Handelsimmobilien in stetem Wandel

Kaum ein Immobiliensegment steht so stark im Fokus des Strukturwandels wie die Handelsimmobilie. Das veränderte Konsumverhalten, der anhaltende Onlineboom, die Kostensteigerungen im stationären Betrieb und nicht zuletzt der gesellschaftliche Trend zur Nachhaltigkeit fordern klare Antworten von Projektentwicklern, Bestandshaltern und Investoren.  

 

Investoren in Gewerbeimmobilien kennen daher die Wirklichkeit hinter dem Spruch „Handel ist Wandel“ oft aus einer gewissen leidvollen Erfahrung. Zunächst wird in ein momentan gängiges Handelsimmobilienformat wie ein Shoppingcenter oder ein Fachmarktzentrum investiert, aber schon nach wenigen Jahren tauchen plötzlich Probleme auf. Die Nachfrage sinkt, der Standort scheint an Attraktivität zu verlieren, das Angebot im Internet bietet in Verknüpfung mit Lieferdiensten günstige Alternativen zum Einkauf vor Ort. Die Konsequenz: Entweder nimmt man eine mehr oder weniger deutlich reduzierte Rentabilität in Kauf, oder man muss mit Umbaumaßnahmen – ggfs. in Verbindung mit zusätzlicher Liquidität –  das jeweilige Objekt den Erfordernissen der Zeit anpassen. 

 

Doch die pauschale Aussage, der Handel sei unter Druck, greift zu kurz. Vielmehr zeigt sich, dass es nicht die Handelsimmobilie gibt, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Konzepte mit jeweils eigenen Perspektiven: der Einzelhändler, der reine Nahversorger, das Shoppingcenter, das Fachmarktzentrum, aber auch Hybrid-Formen mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten.