Antizipation als Ergebnis profunder Analyse

Big Picture Finanzmärkte: Axel Hermann & Stefan Schrader, Kapitalmarktstratege von Hörtkorn Finanzen

Wer sein Geld gut investieren will, fragt oft nach der historischen Performance einer Assetklasse. Diese Frage ist nicht unberechtigt, blickt aber doch nur in die Vergangenheit.

Wagen Sie mit Axel Hermann und Stefan Schrader einen fundamentalen und tiefen Ausblick auf die wichtigere Frage: Wohin wird das Geld in Zukunft fließen? Denn klar ist: Wer hier an den geografisch profitierenden Zielorten und in den richtigen Anlageklassen (Aktien, Immobilien, Private Equity, Anleihen) der Kapitalströme steht, fährt die höchsten und stabilsten Vermögenszuwächse ein.

Unter der Gliederung finden Sie eine kurze Text-Zusammenfassung des Webinars.

Gliederung des Webinars

Min 0 bis 5
Anmoderation durch Axel Hermann, Kurzvorstellung von Hörtkorn Finanzen und des Kapitalmarktstrategen Stefan Schrader

Min 5 bis 9
Die Kunst und Methodik, durch Fundamentalanalysen zur Antizipation zukünftiger Geldströme zu gelangen

Min 9 bis 29
Die historische Performance der verschiedenen Anlageklassen; die Psychologie des Anlegerverhaltens; die Rolle der Inflation in der gegenwärtigen Situation

Min 29 bis 37
Schlechte Nachrichten, Investorenstimmung – und Vorteile, die sich momentan daraus ergeben

Min 37 bis 54
Gute Nachrichten: Konjunkturindikatoren, die für eine Erholung in Europa und Deutschland sprechen (mit Exkursen zu den USA)

Min 54 bis 69
Fokus Private Equity: Bewertungen, Buy and Build, warum in kleinere und mittlere Unternehmen investieren

Min 69 bis Ende
Zusammenfassung: Zuversicht ist angesagt

Zusammenfassung

An der Spitze der Kapitalströme stehen, nicht an ihrem Ende

Es ist eine der Kernaussagen unseres Kapitalmarktstrategen Stefan Schrader, und man muss die Thesen und Zusammenhänge erst einmal sacken lassen, um sie zu verstehen: Das globale Kapital befindet sich immer in Bewegung, denn Investoren suchen nach rentablen Assets und leiten ihr Geld dorthin, wo sich gute wirtschaftliche Entwicklungen darstellen und positive Nachrichten über einen längeren Zeitraum medial verbreitet werden. Sobald durch die Aktivitäten vieler einzelner Akteure ein gewisses Investitionsvolumen erreicht ist, setzt eine starke Kumulation ein: Kapital setzt sich auf Kapital, und es entstehen höhere Bewertungen. Höhere Bewertungen bedeuten in diesem Zusammenhang, dass der zu zahlende Preis für die Assetklasse (oder Teilbereiche davon) sich ggf. sogar von den tatsächlichen inneren Werten abkoppelt. Im Zweifel entstehen Preisübertreibungen.

Darstellung der weltweiten Kapitalströme

Sobald die Aussichten auf weiteres Wachstum geringer werden, sucht sich das Kapital nach und nach neue Ziele, sowohl geografisch als auch in den Anlageklassen.

Der kundige Investor versucht also zu identifizieren, wohin das Kapital in absehbarer Zukunft unterwegs ist, um möglichst an der Spitze der Kapitalströme zu stehen, nicht an ihrem Ende. Denn „vorne“, an den Zuflussorten der globalen Kapitalströme, werden die höchsten Renditen erzielt, „hinten“, dort wo Geld abgezogen wird, droht die Abwertung und damit der Wertrückgang. Bei den fundamentalen Analysen von Stefan Schrader geht es also um eine Antizipation der zukünftigen Kapitalströme.

