- und Ausstieg zu. Wer versucht, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu treffen, verkennt die Struktur dieser Anlageklasse.

Natürlich gibt es Phasen, in denen Bewertungen attraktiver sind. Häufig gibt es diese im Umfeld gesamtwirtschaftlicher Krisen, wenn die meisten Investoren bei Neuengagements zögern. Doch die Herangehensweise im Private Equity sollte langfristig sein. So suchen wir Strategien, die über Konjunkturzyklen hinweg funktionieren und nicht nur von kurzfristigen Marktverwerfungen profitieren.

Warum Small Caps strukturell überlegen sind

Ein zentraler Baustein unserer Fondsmanagerselektion ist der Fokus auf Small Cap Private Equity. Die empirische Evidenz ist eindeutig: Investitionen in kleine und mittelständische Unternehmen erzielen langfristig höhere Renditen als Beteiligungen an Großunternehmen.

Die Gründe liegen auf der Hand. Small Caps werden häufig von unternehmerisch geprägten Eigentümern verkauft, sind weniger kompetitiv bepreist und bieten erhebliches operatives Entwicklungspotenzial.

„Anm.d.R.: Es gibt praktisch keine Auktionen bei großen PE-Fonds, die die Preise treiben. Mithin ist der Einstieg beim Investieren in Small- und Midcaps strukturell günstiger möglich.

Private-Equity-Fondsmanager können hier echten Mehrwert schaffen: Professionalisierung, Internationalisierung, Buy-and-Build-Strategien. Nach einigen Jahren entsteht idealerweise ein deutlich größeres, besser aufgestelltes Unternehmen. Ein Exit führt dann zu höheren Bewertungsmultiplikatoren. In der Theorie klingt dies einfach. In der Umsetzung wird es jedoch anspruchsvoll, da nicht jeder Fondsmanager einen perfekten Dreiklang aus günstigem Kauf, echter Unternehmensweiterentwicklung und preismaximierendem Verkauf beherrscht.

Small Cap PE – viele Fondsmanager, wenig Transparenz

Allein in Europa gibt es über 1.200 Private-Equity-Fondsmanager. Gleichzeitig existieren keine Datenbanken mit umfassender Performance-Transparenz. Renditen schwanken erheblich, Unterschiede zwischen Top- und Durchschnittsmanagern sind enorm. Eine sorgfältige Fondsmanagerprüfung ist daher kein Nice-to-have, sondern zwingende Voraussetzung. Wie gehen wir vor?

Zählen, messen, wiegen – und verstehen

Ein Teil der Analyse ist handwerklich, aber erfordert strukturierte Arbeit. Historische Renditen lassen sich messen. Ebenso die Frage, wie diese Renditen erzielt wurden: durch operatives Wachstum, durch Zukäufe oder lediglich durch marktbedingte Multiple Expansion. Auch der Interessengleichklang ist prüfbar. Investiert der Manager substanziell eigenes Kapital in den eigenen Fonds? Hat er echtes „Skin in the Game“? Die Prüfung dieser Faktoren ist Grundvoraussetzung, aber nicht final ausreichend.

Erfahrung heißt relevante Erfahrung

Entscheidend wird es bei den weichen, aber risikorelevanten Kriterien. Erfahrung bedeutet für uns zunächst relevante Erfahrung: in der angestrebten Größenklasse, in den adressierten Branchen, in der jeweiligen Region. Strategiewechsel sind ein Warnsignal. Ein guter Track Record verliert an Aussagekraft, wenn er unter völlig anderen Rahmenbedingungen erzielt wurde.

Mindestens ebenso wichtig ist Krisenerfahrung. Private-Equity-Fonds laufen lang genug, um nahezu zwangsläufig mit einer wirtschaftlichen Krise konfrontiert zu werden. Wir suchen Fondsmanager, die solche Phasen gemeistert haben und erklären können, welche Entscheidungen sie damals trafen und welche Lehren sie daraus gezogen haben.

Das entscheidende Kriterium: das Alleinstellungsmerkmal

Am Ende steht die Frage nach dem Warum. Warum sollte genau dieser Fondsmanager auch künftig zu den Besten gehören? Regelmäßig liegt die Antwort in einer klaren Positionierung: Branchenfokus, regionaler Fokus oder eine besondere Art der Deal-Sourcing- und Wertschöpfungslogik. Wird dies mit operativer Kompetenz und einem belastbaren Netzwerk kombiniert, entstehen Strategien, die in guten wie in schlechten Marktphasen besser funktionieren.

