Ein nüchterner Blick in die Geschichte zeigt: Zölle sind so alt wie der grenzüberschreitende Warenverkehr.
In der EU haben wir jetzt über Jahre und Jahrzehnte in einem vergleichsweise opportunen Zollumfeld gelebt: Nach innen ist es eine Freihandelszone, nach außen ist sie mit hohen regulatorischen Vorgaben und auch Zöllen vergleichsweise stark abgeschottet. Ihrerseits verfügt sie weltweit über gute Marktzugänge mit relativ niedrigen Zöllen.
Die nunmehr vorgenommene Anhebung des Zollniveaus auf 15% korrigiert aus US-amerikanischer Sicht ein Ungleichgewicht (bisher z.B. 2,5% Zoll für die Einfuhr europäischer Fahrzeuge in die USA, bei 10% Zoll auf US-amerikanische Fahrzeuge in die EU). Man mag darüber denken, was man will, aber nach Einschätzung des deutschen Instituts für Weltwirtschaft „schadet“ das der deutschen Volkswirtschaft mit ca. 6,5 Milliarden Euro, das Wachstum des BIP wird dadurch um 0,15% reduziert.
Diese Zahlen helfen aus Sicht von Volker Arndt und der US Treuhand, den großen Lärm um die Zölle deutlich zu relativieren.
Ohnehin ist Deutschland mit seinen USA-Exporten im Wert von rd. 160 Milliarden USD für die USA ein zwar nicht vernachlässigbarer, aber doch verhältnismäßig kleiner Partner: Mexiko mit 505 Milliarden USD (und einem Gesamthandelsvolumen mit den USA von rd. 840 Mrd. USD), Kanada mit knapp 413 Milliarden USD (Gesamthandelsvolumen 762 Mrd. USD) und China mit rd. 439 Milliarden USD (Gesamt 582 Mrd. USD) laufen uns deutlich den Rang ab.