Historische Performance und Investorenverhalten

grafische Darstellung der Performance unterschiedlicher Anlageklassen 2014 bis 2024

Historische Performance-Daten blieben dennoch im Webinar nicht unberücksichtigt. Sie ergeben für die letzten zehn Jahre (2014-2024) ein interessantes Bild: Private Equity hat mit Abstand die besten Renditen erzielt und trotz der starken US-amerikanischen Börsenentwicklung sogar den S&P 500 locker geschlagen.

Ein wichtiges Grundphänomen im Investorenverhalten sollte man sich dabei nach Stefan Schrader immer vor Augen halten:

Kurzfristig werden Wertentwicklungen immer vom verhaltenspsychologischen Phänomen des Herdentriebs geprägt. Das bedeutet emotionale, kurzfristige und häufig spekulative Anlageentscheidungen.

Mittelfristig hat der Vergleich zum Marktzins den bedeutsamsten Einfluss. Mittelfristige Investments stehen daher bei der Entscheidungsfindung der meisten Marktteilnehmer in der Konkurrenz zu Zinspapieren. Gibt es Mehrwert, gehen Anleger auch gern das damit einhergehende Risiko ein, um höhere Vermögenszuwächse zu erzielen.

Erst langfristig geht es um die tatsächliche Substanz des Investments. Hier fließen dann alle Perspektiven wie Inflation, Marktzins, Wertentwicklung etc. ein und ergeben ein Gesamtbild – in dem das Kerngebiet von Hörtkorn Finanzen, die Sachwerte (auch Private Equity zählt dazu), regelmäßig am besten abschneidet.

Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten?

Die letzten Jahre waren in Europa, aber insbesondere in Deutschland, geprägt von vielen schlechten Nachrichten. Das hatte und hat selbstverständlich Auswirkungen auf die Stimmung unter Investoren. Aber: Wieder droht die Gefahr, dass man nur nach hinten und nicht nach vorne schaut. Wichtige Tatsachen und Indikatoren zeichnen bereits das Bild einer Trendwende.

Das „gute“ an den schlechten Nachrichten ist allerdings, dass sich vor allem im Bereich Private Equity, also bei außerbörslichen Unternehmensbeteiligungen, die Bewertungen in Deutschland und Europa nahe den historischen Tiefständen befinden. Das erlaubt im Augenblick vor allem im Bereich kleinerer und mittlerer Unternehmen Einkaufspreise, die bei günstiger zukünftiger Entwicklung hohe Renditen erwarten lassen.

Ein Exkurs im Webinar nimmt Buy-and-Build-Konzepte im Bereich Small und Midcap (sowohl Private Equity als auch Aktien) in den Blick. Hier wird mit vielfach bewährten Übernahme- und Integrationskonzepten das enorme Wertsteigerungspotenzial geborgen, das in stark fragmentierten Branchen schlummert.

Nicht zuletzt lohne, so Schrader, der Blick in die USA: Branchenähnliche Unternehmen werden in den USA bis zu dreifach höher bewertet als in Europa. Die Höhe dieser „Bewertungsarbitrage“ ist ungewöhnlich und wird sich auflösen. Daher ist es wahrscheinlich, dass US-Investoren auf der Suche nach Rendite wieder verstärkt Europa in den Blick nehmen werden, sobald sich hier eine solide Entwicklung – nicht zuletzt durch Maßnahmen der Politik flankiert und verstärkt – abzeichnet.