Aussortieren wird wichtiger als Auswählen

Angesichts der hohen Performancestreuung besteht die eigentliche Kunst weniger darin, historisch gute Fondsmanager zu finden, sondern darin, vermeintlich gute Fondsmanager konsequent auszusortieren.

Zwei Beispiele aus der Praxis: Ein Fondsmanager investierte persönlich rund 10 Millionen Euro in den eigenen Fonds. Auf den ersten Blick ein vorbildliches „Skin in the Game“. Eine vertiefende Analyse zeigte jedoch: Der Manager war designierter Erbe eines Milliardenvermögens. Das persönliche Investment hatte für ihn vermutlich keine wirkliche ökonomische Relevanz. Die Anreizwirkung war deutlich geringer als angenommen.

Ein anderes Beispiel betrifft die inhaltliche Durchdringung von Geschäftsmodellen. In einer Due Diligence erklärten zwei verantwortliche Fondsmanager wichtige kundenspezifische Vertragsmechanismen eines gerade erst erworbenen Unternehmens widersprüchlich. Konkret ging es um die Verlängerung von Mitgliedschaften bei Fitnessstudios in Großbritannien. Für den einen verantwortlichen Fondsmanager kam es automisch zur Vertragsverlängerung und für den anderen musste nach Vertragsablauf der jeweilige Kunde wiederum neu zum Vertragsabschluss bewegt werden. Nur einer von beiden lag richtig. Solche Widersprüche sind kein Detail, sondern ein Warnsignal und erfordern zusätzliche Prüfungshandlungen. Trotz guter historischer Performance rieten wir vom Investment ab, da wir nach intensiver, zusätzlicher Prüfung an weiteren Stellen zusätzliche Fragezeichen identifizierten.

Und heute?

Ein attraktiver Einstiegszeitpunkt für Private-Equity-Anlagen

Abschließend noch ein Blick auf das aktuelle Marktumfeld. Gestiegene Finanzierungskosten, vorsichtigere Käufer und normalisierte Bewertungsniveaus erhöhen den Druck auf Fondsmanager für Bestandspositionen und verbessern gleichzeitig die Einstiegschancen für neue Investments. Für disziplinierte Small-Cap-Fondsmanager eröffnen sich heute wieder vermehrt attraktive Kaufgelegenheiten. Kurzum: Wer langfristig denkt, selektiv vorgeht und auf die richtigen Fondsmanager setzt, findet aktuell ein Umfeld vor, das eher für als gegen einen Einstieg in Private Equity spricht. Voraussetzung ist jedoch unverändert die richtige Auswahlkompetenz bei Private-Equity-Anlagen.

Der aktuelle REIA Capital Fonds RCF01(Europa) steht für Zeichnungen noch bis Ende Januar zur Verfügung. Bereits heute liegen Zeichnungszusagen von deutlich mehr als 80 Mio. Euro vor und es wurden bereits Beteiligungen in sechs Zielfonds umgesetzt bzw. befinden sich in der finalen Umsetzung. Das Portfolio soll final in den nächsten Monaten aufgebaut sein und wird 9-10 Zielfonds umfassen.

Herr Weinmann selbst benennt die zu erwartende Rendite seiner Fonds mit mind. 15% IRR und geht von einer Verdoppelung des eingesetzten Kapitals nach Kosten und vor Steuern aus.

Die Referenzentwicklungen der von uns begleiteten Fonds in der letzten Dekade validieren diese Prognose, wenngleich Erfolge der Vergangenheit bekanntermaßen keinerlei Gewähr für zukünftige Resultate darstellen.

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Axel Hermann, Prokurist Hörtkorn Finanzen

Axel Hermann
Prokurist
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Januar 2026

*gemäß Prognoserechnung

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Risiken: Der Erwerb einer Finanzanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlustes. Risikofaktoren sind z.B. höhere Kosten als kalkuliert; negative Prognoseabweichungen; geringere Verkaufserlöse bzw. Einnahmen; Änderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen; u. U. Fremdwährungsrisiken.

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Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung
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