Der Strompreis – Schwankungen und Steigerungen als Investmentfaktor

Warum erneuerbare Energien mehr sind als nur Nachhaltigkeit

Wie wird in Deutschland der Strompreis festgesetzt?

Der Strompreis in Deutschland folgt einem klaren ökonomischen Prinzip: dem sogenannten Merit-Order-System.

  1. Kraftwerke werden nach ihren Produktionskosten sortiert.
  2. Die günstigsten (z. B. Wind oder Solar) speisen zuerst ein.
  3. Teurere Kraftwerke (z. B. Gas und Kohle) folgen bei steigender Nachfrage.
  4. Das teuerste noch benötigte Kraftwerk bestimmt den Marktpreis!

Wir finden: Das ist zwar klar strukturiert, jedoch gleichermaßen auch unintuitiv. Auch wenn ein Großteil des Stroms günstig produziert wird, so ist es doch meist so, dass der Anteil der nachgelagert genutzten, aber sehr viel teureren Energiequellen den Gesamtpreis bestimmt. Das bedeutet, dass alle Kraftwerke den gleichen Preis bezahlt bekommen, unabhängig von den Produktionskosten. Die günstigen Energiequellen sind entsprechend besonders hochmargig zu betreiben.

Insbesondere durch den Atomausstieg sowie die stark schwankenden und spürbar gestiegenen Gaspreise war es seit 2022 so, dass das Merit-Order-System und der Rückgriff auf die in Deutschland so wichtigen Gaskraftwerke preissteigernd auf die Konsumentenpreise gewirkt haben. Gerade im Zusammenspiel von erneuerbaren Energiequellen führt das zu überproportionaler Profitabilität, da diese Quellen die niedrigsten Produktionskosten aufweisen und die Produktionskosten unabhängig vom Marktstrompreis sind. Gerade die Unabhängigkeit dieses Portfoliobausteins schätzen wir.

Unabhängigkeit – ein struktureller Vorteil

Aus dieser Preismechanik ergibt sich ein zentraler Punkt:

Erneuerbare Energien sind in ihrer Produktion nicht von fossilen Rohstoffen abhängig:

  • keine Abhängigkeit der Produktionskosten von Öl- oder Gaspreisen
  • keine Rohstoffkosten im klassischen Sinne
  • sehr gut kalkulierbare Produktionskosten

Für Investoren bedeutet ein Investment in Solar- oder Windanlagen, eine Ertragsquelle zu erschließen, die strukturell anders funktioniert als viele andere, sozusagen klassische Investments, bei denen nahezu immer die Bewirtschaftungskosten von steigenden Energiekosten negativ beeinflusst werden.

Während zahlreiche – praktisch alle – Branchen unter steigenden EnergieKOSTEN leiden, entsteht hier ein Segment, das sich entkoppelt.

Steigende Preise = Renditetreiber

Mit Blick auf die Renditesteigerung erschließt sich ein besonders interessanter Effekt aus der Kombination von dynamischer, letztlich in der Realität an fossilen Energiequellen hängender Preisbildung und einer Kostenstruktur, die damit denkbar wenig zu tun hat und zumindest kurzfristig nicht von Kriegseskapaden und Energie- und Rohstoffturbulenzen beeinflusst wird. Das bedeutet:

  • Die Produktionskosten von Solar- und Windenergie bleiben weitgehend stabil.
  • Der Marktpreis für Strom kann jedoch stark steigen (z. B. durch steigende Öl- und Gaspreise).

Die vorgenannten Dynamiken führen dazu, dass Investoren in erneuerbare Energien überproportional von steigenden Strompreisen profitieren – und das komplett unabhängig davon, dass die Ursachen dieser Preissteigerungen außerhalb des eigenen Segments liegen. Externe Stressfaktoren im Energiemarkt führen mithin sogar zu positiven Renditeeffekten. Wir schätzen diese Konstellation, die so zugegebenermaßen in kaum einer anderen Anlageklasse existiert. Letztlich wirken steigende Energiekosten bei eigentlich allen anderen Investments tendenziell negativ.

Stabilisierung: Ein Gegengewicht im Portfolio erhöht die Sicherheit

Daraus resultiert der dritte Aspekt, den wir bemerkenswert finden. Er ist eher strategischer Natur und entfaltet seine Wirkung vor allem in der Wechselwirkung mit allen anderen Investments und mit übergeordnetem Blick auf das Gesamtvermögensportfolio.

Steigende Energiepreise wirken sich in der Regel negativ auf viele Investments aus. Energiekosten für Unternehmen steigen, das kann Druck auf die Margen nach sich ziehen, wirkt inflationssteigernd und könnte schlussendlich den Konsum und das Wirtschaftswachstum noch mehr belasten.