Gründe für Zuversicht

Aber was gibt Anlass zu der Erwartung, diese Entwicklung vollziehe sich gerade bereits in ihren Anfängen? Schrader nennt verschiedene Beispiele, die er mit Zahlen und Daten untermauert:

  • Die Finanzierungsbedingungen werden wieder positiver eingeschätzt;
  • Für wichtige Industrienationen steht die Erwartung im Januar erstmals wieder durchgängig auf Wachstum (vgl. nebenstehende Grafik des Einkaufsmanagerindex: > 50 = Wachstum);
  • Die Kreditnachfrage in der Eurozone hat deutlich angezogen und signalisiert damit die Expansionserwartungen der Unternehmen;
  • Von der Politik werden (z.T. massive) unterstützende Maßnahmen erwogen und erwartet.
Darstellung Einkaufsmanagerindex Januar 2025

Insbesondere für Deutschland mit seinen immer noch 57% Industrieanteil in der Gesamtwirtschaftsleistung gelte zudem, dass hier ein enormes Erholungs- und Aufholpotenzial liege. Denn aufgrund der weltweiten Schwierigkeiten der letzten Jahre seien vor allem in diesem Bereich global Projekte vorläufig auf Eis gelegt worden, die nun wieder angepackt und vollendet würden. So wie Deutschland durch die Struktur der Wirtschaft überdurchschnittlich gelitten hat, wird Deutschland auch überdurchschnittlich profitieren, wenn die Nachfrage wieder ansteigt. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass diese Entwicklung auch international bevorsteht.

Zum Abschluss seines Plädoyers für Zuversicht und damit auch des Webinars legte Schrader dar, dass die Märkte trotz erheblicher Krisen in den vergangenen Monaten und Jahren weitestgehend stabil geblieben sind. Die Wahrscheinlichkeit für einen umfassenden Crash der Märkte sei daher niedriger, weil die Staaten und Notenbanken gezeigt hätten, alles dafür zu unternehmen, bei systemischen Krisen die Märkte zu stabilisieren. Im Webinar werden dazu einige gut veranschaulichende Beispiele aus den letzten Jahren genannt, die teilweise mehrere Billionen schwere Stützungsmaßnahmen umfassten.

Stefan Schrader Kapitalmarktstratege für Hörtkorn Finanzen

„Es wird alles getan, um große Krisen zu vermeiden“

Fazit: Substanziell investieren

Die Kehrseite der Medaille, die uns weniger große Krisen verspricht, ist die Tatsache, dass die Inflation durch die Kapitalinjektionen der Staaten und Notenbanken strukturell in den kommenden Jahren höher ausfallen dürfte. Anleger sollten mit ihren mittel- bis langfristigen Investments daher Vorsorge treffen und diese in auskömmlich rentierende und inflationsgeschützte Kapitalanlagen positionieren.

Kurzum bleibt uns, ein Fazit zu ziehen: Die Kunst ist es, das Kapital dort zu investieren, wo die Substanz stimmt – und das trotz des Umstandes, dass es in der jüngeren Vergangenheit ggf. ein schwieriges Umfeld gab, was zu niedrigen Bewertungen geführt hat.

Idealerweise werden Investoren tätig, wenn die Informationslage quasi „weniger schlecht“ wird und nicht erst, wenn wieder allgemein Jubel, Trubel, Heiterkeit herrscht. Dann nämlich sind die Bewertungsarbitragen geringer oder nicht mehr existent. Im Zweifel ist man zu spät und bekommt weniger Wert für höhere Preise und mithin ein unattraktiveres Rendite-Risiko Profil.

Wir sind überzeugt, dass unsere Investoren aktuell mit unserem Angebotsportfolio gut aufgestellt sind. Sie haben gleich mehrere interessante Optionen, in stark abgewertete Märkte mit Sicherheitspuffer zu investieren, obwohl die Informationslage weniger schlecht ist oder sogar schon deutlich verbessert.

Axel Hermann - Prokurist Hörtkorn Finanzen

Axel Hermann
Prokurist
Hörtkorn Finanzen GmbH

Bild Stefan Schrader

Paradigmenwechsel an den Börsen – USA, China, Gold und DAX im Wandel

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März 2025

*gemäß Prognoserechnung

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Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung
Sabrina Kramer - Leiterin Investorenbetreuung