Investments in erneuerbare Energien wirken hier anders, ja teilweise sogar entgegengesetzt und können somit zu mehr Sicherheit im Gesamtvermögensportfolio beitragen. Durch die steigenden Preise im Rahmen des Merit-Order-Systems profitieren Investoren demnach sogar von genau den vorgenannten Entwicklungen. Zudem produzieren diese Investments laufende, relativ gut planbare Cashflows, die sich sogar erhöhen, wenn die Energiekosten steigen. Kurzum: Diese Investments sollten unseres Erachtens als Stabilisator im Gesamtvermögensportfolio fungieren können. Gerade in volatilen Marktphasen kann so ein ausgleichender Effekt erzielt werden.

Eine Einordnung – mehr als ein Nachhaltigkeitsthema

Erneuerbare Energien werden oft primär unter ESG-Gesichtspunkten betrachtet. Das greift aus Investorensicht zu kurz.

Tatsächlich handelt es sich um:

  • ein infrastrukturnahes Investment
  • mit klar definierter Einnahmestruktur und robusten Cashflow Annahmen
  • und einer zunehmend relevanten Rolle im Gesamtportfolio

Fazit:

Wer die Mechanik des Strommarktes versteht, erkennt, dass erneuerbare Energien nicht nur ein politisch gewollter Trend sind, sondern ein ökonomisch recht eigenständiges Investmentsegment, das unabhängige Ertragsquellen erschließt, mit dem Anleger von Marktverwerfungen sogar profitieren können und das im Ergebnis zur Stabilisierung Ihres Vermögens beitragen sollte.

Der heutige Text bezieht sich auf unsere Beobachtungen und Einschätzungen der allgemeinen Marktrahmenbedingungen und wie diese in sich veränderndem Umfeld auswirken sollten. Es handelt sich mithin um unsere Beobachtungen und generelle Schlussfolgerungen. Es hat keinen Bezug zu konkreten Fonds oder Produkten. Es muss aber für Sie nicht dabeibleiben.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (Erich Kästner)

So sagen wir es oft.

Wenn Sie sich für konkrete Investments interessieren, kommen Sie bitte auf uns zu. Wir stehen Ihnen für einen vertiefenden Austausch gerne zur Verfügung.

Zudem haben wir für konkretere Informationen dazu, wie die Marktrahmenbedingungen in Investmentlösungen umgesetzt werden können, am kommenden Dienstag ein Webinar für Sie organisiert. Dort erhalten Sie einen vertiefenden Einblick in den Markt und darüber hinaus auch in die Struktur konkreter Investments. Sie können am Dienstagabend um 18 Uhr komprimiert aus Expertenhand seitens eines seit drei Jahrzehnten spezialisierten Anbieters konkrete, sich auf Investment beziehende Informationen erhalten.

Update:
Unser Gast-Experte Jörg Busboom sorgte am Dienstagabend im Webinar für einige Aha-Momente. Erkenntnisreich war es allemal, auch schlicht aus der Sicht eines wirtschaftlich interessierten Bürgers in Deutschland, der hochpreisige Energie und Steuern zahlt.

Peter Friedenauer, Geschäftsführer Hörtkorn Finanzen GmbH

Peter Friedenauer
Geschäftsführer
Hörtkorn Finanzen GmbH

Für den direkten Kontakt zu uns können Sie  das Kontaktformular oder das Telefon (+49) 07131 949-206 wählen.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Hier finden Sie unsere aktuelle Investmentauswahl.

Stand: April 2026

Es handelt sich um eine unverbindliche Werbeinformation. Diese Informationen ersetzen nicht den jeweiligen Verkaufsprospekt. Sie enthalten lediglich Hinweise auf wesentliche Merkmale der Finanzanlagen, die angeboten werden. Alle Angaben wurden mit äußerster Sorgfalt zusammengestellt. Maßgeblich sind jedoch ausschließlich die jeweiligen, veröffentlichten, ausführlichen Emissionsunterlagen (Emissionsprospekt, Basisinformationsblatt bzw. Vermögensanlagen-Informationsblatt sowie evtl. Nachträge). Diese deutschsprachigen Unterlagen können bei Hörtkorn Finanzen GmbH über die unten angegebenen Kontaktdaten kostenlos angefordert werden.

Risiken: Der Erwerb einer Finanzanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite oder der Ertrag, desto größer das Risiko eines Verlustes. Risikofaktoren sind z.B. höhere Kosten als kalkuliert; negative Prognoseabweichungen; geringere Verkaufserlöse bzw. Einnahmen; Änderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen; u. U. Fremdwährungsrisiken.

Haben Sie Fragen, Anregungen, Meinungen oder Diskussionsbedarf?

Wir helfen Ihnen gerne weiter und sind offen für jeden Dialog.

Egal ob Fragen zum Einsatz von Fremdkapital bei Sachwertinvestments oder zu geschlossenen Immobilienfonds allgemein
– wir beantworten Ihnen stets alle Ihre Fragen und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung.

Sie haben Fragen? Wir beraten Sie gerne!

Vereinbaren Sie schnell und einfach einen Gesprächstermin mit uns. Wir freuen uns auf Sie!

Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung
Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung